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Rollladen- und Sonnenschutztechnik

Rollladenbauer planen, liefern und montieren Rollläden, Raffstoren, Jalousien und andere Sonnenschutzsysteme für Wohn- und Gewerbebauten. Man beauftragt dieses Gewerk, wenn Blend- und Wärmeschutz, Einbruchhemmung oder Sichtschutz an Fenstern, Türen und Fassaden benötigt werden.

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Was macht ein Betrieb für Rollladen- und Sonnenschutztechnik?

Rollladenbauer — fachlich korrekt als Fachkräfte der Rollladen- und Sonnenschutztechnik bezeichnet — übernehmen die gesamte Kette vom Aufmaß bis zur Inbetriebnahme. Sie messen die Öffnungen aus, beraten zur geeigneten Konstruktion, fertigen oder konfektionieren die Elemente und montieren sie am Bau. Dazu gehören Rollläden in Auf- oder Vorbaukasten, Raffstoren, Horizontaljalousien, Außenjalousien, Faltstores, Insektenschutzgitter und motorisierte Antriebe inklusive Steuerung.

Typische Auftragslagen umfassen die Erstausstattung im Neubau, den nachträglichen Einbau in Bestandsgebäude sowie den Austausch defekter oder veralteter Systeme. Auch Reparaturen — etwa an gebrochenen Gurten, beschädigten Behängen oder ausgefallenen Motoren — gehören zum laufenden Geschäft. Im Wohnungsbau dominieren Rollläden und Raffstoren, im gewerblichen Bereich kommen häufiger großflächige Beschattungssysteme und motorisierte Fassadenanlagen hinzu.

Von benachbarten Gewerken grenzt sich das Fach klar ab: Fensterbauer liefern den Rahmen und können einfache Aufsatzkästen mit einbauen, übernehmen aber selten komplexe Sonnenschutz- oder Antriebstechnik. Elektriker verlegen die Zuleitungen für Motorantriebe, die Programmierung der Steuerung und die Endmontage der Antriebe verbleiben jedoch beim Sonnenschutztechniker. Schreiner montieren gelegentlich innenliegende Jalousien, sind für außenliegenden Sonnenschutz jedoch nicht die erste Adresse.

Leistungen im Überblick

Rollladenbauer decken alle Leistungen rund um außen- und innenliegenden Sicht-, Blend- und Wärmeschutz ab.

  • Aufmaß und BeratungDer Betrieb nimmt exakte Maße der Öffnungen und Laibungen auf und klärt, welches System zu Baukonstruktion, Nutzungsanforderung und Budget passt. Dabei werden auch statische Gegebenheiten für die Befestigung und bauphysikalische Anforderungen berücksichtigt.
  • Lieferung und Montage von RolllädenRollläden werden in Auf-, Vor- oder Einbaukästen geliefert und am Fenster- oder Mauerwerk befestigt. Die Montage umfasst Kasten, Führungsschienen, Behang sowie Gurtzug oder elektrischen Antrieb.
  • Raffstoren und AußenjalousienRaffstoren aus Aluminium kombinieren Beschattung mit Lichtlenkung und eignen sich besonders für Büros und Südlagen. Der Einbau erfordert sorgfältige Windlastberechnung und korrekte Befestigung, da die Lamellen bei Wind erheblichen Kräften ausgesetzt sind.
  • Motorisierung und SteuerungElektrische Antriebe ermöglichen komfortables Öffnen und Schließen per Schalter, Fernbedienung oder Smart-Home-System. Der Rollladenbauer installiert den Motor, stellt Endlagen ein und verbindet die Steuerung mit Wind-, Regen- oder Sonnensensoren.
  • InsektenschutzEinbau von Rahmensystemen mit Fliegengitter in Festrahmen-, Rollo- oder Plissee-Ausführung, passend auf das vorhandene Fenstermaß konfektioniert. Diese Arbeit wird häufig zusammen mit einem Rollladenauftrag kombiniert.
  • Reparatur und WartungDefekte Gurte, gebrochene Lamellen, blockierte Führungsschienen oder ausgefallene Motoren werden instand gesetzt oder ausgetauscht. Regelmäßige Wartung verlängert die Lebensdauer motorisierter Anlagen erheblich und ist bei gewerblichen Anlagen oft vertraglich gefordert.
  • Austausch und ModernisierungAlte manuelle Rollläden lassen sich nachrüsten oder durch energetisch verbesserte Systeme ersetzen. Moderne Rollläden mit Wärmedämm-Behang und gedämmten Kästen tragen zur Reduzierung von Heizwärmeverlusten über Nacht bei.

