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3554 Betriebe für Lüftungs- und Klimabau in Deutschland

Lüftungsbauer planen, installieren und warten raumlufttechnische Anlagen in Wohn-, Gewerbe- und Industriegebäuden – von der einfachen Wohnraumlüftung bis zur komplexen Klimaanlage. Man beauftragt sie, wenn Räume kontrolliert belüftet, klimatisiert oder die Raumluftqualität dauerhaft sichergestellt werden soll.

3.554 Betriebe in 479 Orten eingetragen

Eingetragene Betriebe

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Baden-Württemberg 88 Orte
Niedersachsen 49 Orte
Bayern 52 Orte
Hessen 44 Orte
Rheinland-Pfalz 22 Orte
Sachsen 16 Orte
Brandenburg 14 Orte
Schleswig-Holstein 10 Orte
Thüringen 10 Orte
Sachsen-Anhalt 9 Orte
Mecklenburg-Vorpommern 8 Orte
Saarland 4 Orte
Berlin 1 Ort
Bremen 2 Orte
Hamburg 1 Ort

Was gehört zum Lüftungsbau?

Lüftungs- und Klimabaubetriebe sind auf die technische Gebäudeausrüstung spezialisiert und verantworten alles, was mit dem kontrollierten Luftaustausch in Gebäuden zusammenhängt. Das beginnt bei der Planung von Kanalnetzen und Luftverteilsystemen, umfasst die Montage von Lüftungsgeräten, Filtereinheiten, Wärmerückgewinnungsanlagen und Klimasystemen und schließt die Inbetriebnahme sowie Einregulierung der Anlage ein. Basis ist meist ein Fachbetrieb mit ausgebildeten Anlagenmechanikern für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik oder mit Fachkräften für Kälte- und Klimatechnik.

Typische Auftragslagen sind der Neubau eines Einfamilienhauses mit kontrollierter Wohnraumlüftung, die Sanierung älterer Gewerbegebäude auf zeitgemäße Lüftungsstandards, die Errichtung von Reinraumlüftungen in Labors oder Produktionsstätten sowie die Wartung und Filterreinigung bestehender Anlagen. Auch die Montage von Split-Klimageräten oder Kaltwassersystemen in Bürogebäuden gehört zum Leistungsspektrum vieler Betriebe.

Die Abgrenzung zu benachbarten Gewerken ist im Alltag fließend: Heizungsbauer und SHK-Betriebe übernehmen häufig einfachere Wohnraumlüftungen im Rahmen eines Komplettauftrags, während spezialisierte Kälteanlagenbauer die Kältetechnik großer Klimaanlagen verantworten. Elektroarbeiten an Steuerungen und Regelungen führen in der Regel Elektriker aus. Lüftungsbauer koordinieren auf der Baustelle daher oft eng mit diesen Gewerken, um Schnittstellen sauber zu klären.

Leistungen im Überblick

Lüftungs- und Klimabaubetriebe decken ein breites Spektrum von der Planung bis zur laufenden Wartung ab.

  • Wohnraumlüftung mit WärmerückgewinnungPlanung und Installation kontrollierter Lüftungsanlagen für Wohngebäude, bei denen ein Wärmetauscher die Energie der Abluft auf die frische Zuluft überträgt. Das reduziert Lüftungswärmeverluste erheblich und verbessert die Luftqualität dauerhaft.
  • Lüftungskanäle und LuftverteilsystemeMontage von Blechkanälen, Wickelfalzrohren oder Kunststoffleitungen zur Luftführung in Wand-, Decken- oder Unterflurbereichen. Dazu gehören Formstücke, Schalldämpfer und Brandschutzklappen entsprechend den Anforderungen der Lüftungsanlagenklasse.
  • Klimaanlagen und Split-SystemeLieferung und Montage von Raumklimageräten in Einzel- oder Multisplit-Ausführung sowie von zentralen Klimaanlagen mit Kalt- oder Warmwasserverteilung. Der Betrieb übernimmt auch die Kältemittelbefüllung durch zertifizierte Fachkräfte.
  • Industrielle und gewerbliche LüftungPlanung und Bau von Lüftungsanlagen für Produktionshallen, Küchen, Labors oder Reinräume mit besonderen Anforderungen an Luftmenge, Filtration oder Druckhaltung. Hier werden häufig Sonderkanäle aus Edelstahl oder beschichtetem Stahl eingesetzt.
  • Wartung, Inspektion und ReinigungRegelmäßige Wartung von Lüftungs- und Klimaanlagen gemäß VDI 6022 oder Herstellervorgaben, einschließlich Filterwechsel, Hygieneinspektionen und Reinigung von Kanalnetz und Geräten. Wartungsverträge sichern die Betriebssicherheit und sind bei vielen gewerblichen Anlagen vorgeschrieben.
  • Einregulierung und LuftmengenabgleichNach der Montage wird die Anlage hydraulisch und aeraulisch einreguliert, um die geplanten Luftmengen je Raum tatsächlich zu erreichen. Ein fachgerechter Abgleich ist Voraussetzung für Energieeffizienz und Behaglichkeit.
  • Planung und BeratungViele Betriebe bieten eine eigene Fachplanung an oder arbeiten eng mit TGA-Planern zusammen. Sie erstellen Luftmengenberechnungen, Kanalnetzbemessungen und stimmen die Anlage auf bauliche Gegebenheiten und Normanforderungen ab.

