Zimmerei
Eine Zimmerei übernimmt alle Arbeiten mit Holz am und im Rohbau: vom Dachstuhl über Holzrahmenkonstruktionen bis hin zu Carports, Balkonen und Holztreppen. Wer ein Dach aufrichtet, eine Holzfassade errichten oder einen Dachausbau vornehmen lassen möchte, beauftragt einen Zimmereibetrieb.
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Was macht ein Zimmerer?
Zimmerer sind Fachleute für tragende und nicht tragende Holzkonstruktionen am Gebäude. Ihr Kerngeschäft ist der Dachstuhl: Sie planen und errichten das Tragwerk aus Balken, Sparren und Pfetten, auf dem später Dachdecker die Eindeckung aufbringen. Darüber hinaus bauen Zimmerer Holzrahmen- und Fachwerkbauten, setzen Gauben und Dachfenster ein, dämmen Dachschrägen und verlegen Holzschalungen sowie Unterspannbahnen.
Ein weiteres typisches Auftragsgebiet sind Außenkonstruktionen aus Holz: Carports, überdachte Terrassen, Balkone, Holztreppen und Laubengänge gehören zum Leistungsspektrum vieler Betriebe. Auch der Innenausbau mit Holz — etwa Sichtdachstühle, Wandvertäfelungen oder der Einbau vorgefertigter Holzdecken — wird häufig von Zimmereibetrieben ausgeführt, sofern kein spezialisierter Ausbaubetrieb beauftragt wird.
Abzugrenzen ist die Zimmerei vom Dachdeckerhandwerk: Der Zimmerer stellt das tragende Holztragwerk her, der Dachdecker bringt die wasserdichte Eindeckung auf. Ebenfalls klar getrennt ist die Zimmerei vom Schreiner- bzw. Tischlerhandwerk, das sich auf Möbel, Fenster, Türen und Innenausbauteile konzentriert. Holzrahmenbau und Fertighaus-Montage überschneiden sich dagegen häufig mit dem Zimmererhandwerk, da viele Betriebe beide Leistungen anbieten.
Leistungen im Überblick
Zimmereien decken alle Holzkonstruktionen am Gebäude ab — von der Planung bis zur fertigen Konstruktion.
- DachstuhlPlanung, Vorfertigung und Aufrichtung des Holztragwerks für geneigte Dächer. Der Zimmerer wählt die Konstruktionsart (Sparrendach, Pfettendach, Kehlbalkendach) nach statischen und baulichen Anforderungen.
- HolzrahmenbauErrichtung von Gebäuden oder Aufstockungen in Holzrahmen- oder Holztafelbauweise. Diese Bauweise eignet sich sowohl für Neubauten als auch für Anbauten und Aufstockungen bestehender Gebäude.
- Dachausbau und DämmungEinbau von Kehlbalkenlagen, Dachfenstern, Gauben sowie Zwischensparren- und Aufsparrendämmung. Der Zimmerer koordiniert dabei häufig die Schnittstellen zum Dachdecker und Trockenbauer.
- Carports, Terrassen und VordächerPlanung und Bau von freistehenden oder angebauten Holzkonstruktionen im Außenbereich. Dazu gehören tragende Pfosten-Riegel-Konstruktionen ebenso wie witterungsgeschützte Überdachungen.
- Balkone und HolztreppenKonstruktion und Montage von Holzbalkonen mit Unterkonstruktion sowie einläufigen oder gewendelten Holztreppen im Innen- und Außenbereich. Statische Nachweise werden bei diesen Elementen in der Regel vom Betrieb oder einem beauftragten Ingenieur erbracht.
- Fassadenverkleidung in HolzAufbringen von Holzschalungen oder Holzfaserzementplatten als hinterlüftete Außenfassade. Der Zimmerer montiert die Unterkonstruktion, verlegt die Dämmebene und bringt die Bekleidung auf.
- FachwerksanierungInstandsetzung und Ergänzung von Fachwerkgefügen an historischen Gebäuden, einschließlich Austausch geschädigter Balken und Gefachsanierung. Dieser Bereich erfordert spezifisches Wissen über historische Holzverbindungen und Holzarten.
Was kostet eine Zimmerei?
