hoch&tiefbau.de

Massivhausbau

Massivhausbau-Unternehmen errichten Wohngebäude in beständigen Baustoffen wie Mauerziegel, Kalksandstein, Beton oder Porenbeton. Man beauftragt sie, wenn ein Neubau von der Bodenplatte oder dem Keller bis zum fertigen Rohbau aus massiven Wandkonstruktionen entstehen soll.

Verzeichnis im Aufbau

Für dieses Gewerk sind noch keine Betriebe freigeschaltet.

Noch kein Eintrag für Massivhausbau. Wir bauen das Verzeichnis Gewerk für Gewerk auf. Betriebe können sich jetzt eintragen und sind ab dem ersten Tag sichtbar.

Beliebte Orte

Sobald Betriebe eingetragen sind, finden Sie sie hier nach Ort.

Was macht ein Massivhausbauunternehmen?

Massivhausbau-Unternehmen übernehmen die gesamte Rohbauphase eines Wohngebäudes in massiver Bauweise. Dazu gehören das Ausheben und Erstellen des Fundaments oder der Bodenplatte, der Keller- und Erdgeschossmauerwerk, das Aufmauern der Außen- und Innenwände in allen Stockwerken, das Betonieren von Decken, Stürzen und Ringankern sowie das Herstellen der Treppenanlage. Am Ende der Rohbauphase ist das Gebäude wetterfest, statisch tragfähig und bereit für den Innenausbau.

Typische Auftraggeber sind private Bauherren, die ein freistehendes Einfamilienhaus oder ein Doppelhaus planen, aber auch Bauträger und Wohnungsbaugesellschaften, die mehrere Einheiten auf einmal realisieren. Viele Massivhausbau-Betriebe bieten neben dem reinen Rohbau auch schlüsselfertige Pakete an, bei denen sie die Koordination weiterer Gewerke übernehmen. Andere beschränken sich bewusst auf den Rohbau und übergeben das Gebäude an einen Generalunternehmer oder direkt an den Bauherrn zur eigenständigen Weitervergabe.

Vom Zimmereibetrieb, der den Dachstuhl in Holzkonstruktion errichtet, grenzt sich der Massivhausbauer klar ab: Die Holzrahmenbauweise oder der Fertighausbau mit vorgefertigten Holztafeln ist ein eigenständiges Gewerk. Auch Estrich- und Putzarbeiten im Innenbereich werden in der Regel von separaten Fachbetrieben ausgeführt. Der Tiefbau für Kanalisation und Hausanschlüsse kann im Leistungsumfang enthalten sein oder an einen Tiefbauer vergeben werden — das variiert je nach Betrieb und sollte im Angebot klar definiert sein.

Leistungen im Überblick

Massivhausbau-Unternehmen decken je nach Betrieb unterschiedliche Teilleistungen ab — die folgende Übersicht zeigt die gängigen Positionen.

  • Erdarbeiten und BodenplatteDazu gehören der Aushub der Baugrube, das Herstellen der Frostschutzschicht sowie das Betonieren einer bewehrten Bodenplatte als Fundament. Alternativ werden Streifenfundamente oder eine Pfahlgründung ausgeführt, wenn der Baugrund es erfordert.
  • KellergeschossDer Keller wird je nach Anforderung in wasserundurchlässigem Beton (WU-Beton) oder in Mauerwerk mit Abdichtung hergestellt. Lichtschächte, Kelleraußenwände und die Kellerdecke als Betondecke gehören in der Regel dazu.
  • Mauerwerk der Außen- und InnenwändeDie tragenden Außenwände werden in der vom Bauherrn gewählten Massivbauweise aufgemauert, zum Beispiel in Porenbeton, Ziegel oder Kalksandstein. Tragende Innenwände und nichttragende Trennwände werden ebenfalls gesetzt, sofern im Leistungsverzeichnis enthalten.
  • Stahlbetondecken und StürzeZwischen den Geschossen werden Betondecken in Ortbeton oder als Fertigteildecken eingebracht. Fensterstürze, Ringanker und Aussparungen für Leitungsführungen werden dabei gleichzeitig hergestellt.
  • TreppenanlageInnentreppen werden im Massivbau üblicherweise als Stahlbetontreppen betoniert oder als Fertigteiltreppen eingesetzt. Sie verbinden die Geschosse statisch sicher und sind Teil des Rohbaus.
  • Rohbauabnahme und ÜbergabeAm Ende der Rohbauphase erfolgt eine gemeinsame Begehung mit dem Bauherrn und gegebenenfalls dem Bauleiter oder Architekten. Mängel werden protokolliert und vor Übergabe beseitigt.
  • Schlüsselfertiger AusbauViele Betriebe bieten Pakete an, die über den Rohbau hinausgehen und Gewerke wie Dachdeckung, Fenster, Heizung und Innenausbau koordinieren oder selbst ausführen. Hierbei ist eine genaue Definition des Leistungsumfangs im Vertrag entscheidend.

Was kostet ein Massivhausbauunternehmen?

