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Rohbauunternehmen

Rohbauunternehmen errichten das tragende Grundgerüst eines Gebäudes: Fundament, Wände, Decken und Treppe bis zum Rohbauabschluss. Sie werden beauftragt, wenn ein Neubau, ein Anbau oder eine umfangreiche Erweiterung realisiert werden soll und die tragenden Strukturen aus Mauerwerk, Beton oder einer Kombination beider Baustoffe erstellt werden müssen.

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Was macht ein Rohbauunternehmen?

Ein Rohbauunternehmen übernimmt alle Arbeiten, die nötig sind, damit ein Gebäude seinen statisch tragenden Zustand erreicht. Dazu gehören Erdarbeiten für das Fundament, das Betonieren der Bodenplatte oder des Kellers, das Aufmauern oder Schalen der Außen- und Innenwände sowie das Herstellen der Geschossdecken. Ziel ist der sogenannte Rohbauzustand: Das Gebäude steht, ist wind- und wasserdicht durch ein aufgesetztes Dach, hat aber noch keine Dämmung, keinen Innenputz, keine Haustechnik und keinen Estrich.

Typische Auftragslagen sind Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, Gewerbebauten sowie Anbauten und Aufstockungen im Bestand. Rohbauunternehmen arbeiten häufig auf Basis von Ausführungsplänen des Architekten und in enger Abstimmung mit der Bauleitung. Bei größeren Projekten koordinieren sie auch Nachunternehmer für Spezialleistungen wie Ramm- oder Spezialtiefbauarbeiten.

Von benachbarten Gewerken grenzt sich der Rohbau klar ab: Der Zimmerer übernimmt das Dachtragwerk aus Holz, der Dachdecker schließt die Dachhaut, und Haustechniker für Heizung, Sanitär und Elektro beginnen erst nach dem Rohbauabschluss mit ihren Vorinstallationen. Erdarbeiten werden je nach Betrieb entweder selbst ausgeführt oder an spezialisierte Tiefbauunternehmen vergeben. Die Grenze liegt im Regelfall dort, wo die Betonage der Bodenplatte beginnt.

Leistungen im Überblick

Rohbauunternehmen decken alle Gewerke ab, die vom Aushub bis zum fertigen Rohbaukörper anfallen.

  • Erdarbeiten und FundamentherstellungDer Baugrubenaushub und das Herstellen von Streifenfundamenten oder einer Fundamentplatte bilden die Basis jedes Rohbaus. Dabei wird die Gründungstiefe nach statischen und bodenmechanischen Vorgaben festgelegt.
  • Keller- und UntergeschossbauKellergeschosse werden je nach Planung in Schalbetonbauweise oder aus Mauerwerk errichtet und mit einer Abdichtung gegen Feuchtigkeit versehen. Die Wahl zwischen Weiße Wanne und Schwarzer Wanne beeinflusst Aufwand und Kosten erheblich.
  • MauerwerksbauAußen- und Innenwände werden aus Porenbeton, Kalksandstein, Ziegel oder anderen zugelassenen Wandbaustoffen aufgemauert. Die Auswahl des Baustoffs richtet sich nach Wärmeschutzanforderungen, Statik und Bauherrnwunsch.
  • Stahlbeton- und SchalarbeitenDecken, Stürze, Ringanker und Treppen werden in Ortbetonbauweise hergestellt oder als Fertigteilelemente eingebaut. Schalungsarbeiten erfordern präzise Planung, da Fehler im Beton nach dem Ausschalen kaum korrigierbar sind.
  • Geschossdecken und TreppenanlagenMassivdecken aus Stahlbeton, Elementdecken oder Rippendecken trennen die Geschosse und übertragen Lasten in die darunter liegenden Wände. Treppen aus Beton oder Fertigteilen werden in dieser Phase eingebaut oder vorbereitet.
  • Rohbauabnahme und ÜbergabeVor der Übergabe an Folgegewerke wird der Rohbau auf Maßhaltigkeit, Ebenheit und Vollständigkeit geprüft, üblicherweise gemeinsam mit dem Architekten oder der Bauleitung. Dokumentierte Mängel aus dieser Abnahme müssen vor Beginn der Folgearbeiten beseitigt sein.

Was kostet ein Rohbauunternehmen?

Rohbauleistungen werden fast ausschließlich nach Einheitspreisen abgerechnet, also pro Kubikmeter Beton, pro Quadratmeter Mauerwerk oder pro laufendem Meter Schalung. Der Gesamtpreis eines Rohbaus hängt stark von der Gebäudegeometrie, dem gewählten Wandbaustoff, der Untergrundqualität und der regionalen Lohnkostenentwicklung ab.

