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Metallbau

Metallbauer und Schlosser fertigen, montieren und reparieren Konstruktionen und Bauteile aus Stahl, Aluminium und anderen Metallen. Man beauftragt sie, wenn Tore, Treppen, Geländer, Fassadenelemente oder individuelle Stahlkonstruktionen gebraucht werden, die Normprodukte nicht abdecken.

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Was macht ein Metallbauer?

Metallbauer und Schlosser planen, fertigen und montieren Bauteile und Konstruktionen aus Metall — überwiegend Stahl, Edelstahl und Aluminium, seltener Kupfer oder Messing. Das reicht von einfachen Halterungen und Absperrungen über filigrane Geländer und Vordächer bis hin zu tragenden Stahlrahmen für Hallen und Industrieanlagen. Der Schwerpunkt liegt auf der handwerklichen Einzelfertigung: Was kein Katalogprodukt ist, entsteht auf Maß im Betrieb und wird anschließend auf der Baustelle montiert.

Typische Auftragslagen sind der Austausch oder die Erstmontage von Hoftoren und Einfahrtsgittern, die Anfertigung von Balkongittern und Treppengeländern für Neu- und Altbauten, Stahlunterkonstruktionen für Carports oder Überdachungen sowie Wartungs- und Reparaturarbeiten an bestehenden Metallelementen. Auch Schlösser und Beschläge werden von Schlossereien gewartet oder ausgetauscht, wobei der reine Schlüsseldienst ein eigenständiges Gewerbe darstellt.

Gegenüber dem Schlosser im engeren Sinne — der klassisch Schlösser und Beschläge bearbeitet — deckt der Metallbauer das breitere Spektrum ab. Der Stahlbauer wiederum ist auf tragende Großkonstruktionen spezialisiert. Schmiede fertigen dekorative Schmiedeeisenarbeiten von Hand, während Schlosser und Metallbauer überwiegend mit maschinell bearbeitetem Material arbeiten. Für reine Aluminiumfassaden und Fensterrahmen ist dagegen ein Fensterbauer oder Glaser die erste Adresse.

Leistungen im Überblick

Metallbauer und Schlosser übernehmen ein breites Spektrum an Arbeiten rund um metallene Bauteile und Konstruktionen.

  • Tore und EinfahrtsgitterDazu gehören Drehtore, Schiebetore, Schranken und Zaunelemente, die auf Maß gefertigt und auf dem Grundstück montiert werden. Auf Wunsch wird die Konstruktion mit einer Torantriebsanlage ausgestattet.
  • Treppen und TreppengeländerMetallbauer fertigen tragende Stahlwangen für Innen- und Außentreppen sowie Geländerkonstruktionen aus Stahl, Edelstahl oder Aluminium. Die Stufen selbst werden häufig in Zusammenarbeit mit Schreinern oder Steinmetzen ergänzt.
  • Balkongitter und AbsturzsicherungenGitter, Brüstungen und Sicherheitsgeländer werden nach bauordnungsrechtlichen Vorgaben zur Höhe und Durchstiegsicherheit geplant und montiert. Bestehende Konstruktionen lassen sich durch Schlosser auch instand setzen oder nachträglich ergänzen.
  • Überdachungen, Carports und VordächerStahlunterkonstruktionen für Carports, Terrassenüberdachungen und Haustürvordächer werden im Betrieb vorgefertigt und bauseits verschraubt oder verschweißt. Die Eindeckung mit Glas, Polycarbonat oder Blech erfolgt oft in einem Zug.
  • Stahlbau für Hallen und IndustriegebäudeFür kleinere Hallen, Werkstattgebäude und Lagerräume übernehmen Metallbaubetriebe die Planung und Montage der Stahlrahmenkonstruktion. Bei statisch anspruchsvolleren Projekten wird ein Tragwerksplaner eingebunden.
  • Schloss- und BeschlagarbeitenTürschlösser, Scharniere, Riegel und Beschläge werden ausgetauscht, nachgerüstet oder repariert. Einbruchhemmende Nachrüstlösungen nach DIN-Widerstandsklassen lassen sich von Schlossereien fachgerecht einbauen.
  • Reparatur und KorrosionsschutzSchadhafte Schweißnähte, verrostete Bauteile und mechanisch beschädigte Konstruktionen werden instand gesetzt. Korrosionsschutzmaßnahmen wie Grundierung, Verzinkung oder Pulverbeschichtung verlängern die Nutzungsdauer erheblich.

Was kostet ein Metallbauer?

