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Stahlbau

Stahlbaubetriebe planen, fertigen und montieren tragende Konstruktionen aus Stahl – von Hallen und Brücken bis hin zu Treppenanlagen und Fassadenkonstruktionen. Beauftragt wird ein Stahlbaubetrieb überall dort, wo Konstruktionen hohe Lasten aufnehmen, große Spannweiten überbrücken oder in kurzer Bauzeit errichtet werden müssen.

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Was macht ein Stahlbauer?

Stahlbaubetriebe übernehmen die werksseitige Fertigung und die anschließende Montage von Stahlkonstruktionen auf der Baustelle. Zum Leistungsumfang gehören die Werkstattplanung (Ausführungszeichnungen und Stücklisten), der Zuschnitt und das Schweißen der Einzelbauteile sowie der Transport und die Montage mit Kran. Viele Betriebe bieten darüber hinaus den korrosionsschützenden Anstrich oder die Feuerverzinkung der Bauteile an, bevor diese ausgeliefert werden.

Typische Aufträge umfassen Stahlhallen für Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft, Überdachungen und Vordächer, Stahlskelettbauten für Parkhäuser oder Produktionsgebäude, Stahltreppen und Geländer sowie Brücken und Stege. Auch Verstärkungskonstruktionen im Bestand – etwa wenn ein Geschoss aufgestockt oder eine Decke durchbrochen wird – fallen in den Aufgabenbereich des Stahlbaus.

Von verwandten Gewerken grenzt sich der Stahlbau wie folgt ab: Der Schlosser oder Metallbauer fertigt kleinteilige Bauteile wie Tore, Geländer oder Fensterkonstruktionen, übernimmt aber keine großformatigen Tragwerke. Der Betonbauer oder Rohbauer errichtet Fundamente und Massivbauteile, auf die der Stahlbau dann aufsetzt. Die statische Berechnung des Tragwerks obliegt dem Tragwerksplaner oder Statiker – der Stahlbaubetrieb setzt diese Planung in Stahl um, erstellt aber in der Regel keine eigenständige Standsicherheitsberechnung.

Leistungen im Überblick

Stahlbaubetriebe decken je nach Betriebsgröße den gesamten Leistungsweg von der Werkstattplanung bis zur montierten Konstruktion ab.

  • Stahlhallen und HallenbautenPlanung, Fertigung und Montage von Stahlskeletten für Industrie-, Gewerbe- und Lagerhallen. Die Konstruktion umfasst Stützen, Binder, Pfetten und die Aussteifung des Gesamttragwerks.
  • Stahlskelettbau und TragwerkeMehrstöckige Stahlskelettbauten für Parkhäuser, Bürogebäude oder Produktionsstätten. Die Stahlkonstruktion wird nach statischen Vorgaben im Werk vorgefertigt und auf der Baustelle verschraubt oder geschweißt.
  • Stahltreppen und GeländerFertigung und Einbau von geradläufigen, gewendelten oder mehrläufigen Treppen aus Stahl, oft kombiniert mit Holzstufen oder Gitterrosten. Dazu gehören Handläufe und Geländerkonstruktionen für Innen- und Außenbereiche.
  • Überdachungen und VordächerStahlunterkonstruktionen für Carports, Terrassenüberdachungen, Bahnsteigdächer oder Eingangsüberdachungen. Die Eindeckung mit Glas, Polycarbonat oder Trapezblech wird häufig in Nachunternehmerschaft vergeben.
  • Verstärkungen und Umbauten im BestandEinbau von Stahlträgern beim Abbruch tragender Wände, Verstärkung von Decken oder Stützen sowie Aufstockkonstruktionen. Diese Arbeiten erfordern enge Abstimmung mit dem Statiker und dem ausführenden Rohbauer.
  • Brücken, Stege und SonderkonstruktionenFertigung und Montage von Fußgänger- und Radwegbrücken, Industriestegen sowie Sonderkonstruktionen wie Bühnen, Kranbahnträgern oder Maschinenfundamenten aus Stahl.
  • Korrosionsschutz und OberflächenbehandlungStrahlentrostung, Grundbeschichtung und Deckbeschichtung nach DIN EN ISO 12944 oder Feuerverzinkung nach DIN EN ISO 1461. Viele Betriebe führen dies im eigenen Werk vor der Auslieferung durch.

Was kostet Stahlbau?

Die Preise im Stahlbau setzen sich aus Materialkosten (Stahlpreis je Tonne), Lohnkosten für Fertigung und Montage sowie Nebenleistungen wie Korrosionsschutz und Kraneinsatz zusammen. Entscheidend für die Höhe des Angebots sind die Tonnage des Tragwerks, die Komplexität der Verbindungen und die Zugänglichkeit der Baustelle.