Was kostet Lüftungsbau?

Die Abrechnung erfolgt je nach Auftragsart entweder als Stundenlohn für Wartungs- und Servicearbeiten oder als Einheitspreis auf Basis von Mengengerüst und Leistungsverzeichnis bei Neuinstallationen. Hauptkostentreiber sind die Komplexität des Kanalnetzes, die gewählte Anlagentechnik, die Zugänglichkeit auf der Baustelle und ob eine Fachplanung im Auftrag enthalten ist.

LeistungRichtpreisWas den Preis bestimmt
Stundenlohn Monteur 55-85 EUR/Stunde Regional unterschiedlich, Großstädte und Süddeutschland am oberen Ende
Wohnraumlüftungsanlage inkl. Montage (Einfamilienhaus, ca. 150 m2) 6.000-14.000 EUR pauschal Abhängig von Geräteklasse, Kanalführung und Aufwand für Kernbohrungen
Lüftungskanal montiert (Wickelfalzrohr) 35-65 EUR/lfd. m Inklusive Formstücke; steigt bei Sonderquerschnitten oder schwieriger Zugänglichkeit
Split-Klimaanlage Einzelraum inkl. Montage 1.200-2.800 EUR pauschal Leistungsklasse und Leitungsweg zur Außeneinheit bestimmen den Preis
Jahreswartung Lüftungsanlage (Wohngebäude) 150-400 EUR pauschal Filterklasse, Anlagengröße und Fahrzeit beeinflussen den Preis
Hygienekontrolle nach VDI 6022 (gewerblich) 400-1.200 EUR pauschal Kanalprobennahmen und Protokollierung steigern den Aufwand erheblich

Alle Angaben sind Richtwerte auf Basis marktüblicher Preise in Deutschland und können je nach Region, Auftragslage und Anbieter deutlich abweichen. Für verbindliche Zahlen ist stets ein schriftliches Angebot auf Basis einer Begehung erforderlich.

Woran Sie einen guten Betrieb für Lüftungsbau erkennen

Bei der Auswahl eines Lüftungsbauers lohnt es sich, einige konkrete Kriterien zu prüfen, bevor Sie einen Auftrag vergeben.

  1. Fachkundenachweis für KältemittelBetriebe, die Klimaanlagen mit fluorierten Kältemitteln installieren oder warten, benötigen eine Zertifizierung nach EU-Verordnung 2015/2067. Fragen Sie nach dem Unternehmens- und dem Personenzertifikat und lassen Sie sich diese zeigen.
  2. Referenzen vergleichbarer ProjekteEin seriöser Betrieb kann Referenzobjekte ähnlicher Größe und Nutzungsart benennen. Fragen Sie konkret nach ausgeführten Projekten in Ihrer Gebäudekategorie – Wohnbau und Industrielüftung erfordern unterschiedliche Erfahrung.
  3. Eigene Fachplanung oder PlanungspartnerFür Anlagen jenseits einfacher Wohnraumlüftungen sollte der Betrieb eine nachvollziehbare Luftmengenberechnung vorlegen können. Fehlt diese, ist das Angebot nicht belastbar und spätere Nacharbeiten sind wahrscheinlich.
  4. Klare Abgrenzung der Leistungen im AngebotEin gutes Angebot benennt Leistungsgrenzen zu Elektro, Baumeisterarbeiten und Kältetechnik explizit. Fehlen diese Angaben, entstehen auf der Baustelle leicht ungeklärte Zuständigkeiten und Mehrkosten.
  5. Wartungsangebot und Erreichbarkeit im StörungsfallFragen Sie, ob der Betrieb einen Wartungsvertrag anbietet und wie schnell er im Störungsfall verfügbar ist. Besonders bei gewerblichen Anlagen ist eine gesicherte Servicestruktur wichtig.
  6. Mitgliedschaft im Fachverband oder InnungsbetriebInnungsmitglieder unterliegen einer fachlichen Kontrolle und sind an tarifliche und qualitative Mindeststandards gebunden. Das ist kein Garant, aber ein nützlicher Hinweis auf seriöse Betriebsführung.

Angebote richtig vergleichen

Ein vollständiges Angebot im Lüftungs- und Klimabau enthält eine positionsgenaue Auflistung aller Komponenten mit Fabrikat, Typ und Stückzahl, die Kanalmengen in lfd. m je Querschnitt, Angaben zu Brandschutzklappen und Schalldämpfern sowie eine klare Aussage zur Einregulierung und Inbetriebnahme. Fehlen Positionen wie Kernbohrungen, Gerüst oder Entsorgung von Altmaterial, werden diese später häufig als Nachtragsleistungen in Rechnung gestellt. Prüfen Sie auch, ob die Montage der Elektroanbindung und die Inbetriebnahme der Regelung im Angebot enthalten sind oder gesondert beauftragt werden müssen.

