hoch&tiefbau.de

Altlastensanierung

Unternehmen der Bodensanierung und Altlastensanierung untersuchen und sanieren kontaminierte Böden und Grundwasser, die durch Schadstoffe wie Mineralöl, Schwermetalle oder chlorierte Kohlenwasserstoffe belastet sind. Beauftragt werden sie, wenn bei Bauprojekten, Grundstückskäufen oder Nutzungsänderungen belastete Flächen fachgerecht behandelt werden müssen.

Verzeichnis im Aufbau

Für dieses Gewerk sind noch keine Betriebe freigeschaltet.

Noch kein Eintrag für Altlastensanierung. Wir bauen das Verzeichnis Gewerk für Gewerk auf. Betriebe können sich jetzt eintragen und sind ab dem ersten Tag sichtbar.

Beliebte Orte

Sobald Betriebe eingetragen sind, finden Sie sie hier nach Ort.

Was gehört zur Bodensanierung?

Fachbetriebe der Bodensanierung befassen sich mit der Erkundung, Bewertung und Beseitigung von Schadstoffbelastungen im Erdreich und im Grundwasser. Ausgangspunkt ist meist eine Altlast, also ein ehemaliges Industrie-, Gewerbe- oder Militärgelände, eine stillgelegte Deponie oder ein Grundstück, auf dem früher mit Chemikalien umgegangen wurde. Die Fachleute entnehmen Bodenproben, lassen diese im Labor analysieren, bewerten das Gefährdungspotenzial und planen auf Basis der Ergebnisse die geeignete Sanierungsstrategie.

Die eigentliche Sanierung kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen: Beim Bodenaushub wird kontaminiertes Material ausgekoffert und zur zugelassenen Deponie oder thermischen Behandlungsanlage transportiert. In-situ-Verfahren behandeln den Boden hingegen direkt im Erdreich, etwa durch das Einbringen von Reaktionsmitteln, biologische Abbauverfahren oder die Bodenluftabsaugung. Welches Verfahren zum Einsatz kommt, hängt von der Art und Tiefe der Kontamination, dem Schadstoff, dem geplanten Nutzungszweck und nicht zuletzt den Auflagen der zuständigen Behörde ab.

Von der klassischen Erdarbeiten eines Tiefbauunternehmens unterscheidet sich die Bodensanierung durch die behördliche Einbindung, die Dokumentationspflichten und den Umgang mit gefährlichen Abfällen nach KrWG und BBodSchV. Erdbauunternehmen führen den Aushub oft als Subunternehmer durch, übernehmen aber nicht die Schadstoffbewertung oder Entsorgungsverantwortung. Gutachter und Umweltingenieure erarbeiten das Sanierungskonzept, während der ausführende Fachbetrieb dessen Umsetzung auf der Baustelle verantwortet.

Leistungen im Überblick

Betriebe der Bodensanierung decken den gesamten Prozess von der Erstuntersuchung bis zur behördlichen Abnahme ab.

