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Hochbauunternehmen

Hochbauunternehmen errichten Bauwerke oberhalb der Geländeoberkante – von Einfamilienhäusern und Mehrfamilienhäusern bis zu Gewerbe- und Industriegebäuden. Man beauftragt sie, wenn ein Neubau im Rohbau erstellt, ein Bestandsgebäude aufgestockt oder ein Anbau in massiver Bauweise realisiert werden soll.

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Was macht ein Hochbauunternehmen?

Ein Hochbauunternehmen übernimmt die Errichtung tragender Gebäudestrukturen. Dazu gehören das Ausheben der Baugrube bis zur Gründungssohle, das Betonieren von Fundamenten und Bodenplatten, das Mauern oder Betonieren von Wänden und Stützen sowie das Herstellen von Decken und Treppenanlagen. Der Betrieb liefert in der Regel Arbeit, Material und Maschinen aus einer Hand und koordiniert dabei Polier, Schaler, Betonstahlbauer und Maurer auf der Baustelle.

Typische Auftragslagen reichen vom schlüsselfertigen Einfamilienhaus-Rohbau über den Rohbau eines Mehrfamilienhauses mit Tiefgarage bis zum Neubau von Logistikhallen, Schulgebäuden oder Parkdecks. Neben Neubauten nehmen viele Betriebe auch Aufstockungen, Anbauten und die Ertüchtigung bestehender Tragwerke an. Öffentliche Auftraggeber – Kommunen, Landkreise, Bundesbehörden – vergeben Hochbauleistungen häufig über öffentliche Ausschreibungen nach VOB/B, während private Bauherren in der Regel freihändig beauftragen.

Die Abgrenzung zu benachbarten Gewerken verläuft klar: Der Tiefbau befasst sich mit Bauwerken unterhalb der Geländeoberkante sowie mit Straßen-, Kanal- und Leitungsbau und ist damit ein eigenes Fachgebiet. Ausbaugewerke wie Trockenbau, Estrich, Fenster oder Fassade setzen auf dem fertigen Rohbau auf und werden in der Regel von separaten Nachunternehmern ausgeführt – es sei denn, das Hochbauunternehmen bietet schlüsselfertiges Bauen an und koordiniert alle Gewerke selbst.

Leistungen im Überblick

Hochbauunternehmen decken je nach Betriebsgröße und Spezialisierung ein breites Spektrum an Rohbau- und Hochbauleistungen ab.

  • Erdarbeiten und BaugrubeDer Betrieb übernimmt den Aushub der Baugrube, die Herstellung der Gründungssohle und den Verbau bei instabilen Böden. Anfallender Erdaushub wird entweder auf dem Grundstück zwischengelagert oder als Deponiefahrt abgerechnet.
  • Fundamente und BodenplattenStreifen- und Einzelfundamente sowie bewehrte Bodenplatten werden nach statischen Vorgaben betoniert. Bei drückendem Grundwasser oder besonderen Lastfällen kommen Pfahlgründungen oder Weißwannen zum Einsatz.
  • Mauerwerk und BetonwändeJe nach Bauweise werden tragende Wände gemauert – aus Kalksandstein, Porenbeton oder Ziegel – oder als Stahlbetonwand in Ortbeton hergestellt. Auch vorgefertigte Wandtafeln aus Beton werden von spezialisierten Hochbauunternehmen montiert.
  • Decken und TreppenMassivdecken aus Stahlbeton, Filigrandecken oder Elementdecken werden nach Planung des Tragwerksplaners eingebaut. Treppenanlagen entstehen entweder als Ortbetontreppe oder als Fertigteiltreppe, die angeliefert und eingehoben wird.
  • Dachkonstruktion (Rohbau)Im Hochbau umfasst der Rohbau den Ringanker sowie gegebenenfalls die Betonkonstruktion eines Flachdachs. Der Holzdachstuhl für geneigte Dächer fällt in der Regel in das Gewerk des Zimmerers.
  • Schlüsselfertiger NeubauGrößere Hochbauunternehmen bieten schlüsselfertiges Bauen an und koordinieren alle Gewerke vom Rohbau bis zur Übergabe. Sie agieren dabei als Generalunternehmer und tragen die Gesamtverantwortung gegenüber dem Bauherrn.
  • Aufstockungen und AnbautenBestehende Gebäude werden durch zusätzliche Geschosse oder seitliche Anbauten erweitert. Vor Beginn prüft der Betrieb gemeinsam mit einem Statiker, ob die vorhandene Gründung und das Tragwerk die Mehrlasten aufnehmen können.

Was kostet ein Hochbauunternehmen?

Im Hochbau wird fast ausschließlich nach Einheitspreisen abgerechnet – also pro Kubikmeter Beton, pro Quadratmeter Mauerwerk oder pro Stück Fertigteil – nicht nach Stundensatz. Die Preishöhe hängt maßgeblich von Baugröße, Bodenklasse, Bewehrungsgrad, Transportwegen und der regionalen Auslastung der Betriebe ab.

