Schornsteinbau
Schornsteinbauer planen, errichten und sanieren Schornsteine, Abgasanlagen und Kaminköpfe aus Mauerwerk, Beton oder Fertigsystemen. Beauftragt wird dieses Gewerk beim Neubau von Heizungsanlagen, beim Austausch alter Schornsteine sowie bei Sanierungsarbeiten an bestehenden Zügen.
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Was macht ein Schornsteinbauer?
Schornsteinbauer sind auf die Errichtung, Instandsetzung und den Rückbau von Schornsteinen und Abgasanlagen spezialisiert. Sie arbeiten mit unterschiedlichen Materialien: klassisches Klinker- oder Schamottemauerwerk, Stahlbetonschornsteine sowie moderne Systeme aus Edelstahlrohren oder keramisch ausgekleideten Fertigschächten. Der Schornsteinbauer koordiniert die Arbeit so, dass der fertige Zug den Anforderungen des zuständigen Bezirksschornsteinfegermeisters entspricht und für die jeweilige Feuerstätte zugelassen werden kann.
Typische Auftragslagen entstehen beim Neubau eines Wohnhauses mit Kaminofen, Pelletheizung oder Gasthermen-Abgasanlage, beim energetischen Umbau eines Bestandsgebäudes sowie bei der Sanierung von Altschornsteinen mit gerissenen Zügen oder nicht mehr zulässigen Querschnitten. Auch der Abbruch nicht mehr benötigter Schornsteine, etwa nach dem Wechsel auf eine Wärmepumpe, gehört zum Leistungsbild. Industrieschornsteine aus Stahl oder Beton bilden ein eigenes Spezialgebiet, das häufig von darauf ausgerichteten Fachbetrieben übernommen wird.
Die Abgrenzung zu benachbarten Gewerken ist wichtig: Der Schornsteinfeger prüft und reinigt fertige Anlagen, nimmt sie ab und stellt Bescheinigungen aus, baut aber selbst nicht. Der Maurer kann einfache Kaminköpfe verputzen oder Mauerwerk ausbessern, ist jedoch in der Regel nicht auf die normengerechte Dimensionierung von Abgasanlagen spezialisiert. Der Heizungsbauer verlegt die Abgasleitungen vom Kessel bis an den Schornsteinanschluss, der Schornsteinbauer erstellt den Zug selbst. Bei Sanierungen arbeiten beide Gewerke oft parallel.
Leistungen im Überblick
Das Leistungsspektrum eines Schornsteinbaubetriebs reicht vom einfachen Schornsteinkopf bis zur komplexen Abgasanlage für Mehrfamilienhäuser.
- Neubau von HausschornsteinenPlanung und Errichtung ein- oder mehrzügiger Schornsteine aus Mauerwerk oder als Systemschornstein mit Innenrohr. Grundlage ist die Berechnung des erforderlichen Querschnitts und der Schornsteinhöhe anhand der geplanten Feuerstätte.
- Systemschornsteine und EdelstahlzügeEinbau von vorgefertigten Schornsteinsystemen mit Leichtbeton- oder Schamottemantel sowie flexiblen oder starren Edelstahlinnenzügen. Diese Systeme werden häufig bei der Sanierung eingesetzt, wenn ein bestehender Schornstein innen ausgekleidet werden soll.
- Schornsteinsanierung und AuskleidungEinzug neuer Innenrohre in bestehende Schornsteinzüge bei Rissen, Versottung oder geänderter Feuerungsanlage. Die Sanierung ist oft günstiger als ein Abriss und Neubau und kann ohne große Eingriffe in den Gebäudebestand durchgeführt werden.
- Kaminköpfe und AbdeckungenErneuerung oder Neubau von Schornsteinköpfen über Dach, inklusive Abdeckplatten, Abgashauben und Verputzarbeiten. Ein intakter Kopf schützt den Zug vor eindringendem Wasser und verlängert die Lebensdauer des gesamten Schornsteins erheblich.
- Abbruch und RückbauFachgerechter Abriss nicht mehr benötigter Schornsteine, von der Dachöffnung bis zur Bodenplatte oder zum Kelleranschluss. Dazu gehören das Verfüllen oder Schließen des Schachts sowie die fachgerechte Entsorgung der Materialien.
- IndustrieschornsteineNeubau, Sanierung und Rückbau von Schornsteinen für gewerbliche und industrielle Feuerstätten aus Stahl oder Stahlbeton. Dieses Segment erfordert häufig besondere statische Berechnungen sowie den Einsatz von Steigern oder Klettergerüsten.
- Abgasanlagen für Brennwertgeräte und PelletheizungenEinbau zugelassener Abgassysteme für Niedertemperatur- und Brennwertkessel sowie Biomassekessel, die besondere Anforderungen an Feuchtebeständigkeit und Kondensatableitung stellen. Der Schornsteinbauer stimmt die Ausführung mit den Herstellervorgaben und den Anforderungen des Schornsteinfegers ab.