LeistungRichtpreisWas den Preis bestimmt
Rohbau Einfamilienhaus gesamt (ohne Keller) 800-1.400 EUR/m2 Wohnfläche Abhängig von Grundriss, Geschossanzahl und Ausbaustandard des Rohbaus
Rohbau Einfamilienhaus gesamt (mit Keller) 1.100-1.800 EUR/m2 Wohnfläche Keller erhöht den Preis, da Abdichtung und Erddruckstatik hinzukommen
Mauerwerk aufmauern 60-120 EUR/m2 Preisspanne je nach Baustoff (Porenbeton günstiger, Ziegel teurer) und Wandstärke
Stahlbetondecke herstellen 90-160 EUR/m2 Elementdecken sind oft günstiger als reine Ortbetondecken bei gleicher Nutzlast
Bodenplatte betonieren 80-140 EUR/m2 Inklusive Bewehrung und Abdichtungsfolie; Dämmung unter Platte wird separat berechnet
Kellergeschoss (Weiße Wanne) 500-900 EUR/m2 Kellerfläche Wasserdruckseitige Abdichtung treibt den Preis; Bodenqualität und Grundwasserstand entscheidend

Alle genannten Preise sind Richtwerte für Deutschland 2026 und können je nach Bundesland, Materialpreisstand und Auslastung der Betriebe deutlich abweichen. Insbesondere in Ballungsräumen und in Süddeutschland liegen die tatsächlichen Angebote häufig am oberen Rand der jeweiligen Spanne.

Woran Sie ein gutes Rohbauunternehmen erkennen

Beim Rohbau entscheidet die Qualität der ausführenden Firma über die Tragfähigkeit des gesamten Gebäudes — die Wahl des Unternehmens verdient daher besondere Sorgfalt.

  1. Nachweis vergleichbarer ReferenzprojekteSeriöse Betriebe können Referenzobjekte ähnlicher Größe und Bauart nennen und auf Wunsch Kontaktdaten früherer Auftraggeber angeben. Besichtigen Sie möglichst einen abgeschlossenen Rohbau des Unternehmens, um die Ausführungsqualität direkt zu beurteilen.
  2. Eintrag in die HandwerksrolleRohbauarbeiten dürfen nur von Betrieben ausgeführt werden, die als Maurer- oder Betonbauunternehmen in der Handwerksrolle eingetragen sind. Den Eintrag können Sie über die zuständige Handwerkskammer oder das Handwerksrollenregister prüfen.
  3. Aussagekräftiges Leistungsverzeichnis im AngebotEin professioneller Betrieb legt ein detailliertes Leistungsverzeichnis vor, das Massen, Einheiten und Einheitspreise separat ausweist. Pauschalangebote ohne Positionsaufschlüsselung erschweren den Vergleich und schaffen im Streitfall Auslegungsspielraum zu Lasten des Bauherrn.
  4. Betriebshaftpflicht und BauleistungsversicherungLassen Sie sich den aktuellen Nachweis einer Betriebshaftpflichtversicherung vorlegen, bevor Sie einen Vertrag unterzeichnen. Sinnvoll ist darüber hinaus, im Bauvertrag die Einbeziehung einer Bauleistungsversicherung zu vereinbaren, die Schäden durch unvorhergesehene Ereignisse auf der Baustelle abdeckt.
  5. Klare Angaben zu Kapazität und BauzeitEin gutes Unternehmen benennt verbindlich, ab wann es mit den Arbeiten beginnen kann und bis wann der Rohbauabschluss realistisch erreichbar ist. Betriebe, die auf konkrete Terminaussagen ausweichen, sind häufig überbucht oder unzureichend organisiert.
  6. Transparenz bei NachunternehmernFragen Sie, welche Teile des Auftrags der Betrieb selbst ausführt und welche er an Nachunternehmer weitergibt. Bei Einsatz von Nachunternehmern sollten Qualifikation und Haftung vertraglich geregelt sein, damit Sie als Bauherr nicht zwischen die Fronten geraten.

Angebote richtig vergleichen

Ein seriöses Angebot eines Rohbauunternehmens enthält ein vollständiges Leistungsverzeichnis mit einzeln aufgeführten Positionen: Erdarbeiten, Fundamentbeton mit Bewehrungsangabe, Mauerwerk nach Baustoffart und Wandstärke, Decken nach System und Spannweite sowie Treppenanlagen. Fehlen Positionen wie Aussparungen für Haustechnikdurchführungen, Ringanker, Sturzelemente oder die Baustelleneinrichtung, kommen diese Kosten später als Nachtrag. Besonders häufig fehlen im ersten Angebot die Entsorgungskosten für Aushub und die Bereitstellung von Bauaufzug oder Kran, obwohl diese Posten je nach Projekt mehrere tausend EUR ausmachen können.