Die meisten Leistungen werden entweder als Stundenverrechnungssatz oder als Pauschalpreis für ein definiertes Bauteil abgerechnet. Den größten Einfluss auf den Endpreis haben der Materialaufwand, die Komplexität der Konstruktion sowie der Vorfertigungsgrad im Betrieb gegenüber dem Montageaufwand auf der Baustelle.

LeistungRichtpreisWas den Preis bestimmt
Stundenverrechnungssatz 65-95 EUR/Stunde Abhängig von Region, Betriebsgröße und Qualifikation; Anfahrt oft zusätzlich
Einfaches Hoftor (Drehtor, zweiflügelig) 1.200-3.500 EUR Preis steigt mit Breite, Verzierung und Oberflächenbehandlung
Schiebetor mit Antrieb 2.500-6.000 EUR Antriebstechnik, Steuerung und Laufschiene eingerechnet
Treppengeländer aus Stahl (lfd. m) 180-450 EUR/lfd. m Je nach Profilwahl, Füllstäben oder Glasausfachung
Balkongitter (m2) 150-380 EUR/m2 Einfache Gitterstäbe günstiger, schmiedeeiserne Elemente teurer
Schlossaustausch (inkl. Material) 150-400 EUR Sicherheitsschlösser nach WK2/WK3 am oberen Ende der Spanne

Alle Angaben sind Richtwerte auf Basis marktüblicher Preise in Deutschland. Regional — insbesondere in Ballungsräumen — können die Sätze spürbar höher liegen; in ländlichen Regionen teils darunter.

Woran Sie einen guten Metallbauer erkennen

Qualität und Seriosität eines Metallbaubetriebs lassen sich anhand einiger konkreter Merkmale prüfen, bevor Sie einen Auftrag vergeben.

  1. Eingetragener HandwerksbetriebMetallbau und Schlosser sind zulassungspflichtige Handwerke, die einen Meisterbrief oder eine gleichwertige Qualifikation erfordern. Prüfen Sie die Eintragung über die Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer — die Suche ist dort kostenlos und öffentlich zugänglich.
  2. Detailliertes schriftliches AngebotEin seriöser Betrieb legt Materialart, Wandstärken, Oberflächenbehandlung und Montageleistung einzeln aufgeführt vor. Fehlen diese Angaben, ist ein Preisvergleich kaum möglich und spätere Nachforderungen sind wahrscheinlich.
  3. Referenzen und eigene WerkstattBetriebe mit eigener Fertigungsstätte können Qualität und Termine besser kontrollieren als reine Montagebetriebe, die zukaufen. Fragen Sie nach vergleichbaren Objekten in Ihrer Region, die Sie im Zweifel besichtigen können.
  4. Nachweise zu Korrosionsschutz und MaterialherkunftGuter Metallbau steht und fällt mit dem Oberflächenschutz. Seriöse Betriebe geben an, ob verzinkt, grundiert oder pulverbeschichtet wird und nach welchem Verfahren — das beeinflusst die Lebensdauer erheblich.
  5. BetriebshaftpflichtversicherungFür den Fall von Schäden am Gebäude oder an Dritten während der Montage sollte der Betrieb eine aktuelle Betriebshaftpflicht vorweisen können. Lassen Sie sich die Police oder zumindest eine Bestätigung des Versicherers zeigen.
  6. Klare Regelung zu Gewährleistung und AbnahmeDie gesetzliche Gewährleistungsfrist für Werkleistungen beträgt fünf Jahre ab Abnahme. Prüfen Sie, ob das Angebot eine förmliche Abnahme vorsieht — denn erst damit beginnt die Frist zu laufen.

Angebote richtig vergleichen

Ein belastbares Angebot im Metallbau nennt Materialart und Güte (z. B. Stahlrohr S235, Wandstärke 3 mm), Oberflächenbehandlung (Feuerverzinkung, Pulverbeschichtung in RAL-Farbe), Schweißnahtqualität sowie alle Montageleistungen inklusive Dübel und Befestigungsmaterial. Posten, die häufig fehlen oder nachträglich in Rechnung gestellt werden, sind Transportkosten für schwere Bauteile, Beistellleistungen wie Gerüst oder Kran, Entsorgung von Altteilen sowie Malerarbeiten zum Korrosionsschutz nach der Montage. Holen Sie mindestens drei Angebote ein, damit Sie Preise und Leistungsumfang sinnvoll gegenüberstellen können.