Was kostet ein Schornsteinbauer?
Die Preisbildung im Schornsteinbau erfolgt meist über Einheitspreise je Meter Schornsteinzug oder als Pauschalpreis für das Gesamtprojekt, da Materialart, Querschnitt und Zugänglichkeit den Aufwand stark beeinflussen. Entscheidend für den Endpreis sind die Anzahl der Züge, die Gebäudehöhe, der gewählte Schornsteintyp sowie der Aufwand für Gerüst und Dacharbeiten.
| Leistung | Richtpreis | Was den Preis bestimmt |
|---|---|---|
| Neubau Systemschornstein, einzügig | 800–1.800 EUR/lfd. m | Je nach Hersteller, Querschnitt und Einbausituation; Gerüstkosten meist nicht enthalten |
| Sanierung durch Edelstahlauskleidung | 150–400 EUR/lfd. m | Abhängig von Rohrdurchmesser, starrem oder flexiblem Rohr und Zugänglichkeit |
| Neubau Kaminofen-Edelstahlzug inkl. Material | 2.500–5.500 EUR pauschal | Einfamilienhaus, einzügig, ohne Gerüst; Varianz durch Stockwerksanzahl |
| Kaminkopf erneuern | 600–1.800 EUR pauschal | Einschl. Abdeckplatte und Verputz; Gerüst wird separat berechnet |
| Schornsteinrückbau | 1.200–4.000 EUR pauschal | Abhängig von Höhe, Zugänglichkeit und Entsorgungsaufwand |
| Gerüst für Schornsteinarbeiten | 300–900 EUR pauschal | Kurzzeitmietgerüst; Preis steigt mit Höhe und Standzeit |
Die genannten Spannen sind Orientierungswerte auf Basis marktüblicher Preise in Deutschland 2026. Regional können Lohnkosten, Materialverfügbarkeit und Nachfragesituation zu deutlichen Abweichungen führen, weshalb mehrere Angebote vor Auftragsvergabe sinnvoll sind.
Woran Sie einen guten Schornsteinbauer erkennen
Nicht jeder Betrieb, der Mauerwerk aufführt, ist auf Abgasanlagen spezialisiert — achten Sie auf folgende Kriterien.
- Fachkundenachweis und ZulassungEin seriöser Schornsteinbaubetrieb weist einschlägige Qualifikationen nach, etwa eine Ausbildung im Schornsteinbauer-Handwerk oder einen Meisterbrief im Maurer- und Betonbauerhandwerk mit nachgewiesener Spezialisierung. Fragen Sie nach Referenzen und lassen Sie sich die Betriebshaftpflichtversicherung bestätigen.
- Kenntnis der geltenden NormenSchornsteine müssen der DIN EN 1443 sowie den jeweiligen Landesbauordnungen und der Feuerungsverordnung entsprechen. Ein kompetenter Betrieb benennt die relevanten Normen im Angebot und kann erklären, warum der gewählte Querschnitt für Ihre Feuerstätte ausreicht.
- Schriftliches und vollständiges AngebotEin gutes Angebot enthält Materialbezeichnungen mit Typenangabe, Einheitspreise je Meter oder Einheit, Gerüstkosten und Entsorgung als separate Positionen. Fehlen diese Punkte, ist mit Nachträgen zu rechnen.
- Abstimmung mit dem BezirksschornsteinfegermeisterEin erfahrener Betrieb nimmt vor Baubeginn Kontakt zum zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister auf oder empfiehlt Ihnen, dies zu tun, um sicherzustellen, dass die geplante Anlage abgenommen werden kann. Wer diesen Schritt übergeht, riskiert Nachbesserungen auf eigene Kosten.
- GewährleistungsregelungAuf Schornsteinarbeiten gilt die gesetzliche Gewährleistung von fünf Jahren. Prüfen Sie, ob der Betrieb dies im Vertrag bestätigt und ob er im Fall von Mängeln erreichbar und reaktionsfähig ist.
- Lokale Präsenz und ErreichbarkeitSchornsteinarbeiten erfordern oft Rücksprachen mit Prüfbehörden und Folgegewerken. Ein ortsansässiger Betrieb kennt die regionalen Gepflogenheiten und ist im Gewährleistungsfall schnell vor Ort.
Angebote richtig vergleichen
Ein seriöses Angebot im Schornsteinbau sollte den Schornsteintyp mit Herstellerangabe und Zulassungsnummer, den lichten Querschnitt des Zugs, die geplante Höhe in Metern, Gerüstkosten, Materiallieferung und Entsorgungskosten als separate Positionen ausweisen. Fehlt die Gerüstposition, wird sie häufig nachträglich als Aufpreis berechnet. Achten Sie darauf, dass die Kosten für die Abstimmung mit dem Schornsteinfeger sowie eventuelle Dachdecker- oder Dachdeckerarbeiten am Schornsteindurchgang entweder enthalten oder explizit ausgeschlossen sind.