  • Bodenuntersuchung und GefährdungsabschätzungDurch Rammkernsondierungen, Schürfgruben und Bohrungen werden Bodenproben entnommen und im Labor auf relevante Schadstoffe analysiert. Auf Basis der Messwerte erstellt der Fachbetrieb oder ein begleitender Gutachter eine Gefährdungsabschätzung gemäß Bundes-Bodenschutzgesetz.
  • Sanierungsplanung und BehördenabstimmungVor Beginn der Maßnahmen ist in der Regel ein Sanierungsplan zu erarbeiten und mit der unteren Bodenschutzbehörde abzustimmen. Der Betrieb begleitet diesen Prozess, klärt Entsorgungswege und holt notwendige Genehmigungen ein.
  • Bodenaushub und kontrollierter AbtransportKontaminiertes Erdreich wird maschinell ausgekoffert, als gefährlicher Abfall deklariert und zu einer zugelassenen Entsorgungsanlage transportiert. Die Menge und Schadstoffklasse bestimmen, ob eine thermische Behandlung, Bodenwäsche oder Deponierung erforderlich ist.
  • In-situ- und On-site-SanierungsverfahrenBei tiefen oder flächigen Kontaminationen werden Verfahren eingesetzt, die den Boden ohne vollständigen Aushub behandeln, etwa Bodenluftabsaugung, Grundwasserbehandlung, biologische Stimulation oder chemische Oxidation. Diese Methoden sind oft aufwendiger zu planen, können aber Kosten für Massenaushub und Entsorgung erheblich reduzieren.
  • Grundwassersanierung und Pump-and-TreatWenn Schadstoffe in den Grundwasserleiter eingetragen wurden, wird kontaminiertes Wasser über Brunnen gepumpt, oberirdisch in einer Aufbereitungsanlage gereinigt und anschließend versickert oder in die Kanalisation eingeleitet. Die Maßnahme kann über Jahre laufen und erfordert ein Monitoring-Programm.
  • Entsorgungsdokumentation und AbschlussuntersuchungAlle entsorgten Massen müssen lückenlos dokumentiert werden, einschließlich Wiegekarten, Analysezertifikate und Entsorgungsnachweise. Nach Abschluss der Sanierung wird durch Kontrollproben nachgewiesen, dass die behördlich festgelegten Prüfwerte eingehalten sind.
  • Flächenmonitoring und LangzeitüberwachungBesonders bei In-situ-Verfahren oder Sicherungsmaßnahmen ist eine regelmäßige Beprobung von Boden, Grundwasser und Bodenluft über mehrere Jahre verpflichtend. Der Betrieb richtet Messstellen ein, entnimmt Proben in festgelegten Intervallen und berichtet an die Behörde.

Was kostet eine Bodensanierung?

Die Kosten einer Bodensanierung werden meist als Einheitspreise je Tonne, je Kubikmeter oder je laufenden Meter Brunnen ausgehandelt, da die Massenermittlung vor Maßnahmenbeginn oft unsicher ist. Hauptkostentreiber sind die Schadstoffart und -konzentration, die zu entsorgenden Massen und die Entfernung zu geeigneten Behandlungsanlagen.

LeistungRichtpreisWas den Preis bestimmt
Bodenuntersuchung (orientierend) 1.500-8.000 EUR je Fläche Abhängig von Flächengröße, Anzahl der Sondierungen und Analysenumfang im Labor
Bodenaushub und Entsorgung (Mineralölkontamination) 120-280 EUR/t Inklusive Analyse, Deklaration, Transport und Entsorgung; steigt stark bei halogenierten Verbindungen oder Schwermetallen
Bodenaushub und Entsorgung (stark kontaminiert, gefährlicher Abfall) 250-600 EUR/t Thermische Behandlung oder Sonderdeponierung erforderlich; Schadstoffklasse entscheidend
Bodenluftabsaugung (In-situ, Einrichtung) 15.000-60.000 EUR je Anlage Investitionskosten ohne Betriebsdauer; Betriebskosten fallen monatlich zusätzlich an
Grundwassermonitoring (je Beprobungsrunde) 800-3.500 EUR je Messstelle und Runde Kosten pro Messstelle inkl. Laboranalytik; Anzahl der Messstellen und Parameter bestimmen Gesamtpreis
Erstellung Sanierungsplan (Ingenieurbüro) 5.000-25.000 EUR Planungsaufwand abhängig von Komplexität des Schadensbildes und behördlichen Anforderungen

Alle Angaben sind Richtwerte auf Basis marktüblicher Preise in Deutschland 2026 und können je nach Region, Aufwand und Behördenanforderungen erheblich abweichen. Für eine verlässliche Kostenschätzung ist eine orientierende Untersuchung des Grundstücks unerlässlich.

Woran Sie eine gute Firma für Bodensanierung erkennen

Bei der Auswahl eines Fachbetriebs sollten Sie neben dem Preis vor allem Qualifikation, behördliche Anerkennung und transparente Dokumentation in den Blick nehmen.