Zimmereileistungen werden je nach Auftragsart entweder nach Stundenlohn oder als Einheitspreis pro m2 Dachfläche bzw. lfd. m Konstruktion abgerechnet. Wesentliche Preistreiber sind die Holzart und -menge, die Konstruktionskomplexität, die Zugänglichkeit der Baustelle und ob Vorfertigung im Betrieb oder reine Montage vor Ort gefragt ist.
| Leistung | Richtpreis | Was den Preis bestimmt |
|---|---|---|
| Stundenlohn Zimmerer | 55-85 EUR/Stunde | Je nach Region, Betriebsgröße und Qualifikation; Großstädte tendenziell am oberen Ende |
| Dachstuhl (Sparrendach, einfach) | 80-140 EUR/m2 Grundfläche | Preis steigt mit Dachneigung, Gauben, Dachfenstern und Firsthöhe |
| Zwischensparrendämmung | 25-55 EUR/m2 | Abhängig von Dämmstärke, Dämmstoff und ob Unterspannbahn neu eingebaut wird |
| Holzrahmenbau (Außenwand, komplett) | 180-320 EUR/m2 Wandfläche | Inklusive Dämmung, Dampfbremse und beidseitiger Beplankung; ohne Fenster und Türen |
| Carport (Holz, Einzelstellplatz) | 3.500-8.000 EUR pauschal | Je nach Baugröße, Dachform und verwendetem Holz (Fichte bis Douglasie) |
| Holztreppe (einläufig, innen) | 2.500-6.000 EUR pauschal | Abhängig von Stufenanzahl, Holzart, Geländerausführung und ob Wangenkonstruktion oder Aufschrauben auf Betontreppe |
Alle Preisangaben sind Richtwerte ohne Gewähr und beziehen sich auf den deutschen Markt im Jahr 2026. Regional können die Sätze erheblich abweichen — in Süddeutschland und Ballungsräumen liegen sie erfahrungsgemäß höher als in ländlichen Regionen Ostdeutschlands.
Woran Sie eine gute Zimmerei erkennen
Ein zuverlässiger Zimmereibetrieb zeichnet sich durch nachweisbare Qualifikationen, transparente Kommunikation und eine klare Leistungsbeschreibung aus.
- Eintragung in der HandwerksrolleZimmerer ist ein zulassungspflichtiges Handwerk, der Betrieb muss in der Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer eingetragen sein. Sie können dies über das Verzeichnis der jeweiligen Handwerkskammer online prüfen.
- Referenzprojekte mit FotosSeriöse Betriebe können vergleichbare abgeschlossene Projekte vorweisen. Fragen Sie gezielt nach Referenzen in der gleichen Konstruktionsart, die Sie beauftragen möchten — ein reiner Dachstuhlspezialist ist nicht zwingend auch versiert im Holzrahmenbau.
- Statischer Nachweis inbegriffenBei tragenden Holzkonstruktionen ist ein statischer Nachweis nach Eurocodes gesetzlich gefordert. Klären Sie vorab, ob der Betrieb die Statik selbst erstellt oder einen Ingenieur einbindet — und wer die Kosten dafür trägt.
- Detailliertes schriftliches AngebotEin gutes Angebot benennt Holzarten, Querschnitte, Dämmstärken und Verbindungsmittel konkret. Pauschalangebote ohne Materialangaben machen einen späteren Vergleich oder Nachtrag schwierig.
- Haftpflicht- und BetriebsversicherungLassen Sie sich den Nachweis einer Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung zeigen. Schäden am Rohbau durch Zimmerarbeiten können erhebliche Folgekosten auslösen, die ohne Versicherungsnachweis auf Sie übergehen könnten.
- Klare Regelung zu SchnittstellenEin guter Betrieb benennt im Angebot klar, was er liefert und was der Dachdecker, Trockenbauer oder Elektriker übernehmen muss. Unklare Schnittstellenregelungen führen häufig zu Mehrkosten und Verzögerungen.
Angebote richtig vergleichen
Ein seriöses Angebot eines Zimmereibetriebs muss die verwendeten Holzarten (z.B. Fichte KVH, Douglasie oder Brettschichtholz), die Querschnitte der Bauteile, die Dämmstoffart und -stärke sowie alle Verbindungsmittel und Beschläge aufführen. Fehlen diese Angaben, können Betriebe nach Auftragserteilung auf teureres Material oder Mehrmengen verweisen. Achten Sie außerdem darauf, ob Gerüst, Kran und Entsorgung im Preis enthalten sind — diese Positionen fehlen in Zimmerei-Angeboten häufig und können je nach Projekt mehrere Tausend EUR ausmachen.