Für ein Rohbauvorhaben ab der Größe eines Einfamilienhauses sollten Sie mindestens drei Angebote einholen, um Preisniveau und Leistungsumfang vergleichen zu können. Vergleichbar sind Angebote nur dann, wenn sie auf demselben Leistungsverzeichnis basieren: Bitten Sie alle Betriebe, dasselbe Verzeichnis zu bepreisen, statt freie Angebote entgegenzunehmen. Der niedrigste Preis ist kein verlässliches Auswahlkriterium, solange nicht klar ist, welche Positionen ein Anbieter anders kalkuliert oder weggelassen hat.

Häufige Fragen

Was kostet ein Rohbau?

Die Kosten für einen Rohbau liegen je nach Gebäudetyp, Region und Ausstattungsstandard zwischen 800 und 1.800 EUR pro m2 Wohnfläche. Ein freistehendes Einfamilienhaus mit rund 150 m2 Wohnfläche ohne Keller kostet im Rohbau damit typischerweise zwischen 120.000 und 210.000 EUR. Diese Spanne erklärt sich durch unterschiedliche Wandbaustoffe, Geometrien, Grundwasserverhältnisse und regionale Lohnkostenniveaus. Für eine belastbare Zahl benötigen Sie ein Angebot auf Basis eines konkreten Leistungsverzeichnisses.

Was gehört zum Rohbau?

Zum Rohbau zählen alle tragenden Strukturen eines Gebäudes: Fundament oder Bodenplatte, Kellerwände, Außen- und Innenwände, Geschossdecken, Ringanker, Stürze und Treppen. Nicht zum Rohbau gehören Dachdeckung, Dämmung, Innenputz, Estrich sowie alle Haustechnikgewerke wie Heizung, Sanitär und Elektro. Das Dachtragwerk aus Holz übernimmt der Zimmerer, der damit in der Rohbauphase parallel oder unmittelbar anschließend tätig wird.

Was ist ein Rohbau?

Als Rohbau bezeichnet man den Bauzustand eines Gebäudes, in dem alle tragenden Bauteile fertiggestellt sind, aber noch keine Ausbauarbeiten begonnen haben. Das Gebäude hat zu diesem Zeitpunkt Wände, Decken und in der Regel ein geschlossenes Dach, ist aber noch ohne Dämmung, Putz, Estrich und Haustechnik. Der Rohbau bildet die konstruktive Grundlage, auf der alle weiteren Gewerke aufbauen.

Was kostet ein Rohbau mit Keller und Dach?

Ein Rohbau mit Keller und Dachstuhl kostet für ein typisches Einfamilienhaus mit rund 150 m2 Wohnfläche grob zwischen 180.000 und 300.000 EUR, abhängig von Kellertiefe, Abdichtungsaufwand und Dachkonstruktion. Der Keller allein schlägt je nach Abdichtungssystem mit 50.000 bis 100.000 EUR zu Buche, der Dachstuhl aus Holz liegt für ein durchschnittliches Satteldach bei 15.000 bis 35.000 EUR. Da Dachstuhl und Dachdecker separate Gewerke sind, wird der Rohbauvertrag in der Regel ohne diese Positionen abgeschlossen. Fragen Sie explizit, welche Leistungen Ihr Angebot umfasst.

Was kostet ein Rohbau ohne Keller?

Ein Rohbau ohne Keller ist günstiger, weil aufwendige Abdichtungsarbeiten und der Erddrucknachweis entfallen. Für ein Einfamilienhaus mit rund 150 m2 Wohnfläche auf Bodenplatte rechnen Fachleute mit Rohbaukosten zwischen 120.000 und 210.000 EUR. Die Bodenplatte selbst kostet je nach Größe und Dämmunterlage zwischen 10.000 und 25.000 EUR. Ob eine Unterkellerung wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt vom Grundstück, den Bodenverhältnissen und dem geplanten Nutzungskonzept ab.

Was kostet ein Rohbau pro m2?

Auf die Wohnfläche bezogen liegen die Rohbaukosten in Deutschland 2026 bei etwa 800 bis 1.400 EUR pro m2 ohne Keller und bei 1.100 bis 1.800 EUR pro m2 mit Keller. Diese Kennzahl eignet sich als erste Orientierung, ist aber mit Vorsicht zu verwenden, da einfache Gebäudeformen und große Wohnflächen günstiger pro m2 sind als kleine oder komplexe Grundrisse. Für ein verbindliches Budget ist immer ein detailliertes Angebot auf Basis der Baupläne notwendig.

Was bedeutet Rohbau?

Rohbau bezeichnet sowohl den Bauzustand als auch die Gesamtheit der Arbeiten, die notwendig sind, um das tragende Gerüst eines Gebäudes herzustellen. Im Vertragsrecht und in der Baukostenrechnung umfasst der Begriff alle Leistungen von der Gründung bis zum fertigen Mauerwerk einschließlich Decken, also alles, was vor den Ausbaugewerken liegt. In der Praxis spricht man vom Rohbauabschluss, wenn das Gebäude durch ein aufgesetztes Dach gegen Witterung geschützt ist und die Folgegewerke mit ihrer Arbeit beginnen können.