  1. Sachkundenachweis und ZulassungenBetriebe, die gefährliche Abfälle befördern oder entsorgen, benötigen eine Transportgenehmigung sowie eine Zulassung als Entsorgungsfachbetrieb nach EfbV. Fragen Sie gezielt nach diesen Nachweisen und lassen Sie sich die aktuellen Zertifikate vorlegen.
  2. Erfahrung mit dem spezifischen SchadstoffMineralölschäden, chlorierte Lösungsmittel und Schwermetalle erfordern jeweils andere Sanierungsverfahren und Entsorgungswege. Fragen Sie nach vergleichbaren Referenzprojekten mit derselben Schadstoffgruppe.
  3. Behördenkenntnis und regionale ErfahrungBodensanierungen werden von der unteren Bodenschutzbehörde des jeweiligen Bundeslandes begleitet, die unterschiedliche Prüfwerte und Verfahrensanforderungen stellen kann. Ein ortskundiger Betrieb kennt die zuständigen Sachbearbeiter und vermeidet zeitraubende Abstimmungsschleifen.
  4. Lückenlose Dokumentation und TransparenzEin seriöser Betrieb legt Analysenberichte, Entsorgungsnachweise und Wiegekarten unaufgefordert vor und ist in der Lage, jeden entsorgten Kubikmeter nachzuweisen. Fehlende oder lückenhafte Belege können zu behördlichen Auflagen und Haftungsrisiken für den Grundstückseigentümer führen.
  5. Klares Sanierungskonzept vor AngebotserstellungEin qualifizierter Betrieb legt erst dann ein verbindliches Angebot vor, wenn belastbare Untersuchungsergebnisse vorliegen. Pauschalen ohne vorherige Analytik sind ein Warnsignal, da die tatsächlichen Massen und Schadstoffkonzentrationen oft erheblich von Schätzungen abweichen.
  6. Haftpflicht- und UmweltschadenversicherungBodensanierungsarbeiten bergen das Risiko, Schadstoffe durch unsachgemäßen Umgang weiter zu verbreiten. Lassen Sie sich den Versicherungsnachweis mit ausreichender Deckungssumme für Umweltschäden zeigen, bevor Sie den Auftrag erteilen.

Angebote richtig vergleichen

Ein seriöses Angebot zur Bodensanierung benennt die zugrunde liegende Analytik, die angenommenen Schadstoffkonzentrationen, die geplanten Sanierungsverfahren, Entsorgungswege und -anlagen sowie die Einheitspreise je Tonne oder Kubikmeter getrennt von Pauschalpositionen. Zwingend enthalten sein sollten auch die Kosten für Behördenabstimmung, Abschlussuntersuchung und Entsorgungsdokumentation, da diese Positionen häufig nicht im Grundpreis enthalten sind und nachträglich separat berechnet werden.

Holen Sie für eine Bodensanierung mindestens drei Angebote ein und stellen Sie sicher, dass alle Bieter dieselbe Leistungsbeschreibung und dasselbe Analysengrundlage erhalten, sonst sind die Angebote nicht vergleichbar. Achten Sie besonders auf Nachtragsrisiken: Wenn die tatsächliche Schadstoffmenge beim Aushub höher ausfällt als angenommen, steigen die Entsorgungskosten schnell erheblich. Ein gutes Angebot enthält dazu eine Regelung, wie mit Mengenmehrungen umgegangen wird, und nennt den Einheitspreis für Mehrmengen bereits im Vorfeld.

Häufige Fragen

Was kostet eine Bodensanierung bei Altlasten?

Die Kosten hängen stark von der Schadstoffart, der betroffenen Menge und dem erforderlichen Entsorgungsweg ab. Bei klassischen Mineralölschäden mit Bodenaushub liegen die Kosten häufig zwischen 120 und 280 EUR je Tonne entsorgtem Material, bei halogenierten Kohlenwasserstoffen oder gemischten Schwermetallkontaminationen können es 250 bis 600 EUR je Tonne oder mehr sein. Hinzu kommen Untersuchungskosten, Planungsaufwand und behördliche Abschlussuntersuchungen, sodass eine kleinere Sanierung schnell im fünfstelligen Bereich landet, größere Projekte im sechs- bis siebenstelligen Bereich.