Was kostet ein Betrieb für Rollladen- und Sonnenschutztechnik?

Die Preise im Sonnenschutztechnik-Handwerk setzen sich aus Material- und Montagekosten zusammen und werden in der Regel als Komplettpreis je Element angeboten. Was die Kosten treibt, sind vor allem die Elementgröße, das gewählte System, die Antriebsart und der Aufwand für die Unterkonstruktion.

LeistungRichtpreisWas den Preis bestimmt
Einfacher Aufsatz-Rollladen (Kunststoff, manuell) 150-300 EUR/Element Abhängig von Breite und Höhe; Standardfenster bis ca. 1,2 x 1,4 m
Rollladen mit Elektroantrieb (inkl. Motor und Schalter) 300-600 EUR/Element Motormarke und Elementgröße bestimmen die Spanne; Smarthome-Integration kostet Aufpreis
Raffstore Aluminium (motorisiert, inkl. Montage) 500-1.100 EUR/Element Größe, Lamellenbreite und Windlastklasse sind maßgeblich
Insektenschutz-Rahmen (Festrahmen, einfaches Fenster) 80-180 EUR/Element Plissee-Systeme und große Türelemente kosten mehr
Reparatur/Gurtwechsel (Arbeitszeit) 60-90 EUR/Stunde Einfache Reparaturen dauern 30-60 Minuten; Motoraustausch länger und mit Materialaufschlag
Steuerung/Gebäudeautomation (Nachrüstung, pauschal) 200-800 EUR Abhängig von Anzahl der Antriebe und gewähltem System (Funk, KNX, proprietär)

Alle Preise sind Richtwerte für Deutschland 2026 und verstehen sich als Bruttopreise inklusive Montage, jedoch ohne eventuelle Zuschläge für schwierige Zugänglichkeit oder Gerüst. In Ballungsräumen und bei kleinen Auftragsmengen liegen die Preise erfahrungsgemäß am oberen Ende der Spannen.

Woran Sie einen guten Betrieb für Rollladen- und Sonnenschutztechnik erkennen

Ein qualifizierter Betrieb zeichnet sich durch fachliche Nachweise, transparente Kommunikation und eine sorgfältige Arbeitsweise vor Ort aus.

  1. Fachbetrieb mit eingetragenem HandwerkRollladenbauer sollten in der Handwerksrolle eingetragen sein, entweder als eigenständiges Gewerk der Rollladen- und Sonnenschutztechnik oder als verwandtes Gewerk. Die Eintragung können Sie beim zuständigen Bildungszentrum des Handwerks oder der Handwerkskammer prüfen.
  2. Aufmaß vor AngebotSeriöse Betriebe nehmen selbst Maß, bevor sie ein verbindliches Angebot erstellen. Wer ein Festpreisangebot allein auf Basis von Kundenangaben erstellt, riskiert Nachträge, wenn die Maße nicht stimmen.
  3. Schriftliches Angebot mit PositionspreisenEin gutes Angebot benennt jedes Element einzeln mit Abmessung, Fabrikat, Material und Preis. Pauschalangebote ohne Aufschlüsselung machen einen späteren Vergleich oder Teilauftrag unmöglich.
  4. Angabe von Herstellermarken und technischen DatenQualitätsbewusste Betriebe nennen die Hersteller der Antriebe und Behänge sowie relevante technische Kennwerte wie Windlastklasse oder Einbruchhemmung. So können Sie Alternativangebote auf Augenhöhe vergleichen.
  5. Gewährleistung und EinweisungNach der Montage sollte der Betrieb die Funktion demonstrieren, Endlagen einstellen und schriftlich bestätigen. Für Neuanlagen gilt die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren, bei motorisierten Systemen sollte auch eine Herstellergarantie auf den Antrieb ausgewiesen werden.
  6. Referenzen oder Bewertungen prüfbarEtablierte Betriebe können auf abgeschlossene Projekte verweisen oder verfügen über nachvollziehbare Bewertungen auf Plattformen. Fragen Sie konkret nach vergleichbaren Projekten, etwa wenn es um großflächige Beschattungsanlagen oder besondere Fassadenkonstruktionen geht.

Angebote richtig vergleichen

Ein seriöses Angebot eines Rollladenbauers enthält für jede Position mindestens: Element-Bezeichnung, lichte Breite und Höhe in mm, Material und Hersteller des Behangs, Kastentyp (Auf-, Vor- oder Einbau), Antriebsart (manuell, Gurt, Motor) mit Leistungsangabe, Farbe und Oberfläche sowie den Einheitspreis je Element. Fehlt die Spezifikation des Antriebs oder des Behangs, lässt sich das günstigste Angebot fast immer auf billigeres Material zurückführen, das in Preis und Lebensdauer nicht vergleichbar ist.

