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Trockenbau

Trockenbau bezeichnet den Innenausbau mit vorgefertigten Platten aus Gipskarton, Gipsfaser oder ähnlichen Materialien, die ohne Nassputz und ohne Trocknungszeiten verbaut werden. Beauftragt wird das Gewerk für Trennwände, abgehängte Decken, Wandverkleidungen sowie die Kapselung von Installationen in Neu- und Bestandsbauten.

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Was gehört zum Trockenbau?

Trockenbauer errichten Innenwände, Vorsatzschalen und abgehängte Decken aus Metall- oder Holzunterkonstruktionen, auf die Gipskarton- oder Gipsfaserplatten geschraubt werden. Dazu gehört das Ausmessen und Anzeichnen, der Aufbau von Ständerwerk nach Plan, das Einbringen von Dämmstoffen und Installationsleerrohren sowie das abschließende Verspachteln und Schleifen der Plattenoberflächen bis zur malerfertigen Übergabe.

Trockenbauer werden vor allem im Neubau nach Rohbaufertigstellung und im Bestand bei Umbau oder Sanierung eingesetzt. Typische Aufträge sind das Unterteilen großer Räume in kleinere Einheiten, das Kaschieren unregelmäßiger Decken, das Verkleiden von Stützen oder Leitungsschächten sowie der Schallschutzausbau in Mehrfamilienhäusern, Büros oder Hotels.

Vom Maler wird der Trockenbauer dadurch abgegrenzt, dass er die Oberfläche nur bis zur Malerfertigkeit herstellt, die Endbeschichtung aber nicht aufbringt. Estrichleger und Bodenleger arbeiten in der Regel nach dem Trockenbau oder parallel, da Trennwände vor dem Estrich oder zeitgleich gesetzt werden können. Elektriker und Sanitärinstallateure verlegen ihre Leitungen üblicherweise, bevor der Trockenbauer beplankt, weshalb eine enge Koordination auf der Baustelle nötig ist.

Leistungen im Überblick

Trockenbaubetriebe übernehmen alle Arbeiten vom Aufmaß bis zur malerfertigen Oberfläche, oft einschließlich Materiallieferung.

  • Trennwände aus GipskartonAufbau von Metallständerwänden in verschiedenen Breiten (üblicherweise 75 mm, 100 mm oder 125 mm Gesamtbreite) mit einfacher oder doppelter Beplankung. Dämmstoffe zur Schall- oder Brandschutzertüchtigung werden auf Wunsch eingelegt.
  • Abgehängte DeckenMontage von Unterkonstruktionen aus Abhängern und Tragprofilen, auf die Gipskartonplatten geschraubt werden, um unebene Rohdecken zu egalisieren oder Leitungen zu verdecken. Möglich sind auch Kassettendecken oder Lichtvouten als gestalterische Elemente.
  • Vorsatzschalen und WandverkleidungenVerkleidung von Außen- oder Innenwänden mit Gipskarton auf Holz- oder Metallunterkonstruktion, häufig mit integrierter Kerndämmung für Wärme- oder Schallschutz. Diese Lösung wird eingesetzt, wenn ein Nassputz nicht infrage kommt oder Wandunebenheiten rasch ausgeglichen werden sollen.
  • BrandschutzverkleidungenUmmantelung von Stahlstützen, Holzbalken oder Lüftungskanälen mit Brandschutzplatten gemäß den jeweiligen Feuerwiderstandsklassen (z. B. F30, F60, F90). Der Trockenbauer arbeitet dabei nach geprüften Systemzulassungen der Plattenhersteller.
  • Schachtbau und InstallationsverkleidungEinhausung von Rohrleitungen, Kaminzügen oder Installationsschächten mit Revisionstüren oder verschraubten Deckeln. Diese Leistung erfordert die Abstimmung mit Sanitär- und Heizungsbauern vor der Beplankung.
  • Verspachteln und SchleifenAusfüllen der Plattenstöße und Schraubenköpfe mit Fugenspachtel in mehreren Lagen sowie abschließendes Schleifen mit geeigneten Körnungen, bis die Oberfläche malerfertig ist. Je nach Anforderung werden Qualitätsstufen Q1 bis Q4 vereinbart.
  • Akustikdecken und Trockenbau-EstrichMontage von gelochten oder gefasten Akustikplatten für schallabsorbierende Decken in Büros oder Konferenzräumen sowie Verlegen von Trockenestrichelementen als Alternative zum Nassestrich bei geringer Deckentragfähigkeit.

Was kostet Trockenbau?

Trockenbauarbeiten werden meist als Einheitspreise pro m2 oder lfd. m abgerechnet, wobei Material und Lohn entweder getrennt oder als Komplettpreis ausgewiesen werden. Den größten Einfluss auf den Preis haben die Wandhöhe, die gewünschte Qualitätsstufe der Oberfläche, die Anzahl der Beplankungslagen und ob Sondermaterialien wie Brandschutz- oder Feuchtraumplatten erforderlich sind.

