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Entkernung

Entkernungsbetriebe entfernen den Innenausbau von Gebäuden vollständig oder teilweise, bevor ein Umbau, eine Sanierung oder ein Abriss beginnt. Beauftragt werden sie, wenn tragende Strukturen erhalten bleiben, aber Wände, Decken, Böden, Installationen und Einbauten rückgebaut werden müssen.

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Was gehört zur Entkernung?

Ein Entkernungsbetrieb baut den nicht tragenden Innenausbau eines Gebäudes systematisch zurück. Dazu gehören das Herausreißen von Trockenbauwänden, abgehängten Decken und Estrich, das Entfernen von Fliesen, Bodenbelägen und Dämmmaterial sowie das Freilegen von Rohinstallationen in Wand und Boden. Ziel ist es, ein Gebäude auf seinen strukturellen Rohzustand zurückzuführen, damit nachfolgende Gewerke ungehindert arbeiten können.

Typische Auftragslagen sind Bestandsgebäude, die kernsaniert werden sollen, Gewerbeimmobilien nach Mieterwechsel mit umfangreichem Rückbau sowie Wohngebäude aus den 1950er bis 1980er Jahren, bei denen schadstoffbelastete Materialien wie Asbest, Mineralwolle älterer Generation oder PAK-haltige Kleber vor der eigentlichen Baumaßnahme zu entfernen sind. Auch Teilerneuerungen, etwa der Rückbau einzelner Sanitärbereiche oder die Vorbereitung für neue Leitungsführungen, zählen zum Alltag.

Die Entkernung grenzt sich vom klassischen Abbruch dadurch ab, dass das Gebäude oder zumindest seine tragende Konstruktion erhalten bleibt. Schadstoffsanierung ist ein eigenständiges Fachgebiet, das lizenzierte Spezialbetriebe voraussetzt und oft parallel zur Entkernung oder vorgelagert beauftragt wird. Entsorgung und Transport des Abbruchmaterials können im Leistungsumfang des Entkernungsbetriebs enthalten sein, müssen aber ausdrücklich vereinbart werden, da manche Betriebe ausschließlich den Rückbau selbst übernehmen.

Leistungen im Überblick

Entkernungsbetriebe decken je nach Projektgröße ein breites Spektrum an Rückbauarbeiten ab.

  • Komplettentkernung von WohngebäudenAlle nicht tragenden Bauteile eines Wohngebäudes werden systematisch demontiert und abtransportiert. Dazu zählen Innenwände, Deckenbekleidungen, Bodenaufbauten, Türen, Fensterrahmen und sämtliche Einbauten.
  • Teilentkernung einzelner BereicheAuf Wunsch werden nur bestimmte Geschosse, Raumgruppen oder Bauteile rückgebaut, etwa ein einzelnes Badezimmer oder der Küchenbereich. Diese Variante ist üblich bei laufendem Betrieb oder bewohnten Gebäuden.
  • Rückbau von TrockenbauinstallationenStänderwände, abgehängte Decken und Vorsatzschalen aus Gipskarton werden demontiert und die Unterkonstruktionen entfernt. Dabei wird auf vorhandene Leitungsführungen Rücksicht genommen, die vor dem Rückbau zu dokumentieren sind.
  • Estrich- und BodenbelagsentfernungSchwimmendem Estrich, Verbundestrich, Fliesen und Klebeparkett werden mechanisch oder maschinell abgefräst beziehungsweise aufgebrochen. Der Untergrund wird für den neuen Bodenaufbau vorbereitet.
  • Demontage von InstallationenRohrleitungen, Elektroinstallationen und Heizungsverteiler werden ausgebaut und für die Entsorgung vorbereitet. Flüssigkeiten in Heizungsrohren und Klimaanlagen müssen fachgerecht abgelassen werden, bevor der Rückbau beginnt.
  • Materialentsorgung und ContainerdienstMineralischer Bauschutt, Holzabfälle und gemischte Baustoffe werden sortenrein oder gemischt in Containern abtransportiert. Die ordnungsgemäße Entsorgung nach Abfallschlüssel ist Pflicht und schlägt sich im Angebotspreis nieder.
  • Vorbereitung für SchadstoffsanierungVor dem Beginn der eigentlichen Entkernung wird häufig eine Schadstoffanalyse beauftragt, um asbest- oder PAK-haltige Materialien zu identifizieren. Der Entkernungsbetrieb koordiniert in diesen Fällen die Abfolge mit dem Schadstoffsanierer oder vermittelt einen geeigneten Subunternehmer.