Vergleichen Sie Angebote nicht ausschließlich über den Gesamtpreis, sondern prüfen Sie, welche Positionen enthalten sind. Ein günstigerer Anbieter, der die Oberflächenbehandlung separat oder gar nicht aufführt, kann am Ende teurer werden. Achten Sie auch auf die Zahlungsbedingungen: Ein Anzahlungsanteil von 30 bis 40 Prozent bei Auftragserteilung ist üblich und legitim — Forderungen über 50 Prozent vor Baubeginn sind dagegen ein Warnsignal.

Häufige Fragen

Welche Metallbau-Software ist am besten?

Für professionelle Betriebe hat sich im deutschsprachigen Raum Software wie Bocad, Tekla Structures oder die branchenspezifischen Module in Autodesk Advance Steel etabliert. Diese Programme ermöglichen 3D-Konstruktion, automatische Stücklisten und NC-Schnittdaten für Maschinen, sind aber lizenzpflichtig und kosten je nach Paket mehrere Hundert bis einige Tausend EUR pro Jahr. Für kleinere Schlossereien mit einfacheren Projekten reichen oft 2D-CAD-Lösungen wie DraftSight oder LibreCAD aus.

Welche CAD-Programme für den Metallbau gibt es kostenlos?

Kostenlose CAD-Optionen für den Metallbau sind LibreCAD (2D, Open Source) und FreeCAD (3D, Open Source) — beide lassen sich ohne Lizenzkosten nutzen. Der Funktionsumfang ist gegenüber Spezialsoftware wie Tekla oder Advance Steel deutlich eingeschränkt: Automatisierte Stücklisten, Verbindungsnachweise und CNC-Exportfunktionen fehlen weitgehend. Für einfache Zeichnungen und Skizzen reichen sie jedoch aus.

Wann brauche ich für eine Metallkonstruktion eine Baugenehmigung?

Ob eine Baugenehmigung erforderlich ist, hängt vom Bundesland und der Art der Konstruktion ab. Tragende Stahlbauten wie Carports oder Überdachungen ab einer bestimmten Grundfläche — häufig ab 20 bis 30 m2 — sind in den meisten Bundesländern genehmigungspflichtig; Geländer und Tore in der Regel nicht. Klären Sie das vor der Beauftragung mit der zuständigen Baubehörde, da die Landesbauordnungen voneinander abweichen.

Wie lange hält ein verzinktes Stahltor?

Feuerverzinkter Stahl erreicht im Außenbereich bei normaler Belastung eine Schutzwirkung von 25 bis 50 Jahren, bevor Nachbehandlung nötig wird. Entscheidend sind Schichtdicke der Zinkauflage sowie zusätzliche Beschichtungen wie Pulverlack, die das Zink vor mechanischer Beschädigung schützen. Regelmäßige Sichtkontrolle und das Nachstreichen kleiner Beschädigungen verlängern die Lebensdauer erheblich.

Was kostet ein nachträglich eingebautes einbruchhemmendes Schloss?

Ein Schlossaustausch mit einem zertifizierten Sicherheitsschloss der Widerstandsklasse WK2 oder WK3 kostet inklusive Material und Montage in der Regel zwischen 150 und 400 EUR. Der genaue Preis hängt von Schlossart, Zylinderhersteller und dem Aufwand für die Anpassung an die bestehende Tür ab. Zusätzliche Maßnahmen wie Schutzbeschläge oder Gegenplatten werden separat berechnet.

Kann ich ein Treppengeländer nachträglich einbauen lassen?

Ja, ein nachträglicher Einbau ist in den meisten Fällen möglich — sowohl innen als auch außen. Der Metallbauer beurteilt vorab, wie das Geländer befestigt werden kann (seitlich angedübelt, aufgesetzt oder wandseitig montiert) und ob der Untergrund dafür geeignet ist. Kosten liegen je nach Material und Ausführung bei 180 bis 450 EUR pro laufendem Meter, zuzüglich Montage und eventuellen Stemm- oder Putzarbeiten.

Wer haftet, wenn ein Geländer nicht den Vorschriften entspricht?

Für die Einhaltung der bauordnungsrechtlichen Anforderungen — etwa zur Mindesthöhe und Durchstiegsicherheit von Geländern — ist der ausführende Betrieb verantwortlich, solange er keine abweichenden Vorgaben vom Auftraggeber schriftlich erhalten hat. Bei selbst eingereichten Planungen trägt der Auftraggeber einen Teil der Verantwortung. Im Streitfall greift die Betriebshaftpflicht des Handwerkers — ein weiterer Grund, diesen Nachweis vor Auftragserteilung zu verlangen.