Sinnvoll sind mindestens drei Angebote von Betrieben, die tatsächlich auf Schornsteinbau spezialisiert sind, und nicht nur von allgemeinen Maurerbetrieben. Vergleichen Sie Angebote nicht allein nach dem Gesamtpreis, sondern prüfen Sie, ob der gleiche Leistungsumfang zugrunde liegt. Ein Angebot, das Gerüst und Entsorgung ausschließt, erscheint günstiger, ist es aber nach Abrechnung der Nachträge oft nicht. Fragen Sie jeden Anbieter, welcher Schornsteintyp für Ihre konkrete Feuerstätte sinnvoll ist und warum — die Begründung zeigt, ob der Betrieb die Anlage tatsächlich durchdacht hat.
Häufige Fragen
Was kostet ein neuer Schornstein im Einfamilienhaus?
Für einen einzügigen Systemschornstein im Einfamilienhaus sollten Sie je nach Höhe und Typ mit 2.500 bis 6.000 EUR rechnen, zuzüglich Gerüst und etwaiger Dacharbeiten. Der Preis variiert erheblich je nach Querschnitt, Stockwerksanzahl und gewähltem System, etwa Schamotte oder Edelstahl. Holen Sie mindestens drei Angebote ein und achten Sie darauf, dass Gerüst, Materiallieferung und Entsorgung darin enthalten oder klar ausgewiesen sind.
Was kostet die Sanierung eines alten Schornsteins durch Auskleidung?
Eine Sanierung durch Einziehen eines Edelstahlinnenzugs kostet in der Regel 150 bis 400 EUR je laufenden Meter, abhängig von Rohrdurchmesser und Zugänglichkeit. Für ein zweistöckiges Einfamilienhaus mit etwa 8 bis 10 Metern Schornsteinlänge ergibt sich damit ein Richtwert von 1.200 bis 4.000 EUR ohne Gerüst. Eine Sanierung ist häufig deutlich günstiger als Abriss und Neubau und genügt in vielen Fällen den normativen Anforderungen.
Brauche ich für einen neuen Schornstein eine Baugenehmigung?
In den meisten Bundesländern ist der Neubau eines Schornsteins genehmigungsfrei, muss aber dem zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister gemeldet und von ihm abgenommen werden. Einige Landesbauordnungen verlangen bei größeren Anlagen oder im Außenbereich eine Genehmigung. Klären Sie dies vor Baubeginn mit dem zuständigen Schornsteinfeger und der Baubehörde.
Kann ich meinen alten Schornstein für einen neuen Kaminofen weiternutzen?
Das hängt vom Zustand, dem Querschnitt und der Auskleidung des bestehenden Schornsteins ab. Ältere gemauerte Züge ohne Innenrohr sind für moderne Niedertemperatur- oder Brennwertfeuerungen oft nicht geeignet, da sie zu groß, undicht oder nicht feuchtebeständig sind. Der zuständige Bezirksschornsteinfegermeister prüft die Eignung und kann eine Sanierungsempfehlung aussprechen, bevor Sie in einen neuen Ofen investieren.
Wie lange dauert der Bau eines neuen Schornsteins?
Ein einzügiger Systemschornstein im Einfamilienhaus ist in der Regel in ein bis drei Arbeitstagen errichtet, vorausgesetzt Gerüst und Material stehen bereit. Komplexere Anlagen, mehrere Züge oder schwierige Zugangssituationen können den Zeitraum auf eine Woche und mehr ausdehnen. Planen Sie zusätzlich den Abnahmetermin beim Bezirksschornsteinfegermeister ein, der je nach Region einige Tage Vorlaufzeit erfordert.
Was passiert, wenn der Schornstein beim Kauf eines Altbaus in schlechtem Zustand ist?
Ein schadhafter Schornstein darf nicht betrieben werden und muss saniert oder ersetzt werden, bevor die angeschlossene Feuerstätte in Betrieb geht. Der Bezirksschornsteinfegermeister ist verpflichtet, Mängel bei der Feuerstättenschau zu dokumentieren und Fristen zur Beseitigung zu setzen. Lassen Sie den Schornstein daher vor dem Hauskauf von einem Fachbetrieb oder dem Schornsteinfeger begutachten und die Sanierungskosten in die Kaufpreisverhandlung einfließen.
Welcher Schornsteintyp ist für eine Pelletheizung geeignet?
Für Pelletheizungen sind feuchtebeständige Abgassysteme erforderlich, da Biomassekessel im Teillastbetrieb niedrige Abgastemperaturen erzeugen und Kondensation im Zug auftreten kann. Geeignet sind Systemschornsteine mit geprüfter Feuchtebeständigkeitsklasse sowie Edelstahlinnenzüge aus zugelassenem Material. Der Schornsteinbauer dimensioniert den Querschnitt anhand der Nennleistung des Kessels und der erforderlichen Schornsteinhöhe gemäß Herstellervorgabe und Norm.