LeistungRichtpreisWas den Preis bestimmt
Montagestunden Stahlbaumonteur 65-90 EUR/Stunde Regionaler Lohntarif, Qualifikation und Auslastung des Betriebs
Stahlhalle (einfacher Binder, komplett montiert) 180-320 EUR/m2 Grundfläche Spannweite, Traufhöhe, Aussteifungsaufwand und Ausstattungsgrad
Stahltreppe (geradläufig, inkl. Einbau) 2.500-6.500 EUR je Treppe Anzahl Stufen, Material der Stufenauflage, Geländerausführung
Stahlträger einbauen (IPE/HEA, inkl. Montage) 800-2.200 EUR/lfd. m Querschnittsgröße, Einbausituation, Kranerfordernis im Bestand
Korrosionsschutz (Strahlen und 2-Schicht-Beschichtung) 8-18 EUR/m2 Bauteiloberfläche Korrosivitätskategorie nach DIN EN ISO 12944, Schichtdicke
Stahlkonstruktion nach Gewicht (geliefert und montiert) 3.200-5.500 EUR/Tonne Komplexität der Verbindungen, Schweißnahtanteil, Transportweg

Alle Angaben sind Orientierungswerte auf Basis üblicher Marktpreise in Deutschland 2026 und können je nach Bundesland, Betriebsgröße und aktueller Stahlpreisentwicklung deutlich abweichen. Holen Sie mindestens drei detaillierte Angebote ein, bevor Sie einen Auftrag vergeben.

Woran Sie einen guten Stahlbauer erkennen

Ein qualifizierter Stahlbaubetrieb weist seine Kompetenz durch Zertifizierungen, konkrete Referenzen und transparente Angebotsunterlagen nach.

  1. Schweißzertifizierung nach DIN EN 1090Seit 2014 müssen tragende Stahlbauteile für den europäischen Markt nach DIN EN 1090 zertifiziert sein. Fragen Sie gezielt nach der Herstellerzertifizierung und der Ausführungsklasse (EXC), die der Betrieb abdeckt.
  2. Erfahrung mit vergleichbaren ProjektenEin seriöser Betrieb nennt Referenzprojekte ähnlicher Größenordnung und ermöglicht auf Wunsch eine Besichtigung oder stellt Kontakt zum Auftraggeber her. Allgemeine Aussagen ohne konkrete Beispiele sind ein Warnsignal.
  3. Eigene WerkstattkapazitätBetriebe mit eigenem Fertigungswerk haben mehr Kontrolle über Qualität und Terminplanung als reine Montageunternehmen. Fragen Sie, ob die Bauteile selbst gefertigt oder zugekauft werden.
  4. Klare Schnittstellen zur StatikEin guter Betrieb klärt vorab, wer die Tragwerksplanung und die Werkstattzeichnungen erstellt und wer die Prüfingenieurleistung organisiert. Unklare Zuständigkeiten bei der Statik führen regelmäßig zu Nachträgen.
  5. Vollständige AngebotsunterlagenDas Angebot sollte Materialspezifikation (Stahlgüte, Querschnitte), Korrosionsschutzumfang, Montageleistungen und Zahlungsplan enthalten. Fehlen diese Positionen, ist ein Vergleich mit anderen Angeboten kaum möglich.
  6. Betriebshaftpflicht und UnfallversicherungLassen Sie sich die Betriebshaftpflichtversicherung schriftlich bestätigen. Stahlbauarbeiten mit Kraneinsatz und Höhenarbeit haben ein erhöhtes Schadenspotenzial – unzureichend versicherte Betriebe sind ein erhebliches Risiko für den Auftraggeber.

Angebote richtig vergleichen

Ein vollständiges Angebot eines Stahlbaubetriebs muss die Stahlmenge in Kilogramm oder Tonnen, die Stahlgüte (z. B. S235 oder S355), den Korrosionsschutzumfang mit Schichtsystem und Schichtdicke, die Montageleistung einschließlich Kraneinsatz sowie etwaige Zulageposten für Höhenarbeit oder Abbruchleistungen im Bestand ausweisen. Achten Sie außerdem darauf, ob die Werkstattplanung und Ausführungszeichnungen im Preis enthalten sind oder gesondert berechnet werden – dieser Posten wird häufig unterschätzt und kann bei komplexen Projekten einen fünfstelligen Betrag ausmachen.

Typische Kostenfallen entstehen, wenn Angebote die Fundamentarbeiten, die Baugrubensicherung oder die Lieferung von Einbauteilen (Ankerschienen, Schraubanker) nicht berücksichtigen. Auch der Abtransport von Altstahlkonstruktionen bei Umbaumaßnahmen fehlt oft im Erstangebot. Holen Sie mindestens drei Angebote von Betrieben ein, die mit vergleichbaren Projekten nachweislich Erfahrung haben, und stellen Sie sicher, dass alle Angebote auf derselben Leistungsbeschreibung oder demselben Leistungsverzeichnis basieren – nur dann ist ein echter Preisvergleich möglich.