Für eine aussagekräftige Vergleichsbasis empfehlen sich mindestens zwei, besser drei Angebote auf Basis derselben Leistungsbeschreibung oder Begehung. Vergleichen Sie nicht nur den Gesamtpreis, sondern prüfen Sie die Einheitspreise je Position – auffällig niedrige Positionspreise bei einzelnen Leistungen deuten oft auf spätere Nachträge hin. Achten Sie darauf, dass alle Angebote dieselbe Anlagenqualität zugrunde legen, da unterschiedliche Geräteklassen und Filterqualitäten den Preis erheblich beeinflussen.

Häufige Fragen

Brauche ich für eine neue Wohnraumlüftungsanlage eine Baugenehmigung?

In den meisten Bundesländern ist eine kontrollierte Wohnraumlüftung in Wohngebäuden genehmigungsfrei, solange keine wesentliche Änderung der Gebäudehülle erfolgt. Allerdings sind Kernbohrungen durch Außenwände in manchen Gemeinden anzeigepflichtig. Klären Sie das vor Auftragsvergabe mit Ihrem Fachbetrieb und gegebenenfalls dem zuständigen Bauordnungsamt.

Wie oft muss eine Lüftungsanlage gewartet werden?

Für Wohnraumlüftungsanlagen empfiehlt die Norm VDI 6022 eine jährliche Wartung, mindestens jedoch einen Filterwechsel alle 6 bis 12 Monate je nach Filterklasse und Umgebungsbelastung. Bei gewerblichen und öffentlichen Anlagen schreibt VDI 6022 eine wiederkehrende Hygienekontrolle vor, deren Intervall von der Raumluftkategorie abhängt. Wird die Wartung vernachlässigt, steigt der Energieverbrauch und es können sich Keime im Kanalnetz ansiedeln.

Kann eine vorhandene Lüftungsanlage nachgerüstet oder erweitert werden?

Ja, in vielen Fällen lassen sich bestehende Anlagen erweitern oder modernisieren, etwa durch den Anschluss zusätzlicher Räume, den Tausch des Lüftungsgeräts gegen eine effizientere Einheit mit Wärmerückgewinnung oder die Nachrüstung einer Regelung. Voraussetzung ist, dass das bestehende Kanalnetz für die neuen Luftmengen dimensioniert ist. Ein Fachbetrieb sollte die Anlage vor einer Erweiterung besichtigen und den hydraulischen Abgleich neu berechnen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Lüftungsanlage und einer Klimaanlage?

Eine Lüftungsanlage sorgt für den kontrollierten Austausch von Raumluft gegen Frischluft und kann dabei Wärme zurückgewinnen, kühlt aber nicht aktiv. Eine Klimaanlage dagegen reguliert zusätzlich die Raumtemperatur durch einen Kältekreislauf und kann heizen und kühlen. Viele moderne Systeme kombinieren beide Funktionen, zum Beispiel als Lüftungsanlage mit integrierter Wärmepumpe oder als Klimagerät mit Frischluftzuführung.

Gibt es Fördermittel für eine neue Lüftungsanlage im Wohngebäude?

Ja, über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) des BAFA können Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung bei energetischen Sanierungsmaßnahmen gefördert werden. Der Förderanteil hängt vom Gesamtpaket der Sanierungsmaßnahmen und der Einbindung eines Energieberaters ab. Fragen Sie Ihren Fachbetrieb nach förderfähigen Gerätevarianten und stellen Sie den Förderantrag stets vor Auftragsvergabe.

Wie lange dauert die Installation einer Wohnraumlüftungsanlage im Einfamilienhaus?

Bei einem Neubau mit gut zugänglichen Versorgungsbereichen ist eine Wohnraumlüftungsanlage in einem Einfamilienhaus in der Regel innerhalb von zwei bis vier Montagetagen installiert. Im Bestandsgebäude verlängert sich die Bauzeit durch notwendige Kernbohrungen, eingeschränkte Zugänglichkeit und Stemmarbeiten oft auf vier bis sieben Tage. Maßgeblich sind die Länge des Kanalnetzes und die Abstimmung mit anderen Gewerken.

Was passiert, wenn die Lüftungsanlage nach der Montage zu laut ist?

Übermäßige Geräusche nach der Inbetriebnahme sind in den meisten Fällen auf fehlende oder falsch dimensionierte Schalldämpfer, zu hohe Strömungsgeschwindigkeiten im Kanalnetz oder mangelhaften Körperschallschutz an Geräteaufstellungen zurückzuführen. Der ausführende Betrieb ist verpflichtet, die vereinbarte Schallsituation herzustellen; fordern Sie eine Nachbesserung schriftlich ein. Bei Streitigkeiten kann ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für TGA hinzugezogen werden.