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Schalungsbau

Schalungsbau umfasst das Herstellen, Einbauen und Ausrichten von Schalungen, die als Form für frischen Beton dienen und nach dem Aushärten wieder entfernt werden. Bauherren beauftragen dieses Gewerk bei Fundamenten, Wänden, Decken, Stützen und anderen Betonbauteilen im Hochbau und Tiefbau.

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Was macht ein Schalungsbauer?

Der Schalungsbau errichtet die temporären oder dauerhaften Formen, in die Beton gegossen wird, damit dieser die gewünschte Geometrie annimmt und in der Lage bleibt, bis er ausreichend erhärtet ist. Dazu werden Schalplatten, Träger, Ankersysteme und Stützkonstruktionen nach Plan aufgebaut, ausgerichtet und gesichert. Zum Leistungsumfang gehört auch das fachgerechte Entschalen nach Ablauf der vorgeschriebenen Ausschalfristen sowie das Reinigen und Rückverladen von Mietschalungen.

Typische Auftragslagen sind Einfamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser im Rohbau, Industrie- und Gewerbebauten, Tiefgaragendecken, Stützmauern, Brückenwiderlager, Kanalschächte und Fundamente für Maschinen oder Windkraftanlagen. Je nach Projektgröße arbeiten Schalungsbauer selbstständig oder stellen einen Teil der Rohbaukolonne eines Generalunternehmers.

Der Schalungsbau ist klar vom Betonbau abzugrenzen: Das Einbauen von Bewehrungsstahl ist Aufgabe des Betonstahlbauers oder Eisenbiegers, das Einbringen und Verdichten des Betons ist Sache des Betonbauers oder Maurers. In der Praxis führen viele Rohbauunternehmen alle drei Tätigkeiten durch ein eingespieltes Team aus, formal handelt es sich jedoch um getrennte Gewerke. Auf Großbaustellen übernimmt der Schalungsbau ausschließlich das Planen und Montieren der Schalung, während separate Kolonnen die Bewehrung legen und den Beton verarbeiten.

Leistungen im Überblick

Schalungsbauunternehmen decken alle Arbeiten rund um die Betonschalung ab, von der Planung bis zur Demontage.

  • FundamentschalungFür Streifen-, Platten- und Einzelfundamente werden Schalungsbretter oder Systemschalungen eingebaut, die den frischen Beton seitlich halten. Die Schalung muss maßgenau gesetzt und gegen Auftrieb gesichert sein, damit das Fundament die geplanten Abmessungen einhält.
  • WandschalungBetonwände entstehen zwischen zwei gegenüberstehenden Schalungsflächen, die durch Anker oder Spannschlösser auf Abstand gehalten werden. Der Schalungsbauer richtet beide Seiten lotrecht aus und sichert sie gegen den Frischbetondruck, der bei hohen Wänden erhebliche Kräfte erzeugt.
  • DeckenschalungFür Betondecken wird eine vollflächige Unterkonstruktion aus Trägern, Stützen und Schalplatten errichtet, die das Gewicht des frischen Betons und der Bewehrung trägt. Die Lehrgerüste bleiben so lange stehen, bis die Decke die rechnerisch erforderliche Festigkeit erreicht hat.
  • Stützen- und PilzschalungRunde oder rechteckige Betonstützen sowie Pilzdecken erfordern Sonderschalungen, die oft gemietet und auf das jeweilige Maß eingestellt werden. Der Schalungsbauer montiert diese Elemente, richtet sie ein und sichert sie gegen Kippen.
  • SichtbetonschalungWird an die Betonoberfläche eine hohe optische Qualität gestellt, kommen spezielle Schalungsplatten mit definierter Poren- und Fugenstruktur zum Einsatz. Die Platten müssen sorgfältig mit Trennmittel behandelt und exakt gefügt sein, damit keine Lunkerstellen oder Abdrücke entstehen.
  • Schalung im TiefbauKanalschächte, Regenwasserbecken, Stützmauern und Bodenplatten für Tiefbauprojekte stellen besondere Anforderungen an Abdichtung und Erddruck. Hier werden häufig Verlorene Schalungen aus Betonfertigteilen oder Dämmstoffen eingesetzt, die im Bauwerk verbleiben.
  • Ausschalen und SchalungsrückbauNach Ablauf der Ausschalfrist wird die Schalung systematisch demontiert, gereinigt und bei Mietsystemen für den Rücktransport vorbereitet. Schäden an der Betonoberfläche werden unmittelbar nach dem Ausschalen dokumentiert und, falls vereinbart, nachgearbeitet.

Was kostet ein Schalungsbauer?

Schalungsleistungen werden im gewerblichen und öffentlichen Bau meistens nach Einheitspreisen je Quadratmeter Schalungsfläche abgerechnet, im privaten Hochbau auch als Pauschalpreis für ein klar definiertes Bauteil. Den Preis treiben vor allem die Komplexität der Geometrie, die Anforderungen an die Oberflächenqualität, die Zugänglichkeit der Baustelle und ob Schalungsmaterial gestellt oder gemietet wird.

