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Fenster- und Türenbau

Fenster- und Türenbaubetriebe planen, fertigen und montieren Fenster, Außentüren, Fassadenelemente und Dachfenster aus Holz, Kunststoff, Aluminium oder Holz-Aluminium-Verbund. Man beauftragt sie beim Neubau, bei der energetischen Sanierung oder wenn einzelne Elemente ausgetauscht, repariert oder maßgefertigt werden sollen.

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Was macht ein Betrieb für Fenster- und Türenbau?

Fensterbauer messen Öffnungen aus, beraten zur Verglasung, Rahmenkonstruktion und Beschlagtechnik, fertigen die Elemente entweder in eigener Produktion oder beziehen sie vom Hersteller und montieren sie fachgerecht. Dazu gehört das Einsetzen in den Rohbau, die Dämmung der Leibung, die Abdichtung nach innen und außen sowie die Einstellung der Beschläge. Viele Betriebe übernehmen auch Reparaturen an Rahmen und Schlössern sowie Glasersatz nach Bruch.

Typische Aufträge sind der komplette Fenstertausch in Bestandsgebäuden – oft im Zuge einer energetischen Sanierung –, die Erstbestückung im Neubau und die Maßfertigung von Sonderelementen wie Hebeschiebetüren, Pfosten-Riegel-Fassaden oder Dachflächenfenstern. Gewerbliche Auftraggeber beauftragen Fensterbauer auch für den Einbau von Brandschutz- oder Einbruchschutzelementen.

Die Abgrenzung zu Nachbargewerken ist in der Praxis klar geregelt: Der Fensterbauer liefert und montiert das Element bis zur Leibung. Putz- und Malerarbeiten an der Laibung sowie das Versetzen von Rollläden in den Sturzkasten übernehmen Stuckateure beziehungsweise Schreiner oder Metallbauer. Dachfenster werden von Fensterbauern geliefert und eingebaut, die Eindeckung des Anschlussblechs am Dach ist jedoch klassisch Dachdeckerarbeit. Beide Gewerke arbeiten hier meist in Abstimmung, wobei die Federführung je nach Bauvorhaben beim Fensterbauer oder beim Dachdecker liegt.

Leistungen im Überblick

Fensterbaubetriebe decken das gesamte Spektrum von der Beratung über die Maßfertigung bis zur montagefertigen Übergabe ab.

  • Fenstertausch im BestandAlte Fenster werden ausgebaut, die Öffnung gereinigt und neu gedämmt, das neue Element wird eingesetzt, gedichtet und justiert. Besonderes Augenmerk gilt der luft- und schlagregendichten Anschlussebene nach RAL-Leitfaden.
  • Außentüren und HaustürenFensterbauer montieren Haustüren, Nebeneingangstüren und Terrassentüren aus Holz, Aluminium oder Kunststoff inklusive Schlosskasten, Bändern und elektrischen Öffnern. Einbruchschutztüren bis Widerstandsklasse RC 3 gehören ebenso zum Leistungsspektrum.
  • DachflächenfensterDachflächenfenster für Schrägen und Gauben werden vom Fensterbauer geliefert und montiert; er stellt dabei die Passgenauigkeit und Wärmedämmung des Rahmens sicher. Die Eindeckung des Dachanschlusses koordiniert er in der Regel mit dem Dachdecker.
  • Hebeschiebetüren und SonderformateGroßformatige Schiebe- und Hebeelemente für Terrassen oder Wintergärten erfordern besondere Beschlagsysteme und eine verstärkte Bodenebene. Fensterbauer übernehmen hier die komplette Planung des Blendrahmens, die Verglasung und die Montage.
  • Energetische Sanierung und WärmedämmverglasungIm Rahmen von Sanierungsmaßnahmen nach GEG werden Fenster auf mindestens Uw 1,0 W/(m2·K) oder besser ausgelegt. Der Fensterbauer berät zu Dreifachverglasung, geeigneten Rahmenmaterialien und förderfähigen Produktkombinationen.
  • Reparatur und InstandhaltungGebrochene Scheiben werden im Glasersatz ausgetauscht, defekte Beschläge justiert oder getauscht, undichte Anschlüsse neu abgedichtet. Viele Betriebe bieten einen Wartungsvertrag für regelmäßige Beschlagpflege und Dichtungskontrolle an.
  • Rollläden und SonnenschutzAufsatz- oder Vorbaurollläden, Raffstores und außenliegende Jalousien werden häufig zusammen mit dem Fensterelement geplant und montiert. Das vereinfacht Anschluss und Steuerung und vermeidet spätere Folgearbeiten an der Fassade.

Was kostet ein Betrieb für Fenster- und Türenbau?

