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Bohrunternehmen

Bohrunternehmen führen Kernbohrungen in Beton, Mauerwerk und anderen Baustoffen durch, um saubere, runde Öffnungen für Leitungen, Rohre oder Durchbrüche zu schaffen. Man beauftragt sie überall dort, wo Wände, Decken oder Böden durchbohrt werden müssen, ohne das umliegende Material zu beschädigen.

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Was umfasst eine Kernbohrung?

Bohrunternehmen, die auf Kernbohrungen spezialisiert sind, erzeugen kreisrunde Öffnungen in Stahlbeton, Ziegel-, Kalksandstein- oder Natursteinmauerwerk. Dabei wird ein mit Diamantsegmenten besetztes Hohlbohrwerkzeug – das Kernbohrgerät – nass oder trocken durch das Material geführt. Das Ergebnis ist ein exakt maßhaltiger Bohrkern, der entnommen wird, und eine saubere Bohrung mit definierten Durchmessern, typischerweise zwischen 40 mm und 650 mm, gelegentlich auch größer.

Typische Aufträge entstehen beim Einbau von Abwasserleitungen, Heizungsrohren und Elektroschächten im Neubau, bei der Sanierung von Bestandsgebäuden sowie bei der nachträglichen Installation von Dunstabzugshauben, Klimaanlagen, Kamindurchführungen oder Lüftungsanlagen. Auch der Durchbruch für Kernbohrungen bei Aufzugsschächten, Fenster- und Türöffnungen oder im Straßen- und Tunnelbau zählt zum Leistungsspektrum dieser Betriebe.

Von benachbarten Gewerken grenzt sich die Kernbohrung klar ab: Der Maureroder Betonbauer stemmt oder fräst größere Wandöffnungen auf, wenn keine exakt runde Form gefragt ist. Der Elektriker oder Installateur plant, was durch die Bohrung geführt wird, führt die Bohrung selbst aber in der Regel nicht aus. Kernbohrungsbetriebe sind ein eigenständiges Spezialgewerk, das häufig als Nachunternehmer für Generalunternehmer, Installateure oder Privatauftraggeber tätig wird.

Leistungen im Überblick

Kernbohrungsunternehmen decken ein klar umrissenes Leistungsspektrum ab, das sich nach Bohrdurchmesser, Material und Einbausituation richtet.

  • Kernbohrung in Beton und StahlbetonDas Kernstück der Tätigkeit: Diamantbohrer durchdringen bewehrten und unbewehrten Beton sauber und erschütterungsarm. Der Durchmesser wird je nach Rohrdimension oder Anforderung gewählt, üblich sind 50 bis 400 mm.
  • Kernbohrung in MauerwerkIn Ziegel, Kalksandstein, Porenbetonstein oder Naturstein werden Kernbohrungen für Lüftungsrohre, Kaminanschlüsse oder Versorgungsleitungen gesetzt. Je nach Material kommen Nass- oder Trockenbohrverfahren zum Einsatz.
  • Kernbohrung für Dunstabzugshauben und LüftungsanlagenFür die Außenwanddurchführung einer Dunstabzugshaube oder dezentralen Lüftung werden meist Bohrungen mit 100 bis 160 mm Durchmesser benötigt. Der Bohrer arbeitet von außen oder innen, abhängig von der Wandstärke und der Zugänglichkeit.
  • Kernbohrung für Kamine und SchornsteineKaminanschlüsse erfordern oft Bohrungen von 150 bis 250 mm durch Außenwände oder Decken. Die Bohrung muss präzise positioniert sein, um den Systemschornstein korrekt einführen zu können.
  • Ankerbohrung und Bohrloch für ErdsondenKleinere Bohrungen für Gewindeanker, Dübelbefestigungen im Schwerlastbereich oder flache Sondierbohrungen für geothermische Zwecke gehören ebenfalls zum Angebotsspektrum mancher Kernbohrungsbetriebe.
  • Wandsägen und FlachsägearbeitenViele Kernbohrungsbetriebe bieten ergänzend Wandsägearbeiten an, bei denen mit einer Diamantscheibe rechteckige Schlitze oder Öffnungen in Beton und Mauerwerk geschnitten werden. Diese Leistung ist sinnvoll, wenn eine runde Öffnung nicht ausreicht.
  • Kernbohrungen in Böden und DeckenHorizontale Durchbrüche durch Kellerdecken, Bodenplatten oder Geschossdecken sind technisch anspruchsvoller, da das Gerät von unten oder mit Deckenmontage geführt werden muss. Diese Arbeiten erfordern spezielles Equipment und Erfahrung mit der Statik des Gebäudes.

Was kostet eine Kernbohrung?