LeistungRichtpreisWas den Preis bestimmt
Einfache Trennwand (75 mm, einlagig beplankt), nur Lohn 18-30 EUR/m2 Steigt mit Wandhöhe über 3 m und aufwendiger Verarbeitung
Einfache Trennwand (75 mm, einlagig beplankt), mit Material 40-65 EUR/m2 Materialanteil abhängig von Plattenqualität und Dämmlage
Abgehängte Decke, nur Lohn 20-35 EUR/m2 Höhere Abhängehöhe und Durchdringungen erhöhen den Aufwand
Abgehängte Decke, mit Material 45-75 EUR/m2 Akustik- oder Brandschutzplatten treiben den Materialpreis
Verspachteln und Schleifen (Q3/Q4), nur Lohn 12-22 EUR/m2 Q4 (Hochglanzanstrich) erfordert mehr Lagen und Schliffaufwand
Brandschutzverkleidung (F60), mit Material 70-110 EUR/m2 Abhängig von geprüftem System und Anzahl der Beplankungslagen

Alle Preisangaben sind Richtwerte auf Basis marktüblicher Konditionen in Deutschland für 2026 und verstehen sich ohne Mehrwertsteuer. Regional — insbesondere in Ballungsräumen wie München, Hamburg oder Frankfurt — können die tatsächlichen Preise deutlich nach oben abweichen; in strukturschwächeren Regionen liegen sie teils darunter.

Woran Sie einen guten Anbieter für Trockenbau erkennen

Ein zuverlässiger Trockenbaubetrieb zeichnet sich durch nachweisbare Fachkenntnis, transparente Angebote und saubere Vorarbeit auf der Baustelle aus.

  1. Qualifikation und BetriebsstrukturFragen Sie nach dem Meistertitel oder einer vergleichbaren Qualifikation des Betriebs sowie nach der Anzahl eigener Fachkräfte. Betriebe, die ausschließlich mit wechselnden Subunternehmern arbeiten, bieten weniger Kontrolle über die Ausführungsqualität.
  2. Referenzen und Fotos vergleichbarer ObjekteBitten Sie um Referenzfotos oder Besichtigungen abgeschlossener Projekte ähnlicher Größe und Qualitätsstufe. Achten Sie dabei auf geradlinige Kanten, saubere Ecken und fugenlose Oberflächen ohne Risse an den Plattenstößen.
  3. Vollständiges und detailliertes AngebotEin seriöses Angebot enthält Einheitspreise je Position, klar benannte Materialien mit Produktbezeichnung und Schichtaufbau sowie die vereinbarte Oberflächenqualitätsstufe. Pauschalangebote ohne Positionsaufschlüsselung erschweren spätere Nachkalkulation und Vergleiche.
  4. Kenntnis der einschlägigen NormenEin kompetenter Betrieb kennt die DIN 18183 für Montagewände aus Gipskarton sowie die Schallschutzanforderungen der DIN 4109. Fragen Sie konkret, nach welcher Norm der geplante Wandaufbau den vereinbarten Schallschutzwert erreicht.
  5. Koordinationsbereitschaft mit anderen GewerkenTrockenbau setzt voraus, dass Elektriker und Sanitärbetriebe ihre Leitungen rechtzeitig verlegt haben. Prüfen Sie, ob der Betrieb die Koordination aktiv anspricht oder ob diese Abstimmung ungeklärt bleibt, was später zu Mehrkosten führt.
  6. Garantie und GewährleistungDer gesetzliche Gewährleistungsanspruch beträgt bei Bauleistungen fünf Jahre. Betriebe, die diese Frist im Angebot ausdrücklich bestätigen, signalisieren, dass sie hinter ihrer Arbeit stehen.

Angebote richtig vergleichen

Ein seriöses Angebot im Trockenbau muss mindestens folgende Positionen einzeln ausweisen: Ständerwerk inkl. Profildimension und Rastermaß, Beplankungslagen mit Plattenstärke und Plattentyp (Standard, Feuchtraum, Brandschutz), Dämmstofffüllung mit Materialbezeichnung und Rohdichte, Qualitätsstufe der Oberflächenbehandlung (Q1 bis Q4) sowie die Montage von Revisionstüren oder Einbauteilen, sofern vereinbart. Fehlen diese Angaben, lassen sich Angebote verschiedener Betriebe nicht sinnvoll gegenüberstellen, weil ein günstiger Preis schlicht auf einer dünneren Beplankung oder einer niedrigeren Qualitätsstufe beruhen kann.