Die Kosten für ein Massivhaus werden fast immer als Einheitspreis je Quadratmeter Wohnfläche oder Brutto-Grundfläche vereinbart, nicht nach Stundenlohn. Den größten Einfluss auf den Preis haben die Gebäudekomplexität, die Keller- oder Unterkellerungsvariante, die gewählten Baustoffe sowie die regionalen Lohn- und Materialkosten.

LeistungRichtpreisWas den Preis bestimmt
Rohbau Einfamilienhaus (ohne Keller) 800–1.200 EUR/m2 Wohnfläche Variiert stark nach Grundriss, Geschosszahl und Baumaterial
Rohbau Einfamilienhaus (mit Keller) 1.000–1.500 EUR/m2 Wohnfläche Keller in WU-Beton deutlich teurer als einfaches Mauerwerk mit Abdichtung
Bodenplatte (bewehrt, inkl. Frostschutz) 120–200 EUR/m2 Abhängig von Bodentragfähigkeit und Dämmung unter der Platte
Außenwand Mauerwerk (Ziegel oder Porenbeton) 180–320 EUR/m2 Wandfläche Monolithische Konstruktionen mit hohem Dämmwert an der oberen Preisspanne
Stahlbetondecke (Ortbeton oder Fertigteil) 130–220 EUR/m2 Ortbetondecken aufwendiger, Fertigteildecken schneller aber oft teurer im Material
Schlüsselfertiges Massivhaus (Rohbau bis Bezugsfertigkeit) 2.200–3.500 EUR/m2 Wohnfläche Sehr breite Spanne je nach Ausstattungsniveau, Region und Marktlage

Alle Angaben sind Orientierungswerte für Deutschland und können je nach Bundesland, aktuellem Materialpreisniveau und Auftragslage deutlich abweichen. Gültige Preise erhalten Sie nur über konkrete Angebote von Betrieben, die Ihr Bauvorhaben kennen.

Woran Sie ein gutes Massivhausbauunternehmen erkennen

Die Wahl des Rohbauunternehmens ist eine der folgenreichsten Entscheidungen beim Hausbau — diese Kriterien helfen bei der Einschätzung.

  1. Nachgewiesene Referenzen im WohnungsbauEin seriöser Betrieb kann abgeschlossene Projekte vergleichbarer Größe benennen und idealerweise Referenzkunden angeben, die Sie kontaktieren dürfen. Besichtigen Sie wenn möglich einen fertiggestellten oder laufenden Rohbau des Unternehmens.
  2. Detailliertes, positionsgenaues AngebotDas Angebot sollte auf einem vollständigen Leistungsverzeichnis basieren und jede Leistungsposition einzeln ausweisen, nicht nur einen Pauschalpreis nennen. Fehlen Positionen wie Schalung, Bewehrung oder Baustelleneinrichtung, ist Nachkalkulation vorprogrammiert.
  3. Klare BauleitungsverantwortungFragen Sie, wer auf der Baustelle täglich verantwortlich ist und wie die Erreichbarkeit des Bauleiters sichergestellt wird. Ein Betrieb ohne benannte Bauleitung vor Ort ist ein Risikofaktor für Qualität und Terminplanung.
  4. Solide Bonität und VersicherungsschutzBestehen Sie auf einem Nachweis der Betriebshaftpflichtversicherung und prüfen Sie gegebenenfalls die Kreditwürdigkeit des Unternehmens, etwa über eine Selbstauskunft oder Handelsregisterauszug. Insolvenzen von Rohbauunternehmen in der Bauphase verursachen enorme Folgekosten.
  5. Realistische TerminplanungEin glaubwürdiger Terminplan nennt konkrete Meilensteine wie Bodenplatte, Kellerdecke und Rohbauabnahme mit Kalenderwochen. Vage Aussagen wie 'ca. 6 Monate' ohne Grundlage deuten auf fehlende Bauplanung hin.
  6. Transparenz bei NachunternehmernKlären Sie, welche Teilleistungen der Betrieb selbst erbringt und welche er an Subunternehmer vergibt. Bei Nachunternehmern sollten dieselben Qualitäts- und Haftungsanforderungen gelten wie für den Hauptauftragnehmer.

Angebote richtig vergleichen

Ein seriöses Angebot für den Massivhausbau basiert auf einem detaillierten Leistungsverzeichnis und weist alle wesentlichen Positionen einzeln aus: Erdarbeiten, Fundamentplatte oder Keller, Außen- und Innenwände je Baumaterial und Stärke, Decken je Geschoss, Ringbalken, Stürze, Treppenanlage sowie Baustelleneinrichtung und Entsorgung. Fehlt eine dieser Positionen oder werden mehrere Gewerke unter einer Pauschale zusammengefasst, können Sie die Angebote verschiedener Betriebe nicht sinnvoll vergleichen. Bitten Sie jeden Anbieter, dasselbe Leistungsverzeichnis zu bepreisen — nur dann ist ein echter Preisvergleich möglich.