Wer trägt die Kosten einer Bodensanierung?

Grundsätzlich gilt das Verursacherprinzip des Bundes-Bodenschutzgesetzes: Wer die Kontamination verursacht hat, ist sanierungspflichtig. In der Praxis ist der Verursacher aber häufig nicht mehr greifbar oder zahlungsfähig, sodass der aktuelle Grundstückseigentümer als Zustandsstörer herangezogen werden kann. Beim Grundstückskauf ist daher eine Altlastenrecherche im Altlastenkataster und eine orientierende Untersuchung vor Vertragsabschluss dringend zu empfehlen, um spätere Kostentragungspflichten zu vermeiden.

Wie lange dauert eine Bodensanierung?

Ein begrenzter Bodenaushub auf einer kleinen Fläche kann innerhalb weniger Wochen abgeschlossen sein, wenn Behördenabstimmung und Analysen zügig laufen. Großflächige Sanierungen oder In-situ-Verfahren wie Bodenluftabsaugung oder Grundwasserbehandlung können dagegen mehrere Jahre bis Jahrzehnte andauern, da die Schadstoffkonzentrationen nur langsam sinken. Die Dauer ist maßgeblich von der Tiefe der Kontamination, dem Schadstofftyp und den behördlich festgelegten Zielwerten abhängig.

Brauche ich für eine Bodensanierung eine Baugenehmigung oder Behördenzustimmung?

Bodensanierungsmaßnahmen sind in der Regel genehmigungspflichtig oder zumindest anzeigepflichtig bei der zuständigen unteren Bodenschutzbehörde. In den meisten Bundesländern muss vor Beginn ein Sanierungsplan eingereicht und behördlich freigegeben werden. Ohne diese Abstimmung riskieren Eigentümer, dass durchgeführte Maßnahmen nicht als ausreichend anerkannt werden und nachgebessert werden müssen.

Kann ich ein kontaminiertes Grundstück verkaufen oder bebauen?

Ein Grundstück mit bekannter Altlast kann grundsätzlich verkauft werden, allerdings muss der Verkäufer die Kontamination offenlegen, andernfalls drohen Gewährleistungsansprüche. Für eine Bebauung verlangen Baugenehmigungsbehörden und Kreditinstitute in der Regel den Nachweis, dass keine Gefährdung für Nutzer und Nachbarschaft besteht, was eine abgeschlossene Sanierung oder eine behördlich akzeptierte Sicherungsmaßnahme voraussetzt. Bei einer Nutzungsänderung, etwa von Gewerbefläche zu Wohnbebauung, gelten strengere Prüfwerte.

Was ist der Unterschied zwischen Bodensanierung und Bodenaustausch?

Bodenaustausch bezeichnet das vollständige Auskoffern und Ersetzen des kontaminierten Erdreichs durch sauberes Füllmaterial und ist ein klassisches Sanierungsverfahren. Bodensanierung ist der übergeordnete Begriff und umfasst alle Verfahren zur Schadstoffreduktion, also neben dem Austausch auch In-situ-Behandlungen, Sicherungsmaßnahmen oder Grundwasseraufbereitung. Welches Verfahren sinnvoll ist, entscheidet sich nach Schadstoffart, Tiefe, Platzverhältnissen und dem behördlich vorgegebenen Schutzziel.

Wie finde ich heraus, ob mein Grundstück mit Altlasten belastet ist?

Erste Anlaufstelle ist das Altlasten- oder Altstandortkataster der zuständigen Behörde, meist beim Landkreis oder der kreisfreien Stadt, das Auskunft über bekannte Verdachtsflächen gibt. Gibt es keine Eintragung, schließt das eine Belastung nicht aus, insbesondere bei älteren Industrie- oder Gewerbenutzungen, die nicht erfasst wurden. Eine orientierende Bodenuntersuchung durch ein akkreditiertes Labor oder ein Ingenieurbüro ist der einzige zuverlässige Weg, um Gewissheit zu erhalten.