Was kostet eine Entkernung?

Entkernungsarbeiten werden überwiegend nach Einheitspreis je Quadratmeter Nutzfläche oder je Raumeinheit abgerechnet, bei kleinen Einzelleistungen auch nach Stunden. Preistreiber sind der Schadstoffgehalt der Materialien, die Zugänglichkeit der Baustelle sowie die erforderliche Entsorgungsleistung.

LeistungRichtpreisWas den Preis bestimmt
Komplettentkernung Wohngebäude 25-55 EUR/m2 Abhängig von Ausbauqualität, Baujahr und Entsorgungsumfang
Estrich entfernen 15-35 EUR/m2 Verbundestrich günstiger als Heizestrich mit Dämmung darunter
Trockenbauwände demontieren 8-20 EUR/m2 Einfachbeplankung günstiger, schadstoffhaltige Baustoffe teurer
Fliesen entfernen 12-28 EUR/m2 Großformatige Fliesen oder mehrlagige Verklebungen erhöhen den Aufwand
Containerentsorgung Bauschutt 180-320 EUR pro Container (7 m3) Sortenreine Trennung senkt Entsorgungskosten, Schadstoffe separat
Stundenlohn Entkernungstrupps 45-75 EUR/Stunde Bei Kleinleistungen oder schwer kalkulierbaren Einzelpositionen

Die genannten Preise sind Richtwerte auf Basis marktüblicher Angebote in Deutschland. Regional, insbesondere in Großstädten wie München, Hamburg oder Stuttgart, können die Preise deutlich über den genannten Spannen liegen.

Woran Sie eine gute Firma für Entkernung erkennen

Ein seriöser Entkernungsbetrieb zeichnet sich durch transparente Kalkulation, nachweisbare Qualifikationen und klare Verantwortlichkeiten aus.

  1. Schadstoffkompetenz und NachweiseFragen Sie nach dem Umgang mit Asbest und anderen Schadstoffen. Ein qualifizierter Betrieb benennt entweder eine eigene Asbestzulassung nach TRGS 519 oder einen Kooperationspartner und klärt die Zuständigkeit schriftlich im Angebot.
  2. Detailliertes schriftliches AngebotDas Angebot sollte Rückbauumfang, Entsorgungsweg und Containerleistungen als separate Positionen ausweisen. Pauschalangebote ohne Positionsaufschlüsselung machen Nachträge wahrscheinlicher.
  3. EntsorgungsnachweiseVerlangen Sie die Vorlage von Entsorgungsnachweisen aus früheren Projekten oder zumindest die Benennung der Entsorgungsanlage. Betriebe, die Material nicht nachvollziehbar entsorgen, haften unter Umständen für illegale Deponierung.
  4. Referenzen vergleichbarer ProjekteFragen Sie nach zwei bis drei abgeschlossenen Projekten ähnlicher Größenordnung. Referenzkontakte, die Sie direkt anrufen können, sind aussagekräftiger als Fotos auf der Website.
  5. Baustellenbesichtigung vor AngebotserstellungEin seriöser Betrieb besichtigt das Objekt persönlich, bevor er ein Angebot abgibt. Fernofferten ohne Ortsbegehung enthalten regelmäßig Lücken, die auf der Rechnung erscheinen.
  6. Haftpflicht- und BetriebsversicherungLassen Sie sich die Betriebshaftpflichtversicherung vorlegen. Bei Entkernungsarbeiten in bewohnten oder teilbewohnten Gebäuden ist ein ausreichend hoher Deckungsumfang für Sach- und Folgeschäden besonders wichtig.

Angebote richtig vergleichen

Ein vollständiges Angebot für Entkernungsarbeiten muss den Rückbauumfang nach Gewerken getrennt ausweisen, also mindestens Trockenbau, Bodenaufbauten, Installationen und Entsorgung als separate Positionen. Fehlen die Entsorgungskosten oder sind sie nur pauschal angesetzt, entstehen dort regelmäßig Nachforderungen. Auch die Frage, wer für die Strom- und Wasserversorgung auf der Baustelle aufkommt, sollte vorab geregelt sein.

Einholen sollten Sie mindestens drei Angebote, wobei alle Betriebe dieselbe Leistungsbeschreibung erhalten müssen, damit die Preise vergleichbar sind. Weicht ein Angebot nach unten stark ab, prüfen Sie, ob Entsorgungsleistungen fehlen oder Schadstoffe ausgeklammert wurden. Ein ungewöhnlich günstiges Angebot bedeutet in der Praxis häufig entweder fehlende Positionen oder eine Kalkulation, die Nachträge einplant.