LeistungRichtpreisWas den Preis bestimmt
Rohbau Einfamilienhaus (Bodenplatte, Wände, Decken, ohne Dach) 350-600 EUR/m2 Wohnfläche Bauweise (Mauerwerk vs. Stahlbeton), Keller ja/nein und regionale Lohnkosten bestimmen die Spanne
Stahlbetondecke (Ortbeton, inkl. Schalung und Bewehrung) 90-160 EUR/m2 Deckendicke, Spannweite und Bewehrungsgehalt sind die wichtigsten Kostentreiber
Tragendes Mauerwerk (Kalksandstein oder Ziegel, 24 cm) 55-90 EUR/m2 Steinformat, Mörtelart und Wandhöhe beeinflussen den Preis; Öffnungen erhöhen den Aufwand
Bodenplatte (Stahlbeton, inkl. Sauberkeitsschicht) 70-130 EUR/m2 Bewehrungsgrad und Dicke variieren je nach Last; Dämmung unter der Platte wird separat berechnet
Erdarbeiten Baugrube (Aushub, ohne Deponiekosten) 8-20 EUR/m3 Bodenklasse und Zugänglichkeit für Bagger sind entscheidend; Verbau wird separat kalkuliert
Aufstockung (ein zusätzliches Vollgeschoss, Rohbau) 800-1.400 EUR/m2 Grundfläche Hoher Aufwand durch Arbeit im Bestand, Kran- und Sicherungsmaßnahmen treiben den Preis

Alle genannten Preise sind Orientierungswerte auf Basis marktüblicher Kalkulationen in Deutschland 2026 und verstehen sich ohne Mehrwertsteuer. Regional – besonders in Ballungsräumen und strukturschwachen Gebieten – sowie je nach Auftragslage des Betriebs können die tatsächlichen Angebotspreise deutlich abweichen.

Woran Sie ein gutes Hochbauunternehmen erkennen

Bei einem Gewerk mit hohen Auftragswerten und langen Laufzeiten lohnt es sich, den Betrieb vor der Beauftragung sorgfältig zu prüfen.

  1. Eintrag in der Handwerksrolle oder gewerberechtliche ZulassungHochbauarbeiten dürfen nur von Betrieben ausgeführt werden, die in der Handwerksrolle eingetragen oder als Bauunternehmen gewerberechtlich zugelassen sind. Fragen Sie nach dem Handelsregisterauszug oder der Eintragungsbestätigung der Handwerkskammer.
  2. Nachweis einer BetriebshaftpflichtversicherungEine ausreichend dimensionierte Betriebshaftpflicht – mindestens 3 Mio. EUR Deckungssumme für Personen- und Sachschäden – ist im Hochbau unverzichtbar. Lassen Sie sich die Police oder eine aktuelle Versicherungsbestätigung vorlegen.
  3. Referenzen vergleichbarer ProjekteEin seriöser Betrieb kann auf Anfrage Referenzen zu abgeschlossenen Projekten ähnlicher Größe und Bauart nennen. Fragen Sie konkret nach Bauzeit, Baukosten und einem Ansprechpartner beim damaligen Auftraggeber.
  4. Klares und vollständiges Leistungsverzeichnis im AngebotDas Angebot muss jede Leistungsposition mit Menge, Einheit und Einheitspreis ausweisen – nicht nur eine Pauschale. Fehlen Positionen wie Schalung, Rütteln des Betons oder Deponiekosten, kommen diese häufig als Nachtragsrechnung.
  5. Feste Ansprechpartner und BaustellenorganisationFragen Sie, wer als verantwortlicher Polier auf der Baustelle eingesetzt wird und wie Kommunikation und Mängelanzeigen gehandhabt werden. Betriebe, die keinen festen Ansprechpartner benennen können, arbeiten oft mit wechselnden Subunternehmern ohne klare Verantwortlichkeit.
  6. VOB-konforme VertragsbedingungenDie Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB/B) regelt Abnahme, Gewährleistung und Nachtragsmanagement praxisgerecht. Ein Betrieb, der auf VOB-Basis arbeitet, zeigt damit Vertrautheit mit professionellen Bauabläufen – lassen Sie sich die Vertragsbedingungen schriftlich bestätigen.

Angebote richtig vergleichen

Ein seriöses Angebot eines Hochbauunternehmens basiert auf einem detaillierten Leistungsverzeichnis, das alle Gewerke und Positionen einzeln aufführt: Erdarbeiten mit Bodenklasse und Aushubmenge, Betonarbeiten mit Güte und Bewehrungsgrad, Mauerwerk mit Steinformat und Mörtelklasse, Schalung nach Schalungsart und Quadratmetern sowie Entsorgungsleistungen. Fehlen diese Angaben und enthält das Angebot nur Pauschalbeträge, ist ein Vergleich mit anderen Angeboten kaum möglich und das Risiko von Nachträgen hoch. Besonders häufig werden Erdaushub-Deponiekosten, Verbaumaßnahmen, Krangestellung, Gerüst und Baureinigung weggelassen und erst nach Auftragserteilung in Rechnung gestellt.