Fensterbauer rechnen Materiallieferung und Montage meist als Komplettpreis pro Element ab; der Stundenlohn für Reparaturen und Zusatzleistungen liegt bundesweit zwischen 60 und 90 EUR netto. Den Preis treiben vor allem das Rahmenmaterial, die Verglasungsqualität (Zweifach oder Dreifach), das Sonderformat und der Aufwand für Dämmung und Anschluss an der Laibung.

LeistungRichtpreisWas den Preis bestimmt
Standardfenster Kunststoff, Zweifachverglasung, Tausch inkl. Montage 350-650 EUR/Stück Abhängig von Größe (ca. 1,0–1,5 m2) und Öffnungsart (Dreh-Kipp oder Festverglasung)
Holz-Aluminium-Fenster, Dreifachverglasung, Tausch inkl. Montage 800-1.600 EUR/Stück Mehrpreis durch hochwertige Verglasung (Uw bis 0,7 W/(m2·K)) und aufwändigere Rahmenpflege
Dachflächenfenster, Einbau inkl. Rahmen (ohne Eindeckanschluss) 600-1.400 EUR/Stück Schwankung durch Hersteller (Velux, Fakro u. a.), Öffnungsmechanik und Verglasungsklasse
Haustür, Aluminium, RC 2, Montage inkl. 2.000-4.500 EUR/Stück Einbruchschutzklasse, Türgröße, Verglasung und Beschlag (Zylinder, Mehrriegelsystem) bestimmen den Preis
Hebeschiebetür, Dreifachverglasung, ab 3 m Breite 3.500-8.000 EUR/Stück Laufschienensystem, Profilhöhe und Beschlagsystem (elektrisch/manuell) variieren den Preis erheblich
Monteurstunde für Reparatur und Zusatzleistungen 60-90 EUR/Stunde Anfahrt wird häufig gesondert berechnet; Mindestabrechnung oft 1 Stunde

Die genannten Spannen sind Orientierungswerte auf Basis marktüblicher Preise in Deutschland für 2026 und enthalten keine Mehrwertsteuer. Regionale Unterschiede zwischen Ballungsräumen und ländlichen Gebieten sowie die jeweilige Auftragslage des Betriebs können die tatsächlichen Angebote spürbar nach oben oder unten abweichen lassen.

Woran Sie einen guten Betrieb für Fenster- und Türenbau erkennen

Seriosität und handwerkliche Qualität zeigen sich bereits vor der Auftragserteilung an konkreten Merkmalen.

  1. Aufmaß vor OrtEin seriöser Betrieb nimmt das Aufmaß persönlich und protokolliert Leibungstiefe, Wandaufbau und Anschlusssituation. Angebote auf Basis von Telefonangaben oder Fotos allein deuten auf mangelnde Sorgfalt hin.
  2. Angabe des Uw-Wertes im AngebotDer Wärmedurchgangskoeffizient des gesamten Fensters (Uw) muss im Angebot ausgewiesen sein, da er für Förderprogramme und den Nachweis nach GEG relevant ist. Fehlt diese Angabe, können Förderzusagen nachträglich wegfallen.
  3. Montage nach RAL-LeitfadenPrüfen Sie, ob der Betrieb ausdrücklich nach RAL-Gütegemeinschaft Fenster, Türen und Fassaden montiert – das regelt Abdichtung von innen, in der Mitte und außen in drei Ebenen. Eine schriftliche Zusage oder ein entsprechendes Zertifikat ist ein verlässliches Indiz.
  4. Vollständige GewährleistungsangabenDie gesetzliche Gewährleistung beträgt fünf Jahre für Bauleistungen; viele Hersteller bieten zusätzlich Produktgarantien auf Rahmen und Verglasung. Achten Sie darauf, ob beides im Angebot oder Auftragsbestätigung vermerkt ist.
  5. Referenzen und Vor-Ort-BesichtigungenSeriöse Betriebe können auf Anfrage Referenzobjekte nennen oder zeigen. Bereits abgeschlossene Projekte geben Aufschluss über Verarbeitungsqualität der Leibungsanschlüsse und Dichtfugen.
  6. Klare Regelung der NachfolgegewerkeEin guter Fensterbauer klärt vorab, wer Putz-, Maler- und Dachdeckerarbeiten an Laibung und Anschluss übernimmt. Ungeregelte Schnittstellen führen später häufig zu Streit über Mängelverantwortung.

Angebote richtig vergleichen

Ein vollständiges Angebot im Fensterbau enthält die genaue Elementbezeichnung mit Profilsystem, Rahmenmaterial, Glasaufbau und Uw-Wert, die Anzahl und Art der Beschläge, die Montageleistung mit Angabe des Anschlussstandards (RAL oder gleichwertig), anfallende Entsorgungskosten für die Altelemente sowie Angaben zu Lieferzeit und Gewährleistung. Fehlen Uw-Wert, Profiltiefe oder der Verweis auf den Anschlussstandard, ist das Angebot nicht vollständig vergleichbar. Häufig nachträglich teuer werden: Zusatzkosten für Sonderbeschläge, Lieferung in höhere Stockwerke ohne Aufzug, nicht eingeplante Leibungsputzarbeiten und Entsorgung schadstoffbelasteter Altfenster.