Häufige Fragen

Was kostet eine Entkernung pro Quadratmeter?

Eine Komplettentkernung kostet je nach Ausbaustandard und Region zwischen 25 und 55 EUR je Quadratmeter Nutzfläche. Einzel-Leistungen wie Estrich entfernen liegen bei 15 bis 35 EUR/m2, Trockenbauwände demontieren bei 8 bis 20 EUR/m2. Schadstoffe wie Asbest, die gesondert entsorgt werden müssen, sind in diesen Preisen nicht enthalten und werden separat beauftragt.

Was kostet die Entkernung eines Hauses insgesamt?

Bei einem typischen Einfamilienhaus mit 100 bis 150 Quadratmetern Wohnfläche und vollem Rückbau des Innenausbaus sollten Sie mit Gesamtkosten zwischen 5.000 und 15.000 EUR rechnen, je nach Baujahr, Materialien und Entsorgungsaufwand. Altbauten aus den 1960er bis 1970er Jahren mit mehrlagigen Bodenaufbauten, Asbestplatten oder PAK-haltigem Klebstoff liegen an der oberen oder über der genannten Spanne. Holen Sie immer einen individuellen Kostenvoranschlag ein, da der tatsächliche Aufwand stark vom Zustand des Gebäudes abhängt.

Was kostet eine Entkernung in Stuttgart?

In Stuttgart und dem Stuttgarter Umland liegen die Marktpreise für Entkernungsarbeiten erfahrungsgemäß im oberen Bereich der deutschlandweiten Spannen, also eher bei 40 bis 65 EUR/m2 für Komplettleistungen. Grund sind höhere Lohn- und Entsorgungskosten sowie die hohe Auslastung von Baubetrieben in der Region. Ein verbindliches Angebot erhalten Sie nur nach Besichtigung des Objekts.

Was braucht man, um eine Entkernungsfirma zu gründen?

Für einen Entkernungsbetrieb ist in Deutschland ein zulassungsfreies Gewerbe bei der zuständigen Behörde anzumelden, da Abriss- und Entkernungsarbeiten nicht der Handwerksordnung als zulassungspflichtiges Handwerk unterliegen. Wer jedoch Asbestsanierung anbieten möchte, benötigt eine behördliche Erlaubnis nach TRGS 519, eine entsprechend geschulte Fachkraft sowie eine Betriebshaftpflichtversicherung. Darüber hinaus sind eine Mitgliedschaft im Abfallnachweissystem, geeignete Maschinen und ausreichend qualifiziertes Personal Voraussetzung für einen geordneten Betrieb.

Wie lange dauert die Entkernung eines Hauses?

Bei einem Einfamilienhaus mit 100 bis 150 Quadratmetern und einem erfahrenen Trupp von drei bis vier Personen dauert eine Komplettentkernung in der Regel zwei bis fünf Arbeitstage. Die Dauer verlängert sich durch schwer zugängliche Bereiche, schadstoffhaltige Materialien, die besondere Schutzmaßnahmen erfordern, oder wenn umfangreiche Installationen in Wand und Boden liegen. Container-Stellung und Abtransport sollten bei der Zeitplanung mit eingeplant werden.

Muss vor der Entkernung eine Schadstoffuntersuchung gemacht werden?

Bei Gebäuden, die vor 1990 errichtet wurden, ist eine Schadstoffuntersuchung durch ein akkreditiertes Labor oder einen Sachverständigen vor Beginn der Entkernungsarbeiten dringend empfehlenswert. Asbest war bis 1993 in Deutschland in vielen Bauprodukten enthalten, darunter Wellplatten, Fußbodenkleber, Nachtstromspeicherheizungen und Fliesenmörtel. Werden asbesthaltige Materialien unsachgemäß bearbeitet, drohen empfindliche Bußgelder und eine Haftung für Entsorgungskosten.

Wer übernimmt die Entsorgung des Abbruchmaterials?

Die Entsorgung kann je nach Vertragsgestaltung beim Entkernungsbetrieb oder beim Auftraggeber liegen, weshalb dieser Punkt im Angebot ausdrücklich geregelt sein muss. Viele Betriebe bieten Entsorgung als eigene Position an und weisen den Container-Service separat aus. Klären Sie vorab, ob mineralischer Bauschutt, Holz und Sondermüll sortenrein getrennt werden müssen, da dies die Entsorgungskosten erheblich beeinflusst.