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Dachdecker

Dachdecker planen und errichten Dachkonstruktionen, decken Dächer mit geeigneten Materialien ein und stellen die Abdichtung gegen Witterungseinflüsse sicher. Beauftragt werden sie bei Neubauten, Dachsanierungen, Sturmschäden, der Dämmung von Dachflächen sowie dem Einbau von Dachfenstern und Gauben.

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Was macht ein Dachdecker?

Dachdecker sind für den gesamten Dachaufbau und dessen Eindeckung zuständig. Sie verlegen Dachziegel, -steine, Schiefer, Bitumenbahnen oder Metalleindeckungen, bringen Unterdeckbahnen und Dampfsperren auf und sorgen für die fachgerechte Entwässerung über Traufen, Kehlen und Fallrohre. Dazu gehört auch die Dachbodendämmung sowie die Verwahrung von Dachaufbauten wie Kaminen, Lüftungsrohren und Antennenanlagen.

Im Alltag unterscheidet man zwischen Steil- und Flachdach-Tätigkeiten. Steildachdecker befassen sich mit der klassischen Ziegeleindeckung, Gauben, Dachgauben und Spenglerarbeiten an Rinnen und Fallrohren. Flachdachspezialisten verlegen Abdichtungsbahnen aus Bitumen, EPDM oder Kunststoff und müssen dabei besonders auf Gefällegebung und Entwässerungspunkte achten. Viele Betriebe decken beide Bereiche ab.

Abzugrenzen ist der Dachdecker vom Zimmermann und vom Fensterbauer. Der Zimmermann errichtet die Dachkonstruktion aus Holz, also den Dachstuhl mit Sparren, Pfetten und Dachlatten. Der Dachdecker baut auf dieser Konstruktion auf. Dachfenster werden in aller Regel vom Dachdecker eingebaut, weil die Eindeckung und Abdichtung rund um das Fenster Teil seiner Arbeit ist. Der Fensterbauer liefert das Produkt, der Dachdecker integriert es ins Dach.

Leistungen im Überblick

Das Leistungsspektrum von Dachdeckerbetrieben reicht von der einfachen Reparatur bis zur kompletten Dachsanierung mit Dämmung.

  • Neueindeckung SteildachKomplette Eindeckung eines neu errichteten oder vollständig sanierten Steildachs mit Ziegeln, Betondachsteinen oder Schiefer. Dazu gehören Unterdeckbahn, Lattung, Firstabdeckung und alle Anschlüsse.
  • FlachdachabdichtungAufbringen von Abdichtungssystemen auf Flach- und Flachdachgaragendächern mit Bitumenschweißbahnen, EPDM-Folien oder Kunststoffbahnen. Gefälleausbildung und Dachdurchdringungen sind Teil dieser Leistung.
  • DachdämmungEinbau von Wärmedämmung zwischen oder unter den Dachsparren sowie als Aufdachdämmung. Dachdecker übernehmen die Dämmung häufig im Paket mit der Neueindeckung oder Sanierung.
  • DachfenstereinbauEinbau von Dachflächenfenstern und Lichtkuppeln einschließlich der wasserdichten Eindeckung rund um den Rahmen. Die Montage des Fensters selbst und die Einbindung ins bestehende Dach liegt beim Dachdecker, nicht beim Fensterbauer.
  • Reparatur und SturmschadensbehebungAustausch gebrochener oder verrutschter Ziegel, Flickarbeiten an Abdichtungen und Erneuerung von Spenglerarbeiten an Rinnen und Fallrohren. Nach Sturmereignissen stellen Dachdecker auch Notabdichtungen her.
  • Klempner- und SpenglerarbeitenHerstellung und Montage von Dachrinnen, Fallrohren, Ortgangblechen, Tritt- und Laufblechen sowie Kaminverwahrungen aus Kupfer, Zink oder Aluminium. Diese Arbeiten sind bei den meisten Dachdeckerbetrieben in der Leistung enthalten.
  • DachbegrünungAufbau von Extensiv- und Intensivbegrünungen auf Flach- oder leicht geneigten Dächern, inklusive Wurzelschutzfolie, Drainagematten und Substrat. Die Abdichtungsebene darunter führt in der Regel derselbe Betrieb aus.

Was kostet ein Dachdecker?

Dachdeckerleistungen werden teils nach Stundenlohn, häufiger jedoch als Einheitspreis je Quadratmeter oder laufenden Meter abgerechnet, weil die meisten Arbeiten gut kalkulierbar sind. Den Preis treiben vor allem das gewählte Material, die Dachneigung und -komplexität sowie die Anfahrtsstrecke und regionale Lohnunterschiede.