Häufige Fragen

Welche Software nutzen Stahlbaubetriebe für die Statik, und gibt es kostenlose Optionen?

Für die Tragwerksplanung im Stahlbau werden in Deutschland häufig Programme wie RFEM, RSTAB (Dlubal), SOFiSTiK oder Tekla Structural Designer eingesetzt. Kostenlose Vollversionen für den beruflichen Einsatz sind bei diesen professionellen Programmen nicht verfügbar; einige Anbieter stellen jedoch Studentenlizenzen oder zeitlich begrenzte Testlizenzen bereit. Für überschaubare Nachweise bietet das Programm Kooltools oder der freie Online-Querschnittsrechner von Dlubal einzelne kostenlose Module an – diese ersetzen jedoch keine vollwertige Statik-Software.

Gibt es kostenlose Software für Stahlbau-Statik, die auch für kleinere Betriebe geeignet ist?

Vollständig kostenlose Statikprogramme für den Stahlbau, die alle Nachweise nach Eurocode 3 abdecken, existieren am Markt kaum. Das Programm Frame3DD ist ein quelloffenes Tool für einfache räumliche Stabwerke, eignet sich aber nicht für den Nachweis nach deutschen Normen ohne erheblichen Mehraufwand. Für kleine Betriebe mit gelegentlichem Bedarf lohnt sich der Vergleich von Einstiegslizenzen kommerzieller Anbieter, die mitunter unter 100 EUR pro Monat im Abonnement angeboten werden.

Was kostet eine Kernbohrung in Stahlbeton, wenn im Zuge von Stahlbauarbeiten Durchbrüche nötig sind?

Kernbohrungen in Stahlbeton kosten je nach Durchmesser und Wandstärke in der Regel zwischen 80 und 300 EUR pro Bohrung, zuzüglich Anfahrt und Bewehrungsortung. Stahlbaubetriebe vergeben Kernbohrungen in der Regel an spezialisierte Kernbohrunternehmen als Nachunternehmerleistung – die Koordination und Abrechnung läuft dann über den Stahlbauer. Klären Sie vorab, ob diese Leistung im Angebot enthalten ist oder separat beauftragt werden muss.

Wie lange dauert die Fertigung und Montage einer Stahlhalle?

Eine einfache einschiffige Stahlhalle bis 500 m2 Grundfläche hat eine Fertigungszeit von vier bis acht Wochen im Werk, gefolgt von einer Montagezeit von ein bis zwei Wochen auf der Baustelle. Komplexere Konstruktionen, Sonderfertigungen oder knappe Kapazitäten beim Betrieb können die Gesamtdauer auf drei bis sechs Monate verlängern. Planen Sie die Beauftragung rechtzeitig, da gut ausgelastete Betriebe Vorlaufzeiten von mehreren Monaten haben können.

Brauche ich für eine Stahlkonstruktion eine Baugenehmigung?

Ob eine Baugenehmigung erforderlich ist, hängt von der Art der Konstruktion, ihrer Größe und dem jeweiligen Landesbaurecht ab. Tragende Stahlkonstruktionen, die ein Gebäude errichten oder wesentlich verändern, sind in der Regel genehmigungspflichtig. Der Stahlbaubetrieb kann Ihnen sagen, welche statischen Unterlagen er beisteuert – die Genehmigung selbst muss der Bauherr oder ein von ihm beauftragter Planer beantragen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Stahlbauer und einem Metallbauer?

Stahlbauer fertigen und montieren großformatige tragende Konstruktionen wie Hallen, Brücken oder Skelettbauten. Metallbauer (früher: Schlosser) sind auf kleinteilige Bauteile spezialisiert, etwa Tore, Geländer, Fensterkonstruktionen oder Fassadenelemente. Bei Projekten, die beides erfordern – zum Beispiel eine Halle mit integrierter Innentreppe und Toren – werden häufig beide Gewerke parallel beauftragt.

Wer ist für die statische Berechnung einer Stahlkonstruktion zuständig?

Die Tragwerksplanung und den statischen Nachweis erstellt ein zugelassener Tragwerksplaner oder Bauingenieur, nicht der ausführende Stahlbaubetrieb. Manche größere Stahlbauunternehmen beschäftigen eigene Statiker und bieten die Berechnung als Paketleistung an – fragen Sie dies beim Angebot explizit ab. Bei genehmigungspflichtigen Bauvorhaben muss die Statik in der Regel von einem anerkannten Prüfingenieur geprüft werden.