Für einen belastbaren Vergleich sollten Sie mindestens drei Angebote von Betrieben einholen, die das Leistungsverzeichnis nach identischer Ausschreibung bepreist haben – andernfalls vergleichen Sie unterschiedliche Leistungsumfänge. Achten Sie darauf, dass alle Angebote dieselbe Grundlage haben: gleiches Leistungsverzeichnis, gleiche Pläne, gleicher Baubeginn. Lassen Sie unklare Positionen vom Betrieb schriftlich erläutern, bevor Sie unterschreiben. Ein auffällig niedriges Angebot ist kein Vorteil, wenn wesentliche Positionen fehlen oder die Qualität der Materialien nicht spezifiziert ist.

Häufige Fragen

Was ist Hochbau?

Hochbau bezeichnet die Errichtung von Bauwerken oberhalb der Geländeoberkante – also Gebäude wie Wohnhäuser, Bürobauten, Schulen oder Industriehallen. Der Begriff umfasst alle Rohbauarbeiten von der Gründung über tragende Wände und Decken bis zum Rohbauabschluss. Abzugrenzen ist der Hochbau vom Tiefbau, der sich mit Straßen, Kanälen, Brücken und unterirdischen Bauwerken befasst.

Was bedeutet Hochbau?

Der Begriff Hochbau steht im deutschen Bauwesen für alle Bauleistungen, die Gebäude in die Höhe führen – im Gegensatz zum Tiefbau, der in den Boden geht oder auf Geländeniveau bleibt. Zum Hochbau zählen Fundamente, Wände, Decken, Treppenanlagen und der Rohbau als Gesamtleistung. In der Praxis verwenden Bauherren den Begriff häufig als Synonym für den Rohbau eines Gebäudes.

Was ist der Unterschied zwischen Hochbau und Tiefbau?

Hochbau umfasst Gebäude und Bauwerke, die sich oberhalb der Geländeoberkante erheben, während der Tiefbau Straßen, Tunnel, Kanäle, Versorgungsleitungen und Erdbauwerke betrifft. Beide Bereiche erfordern unterschiedliche Maschinen, Materialien und Fachkenntnisse, weshalb es spezialisierte Betriebe für jedes Fachgebiet gibt. Manche größere Bauunternehmen decken beide Bereiche ab und treten als Generalunternehmer auf.

Welche Bauunternehmen bieten Hochbau an?

Hochbauleistungen bieten sowohl kleine und mittlere Bauunternehmen als auch große Baukonzerne an, je nach Projektgröße und Region. Für private Bauherren sind in der Regel regional tätige mittelständische Betriebe der richtige Ansprechpartner, da diese flexibler auf individuelle Anforderungen eingehen können. Über Firmenverzeichnisse wie dieses finden Sie Betriebe gefiltert nach Region und Leistungsbereich.

Welche Bauunternehmen sind führend im Hochbau?

Im Großprojektbereich sind Unternehmen wie STRABAG, Hochtief, Züblin und Porr für den deutschen Markt bekannt und übernehmen Hochbauprojekte im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich. Für private Bauherren, kleinere Gewerbetreibende und Kommunen sind jedoch regional tätige mittelständische Betriebe relevanter, da Großkonzerne solche Aufträge in der Regel nicht annehmen. Die Qualität eines Betriebs lässt sich weniger am Namen als an Referenzen, Zertifizierungen und konkreten Angeboten messen.

Wie lange dauert der Rohbau eines Einfamilienhauses?

Ein typischer Rohbau eines Einfamilienhauses in massiver Bauweise dauert je nach Größe, Unterkellerung und Witterung zwischen drei und sechs Monaten. Maßgeblich sind die Trocknungszeiten des Betons, Lieferzeiten für Fertigteile und die Verfügbarkeit von Handwerkern auf der Baustelle. Verzögerungen entstehen häufig durch schlechte Witterung im Winter oder bei kurzfristigen Planungsänderungen.

Was muss ich als Bauherr vor Beauftragung eines Hochbauunternehmens vorbereiten?

Vor der Angebotseinholung sollten Bauzeichnungen, Lagepläne, ein Bodengutachten und die Baugenehmigung vorliegen, damit der Betrieb auf einer vollständigen Grundlage kalkulieren kann. Ohne diese Unterlagen sind Angebote häufig unvollständig oder enthalten hohe Sicherheitsaufschläge. Ein Leistungsverzeichnis, das idealerweise ein Architekt oder Bauleiter erstellt hat, erleichtert den Preisvergleich erheblich.