LeistungRichtpreisWas den Preis bestimmt
Stundenlohn Geselle 55-80 EUR/Stunde Höhere Werte in Ballungsräumen und Süddeutschland, Reparaturen werden oft nach Zeit abgerechnet
Neueindeckung Steildach (Ziegel) 60-120 EUR/m2 Materialwahl (Ton- vs. Betondachstein), Dachneigung und Gaubenanzahl bestimmen die Spanne
Flachdachabdichtung (Bitumen, zweilagig) 40-90 EUR/m2 Niedriger bei einfachem Aufbau ohne Gefällegefälle, höher bei Dachterrassen mit Begehbarkeit
Dachdämmung (Zwischensparrendämmung) 30-65 EUR/m2 Dämmstärke und Material (Mineralwolle vs. Einblasdämmung) beeinflussen den Preis wesentlich
Dachfenstereinbau 400-900 EUR pro Stück Reine Einbaukosten ohne Fensterpreis, höher bei Kombinationseinheiten oder schwierigem Zugang
Dachrinne (Zink oder Aluminium) 25-55 EUR/lfd. m Material (Kupfer bis 80 EUR/lfd. m), Rohranzahl und Montageaufwand bestimmen den Endpreis

Alle Angaben sind Richtwerte auf Basis marktüblicher Preise in Deutschland 2026 und verstehen sich als Netto-Spannen ohne Mehrwertsteuer. Regional, besonders in Großstädten und Urlaubsregionen mit hoher Auslastung, können die Preise deutlich über diesen Werten liegen.

Woran Sie einen guten Dachdecker erkennen

Bei einem Gewerk, das jahrzehntelang dicht halten muss, lohnt sich die sorgfältige Auswahl des Betriebs vor der Auftragsvergabe.

  1. Eintrag in der HandwerksrolleDachdeckerarbeiten dürfen in Deutschland nur Betriebe ausführen, die in der Handwerksrolle eingetragen sind. Sie können den Eintrag über das Verzeichnis der zuständigen Handwerkskammer online prüfen.
  2. Haftpflicht- und BerufsgenossenschaftsnachweisEin seriöser Betrieb kann auf Anfrage seine Betriebshaftpflichtversicherung und die Mitgliedschaft bei der Berufsgenossenschaft Bau nachweisen. Ohne BG-Schutz haften Sie als Auftraggeber bei Unfällen auf Ihrem Grundstück unter Umständen selbst.
  3. Referenzen und abgeschlossene ProjekteBitten Sie um Referenzen vergleichbarer Objekte, idealerweise mit ähnlichem Dachtyp und Material. Seriöse Betriebe nennen frühere Auftraggeber oder zeigen Fotos abgeschlossener Baustellen.
  4. Schriftliches und detailliertes AngebotEin professionelles Angebot schlüsselt Material, Menge und Einzelpreise auf und nennt die geplante Ausführungszeit. Pauschalangebote auf einem Blatt ohne Positionsliste sind ein Warnsignal.
  5. Reaktionszeit und KommunikationGute Betriebe vereinbaren einen Ortstermin, bevor sie ein Angebot erstellen. Dachdecker, die ohne Dachbesichtigung einen Festpreis nennen, kalkulieren entweder zu viel Puffer ein oder lassen später wichtige Posten weg.
  6. Gewährleistung schriftlich vereinbarenDie gesetzliche Gewährleistungsfrist bei Bauwerken beträgt fünf Jahre. Prüfen Sie, ob der Betrieb diese im Vertrag bestätigt und ob Herstellergarantien auf das verwendete Material weitergegeben werden.

Angebote richtig vergleichen

Ein seriöses Dachdecker-Angebot enthält mindestens die genaue Dachfläche in m2, die Materialbezeichnung mit Herstellernamen und Produkttyp, Unterdeckbahn und Lattungsaufbau als separate Positionen, Anschluss- und Spenglerarbeiten, Gerüstkosten sowie die vorgesehene Ausführungszeit. Achten Sie darauf, dass Entsorgungskosten für Altmaterial ausgewiesen sind, denn bei einer Dachsanierung können allein die Deponiegebühren für alte Ziegel oder Bitumenbahnen mehrere Hundert Euro ausmachen.

Verglichen werden sollten mindestens drei Angebote von Betrieben, die jeweils eine eigene Besichtigung des Daches vorgenommen haben. Angebote ohne Ortstermin lassen sich nur schwer miteinander vergleichen, weil Betriebe unterschiedliche Annahmen über Zustand und Aufbau treffen. Stellen Sie die Angebote positionsweise gegenüber und fragen Sie bei großen Preisunterschieden gezielt nach, welches Material oder welcher Aufbau sich hinter dem günstigeren Preis verbirgt. Oft unterscheiden sich nicht der Arbeitslohn, sondern Materialqualität und der Umfang der enthaltenen Nebenleistungen.