Holen Sie für ein Zimmerei-Projekt mindestens drei Angebote ein, um eine realistische Preisspanne zu erhalten. Vergleichen Sie dabei nicht nur den Gesamtpreis, sondern die ausgeschriebenen Leistungen Posten für Posten. Ein deutlich günstigeres Angebot enthält häufig weniger Leistungsumfang oder minderwertigere Materialien. Fragen Sie jeden Betrieb, ob die Preise auf Basis einer Planung (Architektenplan oder eigene Aufmaßaufnahme) oder auf Schätzung beruhen — nur planbasierte Angebote sind belastbar vergleichbar.
Häufige Fragen
Was ist eine Zimmerei?
Eine Zimmerei ist ein Handwerksbetrieb, der tragende und nicht tragende Holzkonstruktionen am Gebäude plant und errichtet. Dazu zählen vor allem Dachstühle, Holzrahmenkonstruktionen, Balkone, Treppen und Carports. Zimmerer arbeiten im Rohbau und in der Gebäudehülle, nicht im Möbel- oder Innenausbau — das ist Aufgabe des Schreiners oder Tischlers.
Was macht eine Zimmerei?
Zimmereibetriebe errichten alle tragenden Holzkonstruktionen am Gebäude: Sie zimmern Dachstühle, bauen Holzrahmen- und Fachwerkbauten, montieren Gauben und Dachfenster, dämmen Dachschrägen und bauen Außenkonstruktionen wie Carports und Terrassenüberdachungen. Abzugrenzen ist die Zimmerei vom Dachdecker, der die wasserdichte Eindeckung aufbringt, sowie vom Schreiner, der sich auf Möbel, Fenster und Türen spezialisiert.
Was kostet ein Dachstuhl beim Zimmerer?
Für einen einfachen Sparrendachstuhl rechnen Sie mit 80 bis 140 EUR pro m2 Grundfläche, bezogen auf die überbaute Fläche. Der Preis steigt deutlich bei Gauben, Dachfenstern, hoher Dachneigung oder anspruchsvollen Dachformen wie Walm- oder Mansarddächern. Bei einem Einfamilienhaus mit rund 100 m2 Grundfläche bewegen sich die reinen Zimmererkosten für den Dachstuhl damit häufig zwischen 10.000 und 18.000 EUR.
Welche Zimmerei-Software ist am besten?
Für die Planung und Kalkulation von Zimmereiarbeiten haben sich in Deutschland Softwarelösungen wie SEMA, Dietrichs und cadwork etabliert, da sie speziell auf Holzkonstruktionen und Abbundplanung ausgerichtet sind. Als Auftraggeber müssen Sie sich darum nicht kümmern — relevant ist für Sie, dass der beauftragte Betrieb eine nachvollziehbare Planung und statische Nachweise liefert, unabhängig vom eingesetzten Programm.
Wie viele Angebote sollte ich für eine Zimmerei-Leistung einholen?
Mindestens drei Angebote sind sinnvoll, damit Sie eine belastbare Preisspanne erhalten und Leistungsunterschiede erkennen können. Achten Sie darauf, dass alle Betriebe auf Basis derselben Unterlagen — idealerweise eines Architektenplans oder eines gemeinsamen Aufmaßtermins — kalkulieren, da sonst ein direkter Vergleich kaum möglich ist.
Brauche ich für einen neuen Dachstuhl eine Baugenehmigung?
In den meisten Bundesländern ist der Austausch oder Neubau eines Dachstuhls genehmigungspflichtig oder zumindest anzeigepflichtig, insbesondere wenn sich der Dachaufbau oder die Kubatur ändert. Klären Sie dies vor Auftragserteilung mit Ihrer Gemeindeverwaltung oder dem beauftragten Zimmereibetrieb — viele Betriebe übernehmen die Einreichung der Unterlagen als Teil ihres Leistungsumfangs.
Was kostet ein Carport aus Holz vom Zimmerer?
Ein einfacher Holzcarport für einen Stellplatz kostet bei einem Zimmereibetrieb in der Regel zwischen 3.500 und 8.000 EUR inklusive Material und Montage. Der Preis hängt vor allem von der Grundfläche, der Dachform (Pult-, Sattel- oder Flachdach), der Holzart und dem regionalen Lohnniveau ab. Für Doppelcarports oder Sonderanfertigungen mit Abstellraum können die Kosten auf 10.000 EUR und mehr steigen.