Einholen Sie mindestens drei Angebote, da die Preisspannen im Fensterbau je nach Rahmenmaterial und Verglasungsklasse erheblich sind und ein einziges Angebot keine Einschätzung des Marktniveaus erlaubt. Achten Sie darauf, dass alle Angebote dieselbe Leistungstiefe beschreiben, also gleiche Glasqualität, gleiche Montage und gleiche Nachleistungen – nur dann ist ein Preisvergleich aussagekräftig. Billigangebote, die keine Montage nach anerkanntem Standard ausweisen, können durch Folgeschäden an Dämmung und Anschluss teurer werden als ein höheres Erstangebot.

Häufige Fragen

Wer baut Dachfenster ein – der Dachdecker oder der Fensterbauer?

In der Regel übernimmt der Fensterbauer die Lieferung und den Einbau des Rahmens sowie die Verglasung des Dachfensters, während der Dachdecker den wasserdichten Anschluss des Eindeckrahmens ans Dach herstellt. Beide Gewerke müssen deshalb koordiniert arbeiten; welches Gewerk die Federführung übernimmt, hängt vom Gesamtauftrag ab. Bei einem reinen Fenstertausch ohne weitere Dacharbeiten beauftragen die meisten Bauherren zuerst den Fensterbauer, der dann den Dachdecker für den Anschluss zuzieht oder dessen Abstimmung empfiehlt.

Welche Dachfenster bieten die beste Wärmedämmung?

Dachfenster mit Dreifachverglasung und einem Uw-Wert von 1,0 W/(m2·K) oder besser gelten derzeit als Standard für energetisch anspruchsvolle Sanierungen; einzelne Modelle erreichen Uw-Werte bis 0,7 W/(m2·K). Entscheidend ist neben dem Glasaufbau auch der gedämmte Eindeckrahmen, der Wärmebrücken am Übergang zur Dachkonstruktion minimiert. Für Passivhäuser oder Niedrigstenergiegebäude sollten Fensterbauer und Energieberater gemeinsam prüfen, ob außerdem eine Schallschutzklasse oder ein spezielles Lüftungsflügel-Konzept sinnvoll ist.

Welche Fensterbau-Software ist am besten?

Diese Frage richtet sich in der Regel an Betriebe, nicht an Auftraggeber – für die Auftragsvergabe ist die vom Fensterbauer eingesetzte Software nachrangig. Relevant für Sie als Bauherr ist vielmehr, ob der Betrieb in der Lage ist, Aufmaß digital zu erfassen, Angebote mit vollständigen technischen Kennwerten auszudrucken und Bestelldaten direkt an den Hersteller zu übermitteln. Professionelle Betriebe arbeiten häufig mit Branchenlösungen wie Klaes, FeneTech oder WinOG, die eine fehlerarme Übergabe vom Aufmaß bis zur Bestellung sicherstellen.

Wie lange dauert der Einbau neuer Fenster im Bestand?

Für den Tausch eines Standardfensters rechnen erfahrene Monteure mit etwa einer bis zwei Stunden pro Element, inklusive Abdichten und Justieren der Beschläge. Bei einem typischen Einfamilienhaus mit acht bis zwölf Fenstern ist der Einbau in einem bis zwei Arbeitstagen abgeschlossen. Sonderformate, schwer zugängliche Einbauorte oder aufwändige Leibungsdämmungen verlängern die Montagezeit entsprechend.

Kann ich für neue Fenster staatliche Förderung erhalten?

Ja, der Austausch von Fenstern im Rahmen einer energetischen Sanierung wird über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die KfW gefördert, wenn die Elemente definierte Mindest-Uw-Werte erreichen und ein zugelassener Energieeffizienz-Experte die Maßnahme begleitet. Der Fensterbauer muss die technischen Kennwerte im Angebot ausweisen, damit diese in den Förderantrag einfließen können. Den Antrag selbst stellen Sie oder Ihr Energieberater vor Baubeginn, da nachträgliche Anträge in der Regel nicht anerkannt werden.

Was ist bei der Abdichtung von Fenstern zu beachten?

Fachgerechte Fensterabdichtung erfolgt in drei Ebenen: innen luftdicht (zum Schutz der Konstruktion vor Feuchtigkeit aus dem Innenraum), in der Mitte wärmegedämmt und außen schlagregendicht und diffusionsoffen. Diese Anforderung ist im RAL-Leitfaden Fenster und Außentüren beschrieben und bildet die Grundlage für mangelfreie Montage. Fehler bei der Abdichtung führen langfristig zu Schimmelbildung und Wärmeverlust an der Laibung und sind eine der häufigsten Ursachen für Gewährleistungsstreitigkeiten im Fensterbau.