Häufige Kostenfallen entstehen durch fehlende Positionen für Leitungsverlegung bei motorisierten Anlagen, für Gerüst oder Podest bei schwer erreichbaren Fenstern sowie für Entsorgung der Altanlage beim Austausch. Holen Sie mindestens drei Angebote ein, und zwar von Betrieben, die selbst aufgemessen haben. Vergleichen Sie nie nur die Endsumme, sondern gleichen Sie die technischen Spezifikationen Position für Position ab — erst dann ist ein Preisvergleich aussagekräftig.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Montage eines Rollladens?

Ein einzelner manueller Rollladen ist in der Regel in 60 bis 90 Minuten montiert, ein motorisiertes Element inklusive Antriebseinstellung in 90 bis 150 Minuten. Bei mehreren Elementen in einem Objekt arbeiten Betriebe oft effizienter, weil Aufbau und An- und Abfahrt nur einmal anfallen. Planen Sie für fünf bis acht Fenster einen vollen Arbeitstag ein.

Kann ein Rollladen nachträglich motorisiert werden?

Ja, in den meisten Fällen ist eine Nachrüstung mit Elektroantrieb möglich, sofern der Kasten ausreichend Platz für den Motor bietet und eine Stromleitung in der Nähe liegt oder verlegt werden kann. Der Rollladenbauer prüft beim Aufmaß, ob der vorhandene Kasten geeignet ist. Die Kosten für Nachrüstung liegen je nach Antrieb und Verkabelungsaufwand zwischen 200 und 500 EUR je Element.

Was ist der Unterschied zwischen einem Rollladen und einem Raffstore?

Ein Rollladen besteht aus horizontal aufgereihten Kunststoff- oder Aluminiumstäben, die sich zu einem kompakten Paket aufrollen und vollständigen Verdunkelungsschutz bieten. Ein Raffstore hat schmale Lamellen, die sich neigen lassen, sodass Licht gezielt gelenkt werden kann, ohne den Blickkontakt nach außen vollständig zu unterbrechen. Raffstoren sind in der Anschaffung teurer, bieten aber mehr Flexibilität bei der Tageslichtsteuerung.

Benötige ich eine Baugenehmigung für die Montage eines Rollladens?

In den meisten Fällen ist keine Baugenehmigung erforderlich, da Rollläden als untergeordnete Bauteile gelten. Ausnahmen bestehen bei Gebäuden unter Denkmalschutz, in bestimmten Gestaltungssatzungen oder bei großen Außenvorbauanlagen an Gewerbeobjekten. Klären Sie dies vor der Beauftragung bei der zuständigen Gemeindeverwaltung, wenn Ihr Gebäude unter Auflagen steht.

Welche Förderungen gibt es für neue Rollläden oder Sonnenschutzsysteme?

Rollläden und außenliegender Sonnenschutz können im Rahmen einer energetischen Sanierung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert werden, wenn sie Teil eines umfassenderen Sanierungspakets sind und bestimmte technische Anforderungen erfüllen. Einzeln gefördert werden Rollläden in der Regel nicht. Fragen Sie Ihren Betrieb und die KfW oder das BAFA nach aktuell gültigen Konditionen, da sich Förderprogramme regelmäßig ändern.

Wie oft sollten motorisierte Rollläden gewartet werden?

Hersteller empfehlen für motorisierte Rollläden und Raffstoren eine Inspektion alle zwei bis drei Jahre. Bei gewerblichen Anlagen, die täglich mehrfach bewegt werden, ist eine jährliche Wartung sinnvoll. Dabei werden Führungsschienen gereinigt, Endlageneinstellungen geprüft und bewegliche Teile geschmiert, was die Lebensdauer der Antriebe deutlich verlängert.

Was kostet die Reparatur eines defekten Rollladengurts?

Ein einfacher Gurtwechsel kostet in der Regel zwischen 60 und 130 EUR inklusive Material und Arbeitszeit, da die Arbeit meist in unter einer Stunde erledigt ist. Wird gleichzeitig der Gurtwickler oder der Kasten geöffnet und gereinigt, können weitere 30 bis 60 EUR hinzukommen. Bei motorisierten Anlagen mit defektem Antrieb liegt der Aufwand deutlich höher, abhängig von Motortyp und Verfügbarkeit des Ersatzteils.