Kernbohrungsleistungen werden üblicherweise als Pauschalpreis je Bohrung abgerechnet, wobei Durchmesser, Wandstärke, Material und Anfahrt die entscheidenden Kostenfaktoren sind. In manchen Fällen, etwa bei umfangreicheren Projekten oder unklaren Randbedingungen, wird ein Stundensatz vereinbart.

LeistungRichtpreisWas den Preis bestimmt
Kernbohrung bis 100 mm Durchmesser, Wandstärke bis 30 cm 80–160 EUR/Bohrung Standardbohrung in Mauerwerk oder Leichtbeton, ohne Bewehrung
Kernbohrung 150 mm Durchmesser (z. B. Dunstabzugshaube), bis 30 cm Wandstärke 100–200 EUR/Bohrung Häufigste Größe für Lüftungsdurchführungen; Aufpreis bei Stahlbeton
Kernbohrung 200 mm Durchmesser, bis 30 cm Wandstärke 140–260 EUR/Bohrung Größere Rohrdurchführungen; Preis steigt deutlich mit Wandstärke
Kernbohrung in Stahlbeton (bewehrt), Zuschlag je Bohrung 30–80 EUR Aufpreis/Bohrung Abhängig von Bewehrungsdichte und Betongüte; Werkzeugverschleiß höher
Anfahrtspauschale 40–90 EUR/Einsatz Entfällt häufig bei mehreren Bohrungen am selben Objekt oder wird pauschaliert
Stundensatz (Regie, z. B. bei unvorhergesehenen Erschwerungen) 65–110 EUR/Stunde Gilt bei unklaren Baugrundbedingungen oder nachträglichen Änderungen

Die genannten Preise sind Richtwerte für Deutschland im Jahr 2026 und können je nach Region, Auftragslage und Betrieb deutlich abweichen. In Ballungsräumen liegen die Preise in der Regel am oberen Rand der Spannen; bei Auftragsvolumen mit mehreren Bohrungen sind Mengenrabatte üblich.

Woran Sie ein gutes Unternehmen für Kernbohrung erkennen

Ein seriöser Kernbohrungsbetrieb zeichnet sich durch technische Kompetenz, transparente Kommunikation und handwerkliche Sorgfalt aus.

  1. Klare Vorabbesichtigung oder Aufnahme der RandbedingungenProfessionelle Betriebe fragen vor der Angebotserstellung nach Wandaufbau, Wandstärke, Bewehrungssituation und Zugänglichkeit. Wer ein verbindliches Pauschalangebot ohne diese Informationen abgibt, kalkuliert entweder zu grob oder plant Nachforderungen ein.
  2. Erfahrung mit dem jeweiligen Material und DurchmesserNicht jeder Betrieb ist für alle Durchmesser und Materialien gleich gut ausgerüstet. Fragen Sie gezielt, ob das Unternehmen regelmäßig Bohrungen in Stahlbeton, Naturstein oder dem bei Ihnen vorliegenden Material durchführt.
  3. Professionelles Diamantwerkzeug und gepflegter MaschinenparkHochwertige Diamantkernbohrkronen und standfeste Bohrständer sind Voraussetzung für maßhaltige, erschütterungsarme Ergebnisse. Auf Baustellen oder bei Besichtigungsterminen lässt sich der Pflegezustand des Geräts gut einschätzen.
  4. Schriftliches Angebot mit LeistungsbeschreibungEin seriöses Angebot enthält mindestens Anzahl und Durchmesser der Bohrungen, Wandstärke, Material, Angaben zur Nassbohrung und Wasserentsorgung sowie Anfahrtskosten. Angebote ohne diese Positionen laden zu Missverständnissen ein.
  5. Kompetente Einschätzung zur Statik und BewehrungsortungVor einer Bohrung in tragenden Bauteilen sollte der Betrieb auf die Notwendigkeit einer statischen Prüfung hinweisen und bei Bedarf eine Bewehrungsortung mit Radar oder Covermetertechnik anbieten oder organisieren. Wer diese Fragen nicht stellt, handelt fahrlässig.
  6. Nachvollziehbare Referenzen oder BewertungenErfahrungsberichte anderer Auftraggeber, idealerweise aus vergleichbaren Projekten, geben Hinweise auf Zuverlässigkeit und Qualität. Achten Sie dabei auf spezifische Beschreibungen der Leistung, nicht nur auf allgemeine Sternbewertungen.