LeistungRichtpreisWas den Preis bestimmt
Einfache Fundamentschalung 18-35 EUR/m2 Geradlinige Geometrie, Standardschalplatten, normaler Untergrund
Wandschalung (einseitig, einfach) 25-45 EUR/m2 Systemschalung, Wandhöhe bis 3 m, ebene Fläche
Deckenschalung inkl. Lehrgerüst 30-55 EUR/m2 Abhängig von Stützweite, Deckendicke und Raumhöhe
Sichtbetonschalung 45-80 EUR/m2 Höhere Anforderungen an Plattengüte, Fugenplanung und Trennmittel
Stützenschalung (rund oder eckig) 40-70 EUR/lfd. m Je nach Querschnittsgröße und Schalungssystem
Stundenverrechnungssatz Schalungsbauer 55-80 EUR/Stunde Für Regiearbeiten, Nacharbeiten oder schwer kalkulierbare Teile

Die genannten Preise sind Richtwerte auf Basis marktüblicher Ansätze in Deutschland 2026 und können je nach Region, Auftragslage, Projektgröße und Schalungssystem spürbar abweichen. In Ballungsräumen mit hoher Nachfrage liegen die Preise tendenziell am oberen Rand der Spanne, bei größeren Auftragsvolumen sind Nachlässe verhandelbar.

Woran Sie einen guten Schalungsbauer erkennen

Wer eine Betonschalung in Auftrag gibt, sollte neben dem Preis auf Erfahrung, Planung und klare Kommunikation achten.

  1. Nachweise für vergleichbare ProjekteEin erfahrener Betrieb kann Referenzen aus ähnlichen Bauvorhaben vorweisen, zum Beispiel Wohnhäuser, Industriebauten oder Sichtbetonarbeiten. Fragen Sie gezielt nach Projekten in der gleichen Gebäudeklasse und lassen Sie sich Fotos oder Ansprechpartner nennen.
  2. Prüfbares Angebot mit PositionspreisenEin seriöses Angebot schlüsselt Leistungen nach Einheitspreisen und Mengen auf, sodass Sie nachvollziehen können, wofür Sie zahlen. Pauschalangebote ohne Leistungsbeschreibung machen einen späteren Vergleich oder eine Nachverhandlung bei Änderungen schwierig.
  3. Kenntnis der DIN 18218 und AusschalfristenDie Norm DIN 18218 regelt den Frischbetondruck auf Schalungen, die ATV DIN 18331 die Abrechnung von Betonarbeiten. Ein kompetenter Betrieb kann erläutern, welche Normen er für Ihr Vorhaben zugrunde legt und warum bestimmte Ausschalfristen eingehalten werden müssen.
  4. Eigenes oder zertifiziertes SchalungsmaterialFragen Sie, ob der Betrieb mit eigenem Material oder mit Mietschalung namhafter Hersteller arbeitet. Veraltete oder beschädigte Schalplatten hinterlassen schlechte Betonoberflächen und können im schlimmsten Fall zu Schadensfällen führen.
  5. Klare Regelung zur Ausschalung und EntsorgungEin vollständiges Angebot enthält nicht nur die Montage, sondern auch das Ausschalen, Reinigen und den Abtransport der Schalung. Wird dieser Posten nicht genannt, sollten Sie ihn ausdrücklich abfragen, um Nachforderungen zu vermeiden.
  6. Verfügbarkeit und TermintreueSchalungsarbeiten sind zeitkritisch, weil der Bewehrungseinbau und das Betonieren direkt anschließen. Fragen Sie nach verbindlichen Start- und Endterminen und erkundigen Sie sich, ob der Betrieb eigenes Personal einsetzt oder auf Subunternehmer zurückgreift.

Angebote richtig vergleichen

Ein vollständiges Angebot im Schalungsbau enthält eine detaillierte Leistungsbeschreibung mit Mengenangaben in m2 oder lfd. m, Einheitspreisen, dem verwendeten Schalungssystem, Angaben zu Trennmitteln bei Sichtbeton sowie eine klare Regelung, ob Montage, Vorhaltung, Ausschalen und Abtransport im Preis enthalten sind. Häufig fehlen in ersten Angeboten die Kosten für Schalungsankerlöcher, Stopfarbeiten nach dem Ausschalen, zusätzliche Stütztage bei langsamer Betonerhärtung im Winter sowie An- und Abfahrtspauschalen. Diese Positionen können den Endpreis um 10 bis 20 Prozent erhöhen, wenn sie nachträglich in Rechnung gestellt werden.