Erfahrungsgemäß werden bei Trockenbauangeboten Positionen wie das Entsorgen von Verschnitt und Verpackungsmaterial, Rüst- und Schutzmaßnahmen für bereits verlegte Böden sowie Mehraufwand für Decken über 3,50 m Höhe gern weggelassen und erst nachträglich in Rechnung gestellt. Holen Sie mindestens drei Angebote für dasselbe Leistungsverzeichnis ein und fragen Sie jeden Betrieb schriftlich, was bei Abweichungen vom Standard (etwa unebene Rohdecke, nachträgliche Kabelkanäle) zusätzlich berechnet wird.

Häufige Fragen

Was ist Trockenbau?

Trockenbau bezeichnet den Innenausbau mit vorgefertigten Platten — meist aus Gipskarton oder Gipsfaser — die auf Metall- oder Holzunterkonstruktionen geschraubt werden, ohne dass Mörtel, Putz oder Beton angemischt werden muss. Der Name leitet sich davon ab, dass keine Nassverarbeitung und damit keine langen Trocknungszeiten anfallen. Typische Anwendungen sind Trennwände, abgehängte Decken, Wandverkleidungen und Schachtverkleidungen.

Was kostet Trockenbau pro m2?

Reine Lohnkosten für eine einfache Gipskartontrennwand liegen je nach Region und Betrieb bei etwa 18 bis 30 EUR pro m2, mit Material sind es 40 bis 65 EUR pro m2. Abgehängte Decken kosten mit Material 45 bis 75 EUR pro m2, bei Sonderkonstruktionen wie Brandschutz- oder Akustikdecken auch mehr. Den größten Einfluss auf den Endpreis haben die Beplankungslagen, die Plattenqualität und die gewünschte Oberflächengüte.

Was kostet eine Trockenbaudecke pro m2 mit und ohne Material?

Nur der Lohnanteil für eine abgehängte Gipskartondecke beträgt in der Regel 20 bis 35 EUR pro m2, der Komplettpreis inklusive Materialien liegt bei 45 bis 75 EUR pro m2. Teurere Varianten entstehen, wenn Akustik- oder Brandschutzplatten eingesetzt werden, die Abhängehöhe groß ist oder viele Einbauleuchten und Lüftungsdurchlässe eingearbeitet werden müssen. Lassen Sie sich im Angebot Plattentyp und Abhängersystem explizit benennen, um Angebote wirklich vergleichen zu können.

Welche Dämmung eignet sich für eine 75-mm-Trockenbaukonstruktion?

In eine 75 mm breite Ständerwand passt in der Regel eine Mineralwollplatte mit 40 bis 50 mm Stärke, da die Dämmung etwas schmaler als das Profil sein sollte, damit sie klemmt und nicht drückt. Für Schallschutz empfehlen sich Steinwollplatten mit einer Rohdichte von mindestens 40 kg/m3, für den Wärmeschutz reicht auch leichtere Glaswolle. Der erzielbare Schallschutzwert hängt entscheidend vom Gesamtaufbau ab, also Beplankungslagen und Profildimension, nicht allein von der Dämmung.

Kommt Trockenbau vor oder nach dem Estrich?

Trennwände im Trockenbau werden in der Regel vor dem Estrich gesetzt, weil sie auf dem Rohboden aufgestellt und der Estrich anschließend bündig daran herangeführt wird. So stehen die Wände stabil und der Estrichleger kann exakt bis an die Wand arbeiten. Ausnahme ist der sogenannte schwimmende Estrich mit Trittschalldämmung: Hier wird die Ständerwand so montiert, dass sie auf einem separaten Randdämmstreifen steht und keine Schallbrücke zum Boden bildet.

Mit welcher Körnung schleift man Trockenbau-Oberflächen?

Für das erste Abschleifen nach dem Grundspachteln wird üblicherweise Schleifpapier mit Körnung 80 bis 100 verwendet, um grobe Unebenheiten und Spachtelkanten zu glätten. Feinere Lagen werden mit Körnung 120 bis 180 bearbeitet, bei hohen Oberflächenanforderungen (Qualitätsstufe Q4 für Hochglanzanstriche) auch mit 220. Das Schleifen von Gipskarton erzeugt sehr feinen Staub, weshalb Staubschutz und eine gute Absaugung bei allen Qualitätsstufen zwingend sind.

Was bedeutet Trockenbau im Unterschied zu herkömmlichem Mauern oder Verputzen?

Beim herkömmlichen Mauern werden Steine mit Mörtel verbunden und anschließend verputzt, was Trocknungszeiten von mehreren Wochen erfordert. Trockenbau dagegen arbeitet ausschließlich mit trockenen, vorgefertigten Platten und mechanischen Verbindungen, sodass unmittelbar nach der Montage weitergearbeitet werden kann. Das macht das Verfahren besonders für Umbauten im laufenden Betrieb oder bei engen Zeitplänen attraktiv, hat aber den Nachteil einer geringeren Tragfähigkeit der Wände für schwere Einbauten wie Küchenschränke oder Handläufe, die gesonderte Verstärkungen erfordern.