Angebote richtig vergleichen

Ein vollständiges Angebot für Kernbohrungsarbeiten muss Anzahl, Durchmesser und Tiefe der Bohrungen, das zu bohrende Material, die Pauschale oder den Stundensatz, Angaben zur Wasserhaltung bei Nassbohrung, die Entsorgung des Bohrkerns sowie die Anfahrtskosten ausweisen. Fehlen einzelne dieser Positionen, ist der Vergleich mit anderen Angeboten nicht aussagekräftig und spätere Nachforderungen für Wasseranschluss, Kernentsorgung oder Fahrzeit sind vorprogrammiert. Achten Sie auch darauf, ob die Bohrung inklusive oder exklusive einer eventuell notwendigen Bewehrungsortung kalkuliert ist.

Für ein einzelnes Vorhaben mit wenigen Bohrungen sind zwei bis drei Vergleichsangebote sinnvoll. Bei größeren Projekten mit vielen Bohrungen oder besonderen Materialien, etwa Stahlbeton mit hoher Bewehrungsdichte oder Natursteinwände, empfehlen sich mindestens drei Angebote, damit Sie die Kalkulation der Betriebe einordnen können. Vergleichen Sie immer den Gesamtpreis inkl. Anfahrt und Nebenleistungen, nicht nur den Preis je Bohrung.

Häufige Fragen

Was ist eine Kernbohrung?

Eine Kernbohrung ist ein Verfahren, bei dem mit einem hohlzylindrischen, diamantbesetzten Werkzeug eine kreisrunde Öffnung in Beton, Mauerwerk oder andere Baustoffe gebohrt wird. Anders als das Hämmern oder Stemmen entstehen dabei saubere, maßhaltige Bohrungen ohne Risse oder Ausbrüche im umliegenden Material. Das Verfahren wird eingesetzt, wenn durch Wände, Decken oder Böden Rohre, Leitungen oder Kanäle geführt werden sollen.

Was kostet eine Kernbohrung?

Die Kosten für eine Kernbohrung richten sich vor allem nach Durchmesser, Wandstärke und Material. Eine Standardbohrung mit 100 bis 150 mm Durchmesser in Mauerwerk bis 30 cm Wandstärke kostet typischerweise zwischen 80 und 200 EUR je Bohrung, ohne Anfahrt. In Stahlbeton oder bei größeren Durchmessern steigt der Preis entsprechend. Hinzu kommt häufig eine Anfahrtspauschale von 40 bis 90 EUR.

Was kostet eine Kernbohrung 150 mm?

Eine Kernbohrung mit 150 mm Durchmesser, wie sie für Dunstabzugshauben oder Lüftungsanlagen benötigt wird, liegt bei einer Wandstärke bis 30 cm in der Regel zwischen 100 und 200 EUR je Bohrung. In Stahlbeton oder bei größeren Wandstärken können Aufpreise von 30 bis 80 EUR hinzukommen. Der genaue Preis hängt auch von der Zugänglichkeit und der Anfahrt des Betriebs ab.

Was kostet eine Kernbohrung 100 mm?

Für eine Kernbohrung mit 100 mm Durchmesser in Mauerwerk oder Leichtbeton bis 30 cm Wandstärke sind Preise zwischen 80 und 160 EUR je Bohrung üblich. Bei Stahlbeton oder größeren Tiefen ist mit Aufpreisen zu rechnen. Beachten Sie, dass bei einzelnen Bohrungen die Anfahrtspauschale den Gesamtpreis spürbar erhöht.

Was kostet eine Kernbohrung 200 mm?

Eine Kernbohrung mit 200 mm Durchmesser kostet bei normaler Wandstärke bis 30 cm in der Regel zwischen 140 und 260 EUR je Bohrung. Dieser Durchmesser wird etwa für größere Rohrdurchführungen, Kaminanschlüsse oder Lüftungskanäle benötigt. Mit jeder zusätzlichen Wandstärke von 10 cm und bei Bewehrung steigen die Kosten weiter.

Wer macht Kernbohrungen für eine Dunstabzugshaube?

Kernbohrungen für die Außenwanddurchführung einer Dunstabzugshaube werden von spezialisierten Kernbohrungsunternehmen ausgeführt. Benötigt wird in der Regel eine Bohrung mit 100 bis 160 mm Durchmesser, abhängig vom gewählten Abluftsystem. Installateure und Küchenstudios vermitteln gelegentlich entsprechende Betriebe, Sie können aber auch direkt über ein Branchenbuch suchen und Angebote einholen.

Wer macht Kernbohrungen für einen Kamin?

Für die Durchführung eines Systemschornsteins oder Kaminrohrs durch Außenwände oder Decken sind Kernbohrungsunternehmen die richtigen Ansprechpartner. Der benötigte Durchmesser liegt je nach Schornsteinsystem häufig zwischen 150 und 250 mm. Den Schornstein oder Kaminofen selbst installiert in der Regel der Schornsteinfeger oder ein Ofenbauer, nicht das Kernbohrungsunternehmen.