Häufige Fragen

Was macht ein Dachdecker genau?

Ein Dachdecker deckt Dächer mit verschiedenen Materialien ein, dichtet sie gegen Regen und Feuchtigkeit ab und sorgt für die Entwässerung über Rinnen und Fallrohre. Zum Aufgabenfeld gehören Neueindeckungen, Sanierungen, Dämmarbeiten, der Einbau von Dachfenstern sowie Reparaturen nach Sturmschäden. Abzugrenzen ist der Dachdecker vom Zimmermann, der die Holzkonstruktion des Dachstuhls errichtet, und vom Fensterbauer, der das Dachfenster als Produkt liefert, es aber in der Regel nicht selbst in die Eindeckung integriert.

Was kostet ein Dachdecker pro Stunde?

Der Stundenlohn eines Dachdecker-Gesellen liegt in Deutschland 2026 üblicherweise zwischen 55 und 80 EUR netto. In Ballungsräumen wie München, Hamburg oder Frankfurt sowie in stark ausgelasteten Regionen können auch höhere Stundensätze anfallen. Bei größeren Projekten wie einer kompletten Neueindeckung wird üblicherweise nach Quadratmeterpreis abgerechnet, nicht nach Zeit.

Welche Versicherung braucht ein Dachdecker?

Als Auftraggeber sollten Sie vor der Beauftragung prüfen, ob der Betrieb eine Betriebshaftpflichtversicherung und eine aktive Mitgliedschaft bei der Berufsgenossenschaft Bau (BG Bau) nachweisen kann. Die Haftpflichtversicherung schützt Sie bei Sachschäden durch den Betrieb, die BG-Mitgliedschaft sichert Arbeiter auf Ihrer Baustelle bei Unfällen ab. Fehlt die BG-Mitgliedschaft, können Sie als Grundstückseigentümer unter Umständen für Unfallkosten herangezogen werden.

Baut ein Dachdecker oder ein Fensterbauer Dachfenster ein?

Dachfenster werden in aller Regel vom Dachdecker eingebaut, weil die wasserdichte Einbindung des Fensterrahmens in die Dacheindeckung zu seinem Kernhandwerk gehört. Der Fensterbauer liefert das Fensterprodukt, ist aber für die fachgerechte Verwahrung und Abdichtung im Dach nicht zuständig. Beauftragen Sie beides getrennt, sollten Sie vorab klären, wer die Schnittstellenverantwortung für Dichtigkeit übernimmt.

Wie erstelle ich ein Angebot für einen Dachdecker-Auftrag?

Als Auftraggeber fordern Sie das Angebot beim Dachdecker an, Sie selbst erstellen es nicht. Beschreiben Sie dem Betrieb vorab möglichst genau, was ausgeführt werden soll: Dachfläche, Dachtyp, gewünschtes Material und ob ein Gerüst bereits vorhanden ist. Je vollständiger Ihre Vorabinformation, desto vergleichbarer und belastbarer wird das Angebot. Für eine fundierte Kalkulation benötigt der Betrieb immer einen eigenen Ortstermin.

Wie viele Angebote sollte ich vor der Beauftragung eines Dachdeckers einholen?

Für Aufträge ab etwa 3.000 EUR sind mindestens drei Angebote sinnvoll, um Preise und Leistungsumfang vergleichen zu können. Wichtiger als die Anzahl ist, dass alle Betriebe denselben Leistungsumfang kalkulieren und das Dach selbst besichtigt haben. Ein deutlich günstigeres Angebot ohne Ortstermin bietet in der Regel weniger Sicherheit als ein etwas teureres mit vollständiger Leistungsbeschreibung.

Was ist bei einem Dachdecker-Angebot zu beachten, damit keine Nachkosten entstehen?

Achten Sie darauf, dass Gerüststellung, Entsorgung von Altmaterial, alle Anschluss- und Spenglerarbeiten sowie die Mehrwertsteuer im Angebot ausgewiesen sind. Posten, die häufig fehlen und später separat in Rechnung gestellt werden, sind Entsorgungsgebühren für alte Eindeckungen, Zusatzarbeiten an der Sparrenlage bei vorgefundenen Schäden und die Wiederherstellung von Dachanschlüssen an Gauben oder Kaminen. Lassen Sie im Vertrag festhalten, wie mit unvorhergesehenen Mehrmassen umgegangen wird.