Besonders häufig fehlen in Rohbauangeboten folgende Positionen, die später teuer nachberechnet werden: Baugrubensicherung bei schwierigem Untergrund, Abdichtungsarbeiten am Keller, Aussparungen und Kernbohrungen für Leitungen, Gerüststellung sowie die Entsorgung von Aushubmaterial. Holen Sie mindestens drei Angebote ein, um Preisspannen einschätzen zu können. Das deutlich günstigste Angebot verdient besondere Aufmerksamkeit: Prüfen Sie, ob Leistungen fehlen oder ob der Betrieb mit unrealistisch niedrigen Ansätzen kalkuliert, die später über Nachträge ausgeglichen werden.

Häufige Fragen

Was kostet es, ein Massivhaus bauen zu lassen?

Für den reinen Rohbau eines Einfamilienhauses ohne Keller rechnen Sie grob mit 800 bis 1.200 EUR je Quadratmeter Wohnfläche, mit Keller eher mit 1.000 bis 1.500 EUR. Ein schlüsselfertiges Massivhaus inklusive Innenausbau und Haustechnik kostet je nach Ausstattung und Region zwischen 2.200 und 3.500 EUR je Quadratmeter Wohnfläche. Diese Spannen sind Orientierungswerte — verbindliche Preise liefern nur konkrete Angebote auf Basis Ihrer Pläne und Ihres Grundstücks.

Wie lange dauert der Rohbau eines Massivhauses?

Für ein freistehendes Einfamilienhaus mit zwei Vollgeschossen dauert der Rohbau in Massivbauweise in der Regel vier bis sechs Monate, gerechnet vom ersten Spatenstich bis zur Rohbauabnahme. Maßgeblich für die Dauer sind Kellerausführung, Geschosszahl, Witterungsbedingungen und die Kapazität des Betriebs. Betonarbeiten benötigen zudem Aushärtezeiten, die sich nicht beliebig verkürzen lassen.

Welche Faktoren treiben die Kosten beim Massivhausbau besonders?

Den größten Einfluss auf den Preis haben die Unterkellerung, die Gebäudeform und der gewählte Baustoff. Ein Keller erhöht die Rohbaukosten erheblich, ebenso ein komplexer Grundriss mit vielen Ecken und Vorsprüngen gegenüber einem einfachen Rechteck. Hochdämmende monolithische Wandkonstruktionen aus großformatigen Ziegeln oder Porenbeton kosten mehr als einfaches Kalksandsteinmauerwerk mit separater Dämmschicht.

Was ist der Unterschied zwischen Massivhaus und Fertighaus beim Bauen?

Beim Massivhaus werden alle tragenden Bauteile auf der Baustelle aus Stein, Beton oder ähnlichen Materialien hergestellt, was in der Regel mehr Zeit erfordert. Fertighäuser bestehen aus werkseitig vorgefertigten Holztafelwänden, die innerhalb weniger Tage aufgestellt werden. Der Massivbau gilt als langlebiger und individuell planbarer, ist aber in der Rohbauphase deutlich zeitaufwendiger als der Holzrahmenbau.

Brauche ich einen Architekten, wenn ich ein Massivhaus bauen lasse?

In fast allen Bundesländern ist für ein Wohngebäude eine baugenehmigungspflichtige Planung erforderlich, die nur bauvorlageberechtigte Personen — in der Regel Architekten oder Bauingenieure — einreichen dürfen. Selbst wenn ein Massivhausbau-Betrieb eine Entwurfsplanung anbietet, sollten Sie prüfen, ob ein unabhängiger Architekt die Bauleitung und Qualitätskontrolle übernimmt. Das schützt Ihre Interessen gegenüber dem ausführenden Unternehmen.

Wann muss ich als Bauherr beim Massivhausbau Abschlagszahlungen leisten?

Abschlagszahlungen sind im Werkvertragsrecht zulässig und im Massivhausbau üblich — sie sollten sich aber an nachgewiesenen Baufortschritten orientieren. Typische Zahlungsstufen sind Fertigstellung der Bodenplatte, Kellerdecke, Rohbau je Geschoss und Rohbauabnahme. Leisten Sie keine Vorauszahlungen, die den tatsächlichen Baufortschritt deutlich übersteigen, und vereinbaren Sie einen Sicherheitseinbehalt von fünf Prozent bis zur mangelfreien Abnahme.

Was wird bei der Rohbauabnahme eines Massivhauses geprüft?

Bei der Rohbauabnahme werden Maßhaltigkeit, Lotgerechtheit der Wände, Ebenheit der Decken, Lage und Größe von Aussparungen sowie die Ausführung der Abdichtungsarbeiten geprüft. Es empfiehlt sich, einen unabhängigen Bausachverständigen hinzuzuziehen, der auf typische Mängel wie Risse, fehlerhafte Bewehrungsüberdeckung oder Maßabweichungen achtet. Erst nach vollständiger Mängelbeseitigung und schriftlicher Abnahme beginnt die Gewährleistungsfrist.