Für ein Bauvorhaben im privaten Bereich sind mindestens drei Vergleichsangebote sinnvoll, bei gewerblichen oder öffentlichen Projekten empfehlen sich mehr Angebote kombiniert mit einer Leistungsbeschreibung, die alle Bieter auf die gleiche Grundlage zwingt. Achten Sie darauf, dass alle Angebote auf identischen Mengen und Leistungsumfängen basieren, bevor Sie die Preise vergleichen. Ein deutlich günstigeres Angebot ist oft ein Hinweis auf fehlende Positionen oder eine geringere Materialqualität, nicht zwingend auf Effizienz.

Häufige Fragen

Wann darf man die Betonschalung entfernen?

Die Schalung darf erst entfernt werden, wenn der Beton ausreichend erhärtet ist und die auftretenden Lasten sicher aufnehmen kann. Als grobe Orientierung gilt: Fundamentschalungen und seitliche Wandschalungen können bei normaler Temperatur nach 1 bis 3 Tagen entfernt werden, tragende Deckenschalungen und Lehrgerüste dagegen erst nach 14 bis 28 Tagen, abhängig von Betonklasse, Temperatur und Belastung. Maßgeblich sind die Vorgaben der DIN 1045 sowie die Angaben des Statikers oder Betonherstellers, nicht allein der optische Eindruck des Betons.

Welches Holz eignet sich für eine Betonschalung?

Für Betonschalungen werden in der Regel Schalungsplatten aus beschichtetem Birkensperrholz oder Fichte-Dreischichtplatten verwendet, da diese formstabil sind, den Frischbetondruck aufnehmen und sich gut mit Trennmittel behandeln lassen. Einfache Fundamentschalungen können auch mit ungehabelten Brettern aus Fichte oder Kiefer hergestellt werden, wenn die Oberfläche des Betons keine Rolle spielt. Für Sichtbeton kommen nur Filmschalungsplatten mit glatter Beschichtung in Frage, weil rohe Holzoberflächen die Poren und Maserung in den Beton abdrücken.

Was passiert, wenn die Betonschalung zu früh entfernt wird?

Wird die Schalung vor Erreichen der erforderlichen Betondruckfestigkeit entfernt, kann der Beton reißen, sich verformen oder im schlimmsten Fall einstürzen. Bei tragenden Decken besteht akute Einsturzgefahr, wenn das Lehrgerüst zu früh abgebaut wird und die Decke die Eigenlasten noch nicht aufnehmen kann. Schäden durch frühzeitiges Ausschalen gelten als Ausführungsfehler und liegen in der Verantwortung des ausführenden Unternehmens.

Wie lange dauert das Aufstellen einer Betonschalung?

Die Dauer hängt stark von der Bauteilgröße und Geometrie ab. Eine einfache Fundamentschalung für ein Einfamilienhaus ist in einem halben bis einem Arbeitstag fertig, eine Wandschalung für ein Kellergeschoss benötigt je nach Fläche und Zugänglichkeit ein bis drei Tage. Komplexe Deckenschalungen mit Lehrgerüst über mehrere hundert Quadratmeter können eine Woche und mehr in Anspruch nehmen. Ein erfahrener Betrieb nennt Ihnen auf Basis des Grundrisses und der Statik eine realistische Terminschätzung.

Kann ich Schalungsmaterial mieten oder muss es der Betrieb stellen?

In der Praxis stellt der ausführende Schalungsbaubetrieb das Material und rechnet die Vorhaltung in seinen Einheitspreis ein oder weist sie als separaten Posten aus. Für private Bauherren ist es in der Regel nicht sinnvoll, Schalungsmaterial selbst zu mieten, da der fachgerechte Umgang mit Systemschalungen Erfahrung erfordert und Transportkosten sowie Schadenshaftung hinzukommen. Klären Sie im Angebot, ob die Schalungsmiete bereits enthalten ist oder separat berechnet wird.

Muss ich für Schalungsankerlöcher in der Betonwand eine Nacharbeit einplanen?

Ja, nach dem Ausschalen bleiben an Betonwänden die Löcher der Schalungsanker offen, die in der Regel mit Zementmörtel oder Betonersatz verschlossen werden müssen. Diese Stopfarbeit ist nicht automatisch in jedem Angebot enthalten und sollte ausdrücklich vereinbart werden. Bei Sichtbeton ist das sorgfältige Verschließen der Ankerlöcher besonders wichtig, da abweichende Farb- oder Strukturunterschiede auf der Oberfläche später sichtbar bleiben.

Brauche ich für den Schalungsbau eine eigene Genehmigung?

Für die Schalungsarbeiten selbst ist keine separate Genehmigung erforderlich, da sie Teil der genehmigten Rohbaumaßnahme sind. Allerdings kann für das Aufstellen von Lehrgerüsten auf oder neben öffentlichen Verkehrsflächen eine Sondernutzungserlaubnis bei der Gemeinde notwendig sein. Die Verantwortung für standsichere Schalungen und Gerüste liegt beim ausführenden Unternehmen, das die einschlägigen Normen und Unfallverhütungsvorschriften einhalten muss.