Tischlerei
Eine Schreinerei oder Tischlerei fertigt und montiert Bauteile und Einrichtungsgegenstände aus Holz und Holzwerkstoffen – von Fenstern und Türen über Treppen bis zu Einbauküchen und Möbeln nach Maß. Sie beauftragen ein solches Unternehmen, wenn handelsübliche Produkte nicht passen oder wenn individuelle Lösungen für Maße, Material und Gestaltung gefragt sind.
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Was macht ein Tischler?
Schreiner und Tischler planen, fertigen und montieren Holzkonstruktionen sowohl für den Innenausbau als auch für die Gebäudehülle. Zum Kerngeschäft gehören Maßmöbel, Einbauschränke, Küchen, Tresen und Ladeneinbauten ebenso wie Türen, Fenster, Treppen, Deckenverkleidungen und Wandpaneele. Die Arbeiten reichen von der Einzelanfertigung in der Werkstatt bis zur vollständigen Montage auf der Baustelle, häufig in enger Abstimmung mit Malern, Bodenlegerern oder Elektrikern.
Typische Aufträge kommen aus dem Privatbereich – Umbau, Renovierung, Neuausstattung von Wohnräumen – sowie aus dem gewerblichen Bereich, etwa für Büroeinrichtungen, Gastronomiebereiche oder Ladengeschäfte. Auch Reparaturen an bestehenden Holzbauteilen, das Aufarbeiten von Altholz oder die Anpassung von Türen nach einem Bodenwechsel sind gängige Aufgaben. Viele Betriebe spezialisieren sich auf bestimmte Produktgruppen wie Fensterbau, Treppenbau oder Innenausbau, was bei der Betriebsauswahl zu berücksichtigen ist.
Von Zimmerern unterscheiden sich Schreiner dadurch, dass Zimmerer primär tragende Holzkonstruktionen im Rohbau übernehmen – Dachstühle, Holzrahmenbau, Balkenkonstruktionen. Schreiner hingegen sind für den veredelten, sichtbaren Holzausbau zuständig. Möbeltischler wiederum fertigen vorwiegend freistehende Möbel, während auf den Innenausbau spezialisierte Schreiner häufig eingebaute, raumhohe oder wandbündige Lösungen realisieren. Für die Oberflächen – Lacke, Lasuren, Öle – arbeiten Schreiner je nach Betrieb entweder selbst oder in Kooperation mit Malerbetrieben.
Leistungen im Überblick
Schreinereien decken ein breites Spektrum ab – von der Einzelanfertigung bis zur kompletten Innenraumgestaltung.
- Maßmöbel und EinbauschränkeSchränke, Regale, Sideboards und Garderobensysteme werden auf die genauen Raummaße und individuelle Anforderungen abgestimmt. Das schließt die Planung, Werkstattfertigung und Montage vor Ort ein.
- Küchen nach MaßIm Unterschied zu Systemküchen aus dem Handel werden Maßküchen vollständig auf den Grundriss und die Nutzerwünsche zugeschnitten. Schreiner übernehmen dabei auch die Koordination mit Elektro- und Sanitärinstallateuren.
- Türen und ZargenSchreiner liefern und montieren Innentüren, Haustüren und Brandschutztüren, passen bestehende Türen an veränderte Bodenhöhen an und reparieren Schlösser, Bänder und Rahmen.
- Fenster und FensterfrontenAuf Fensterbau spezialisierte Betriebe fertigen Holz- und Holz-Alu-Fenster, Hebe-Schiebetüren und Wintergärten. Sie übernehmen Ausbau, Lieferung, Einbau und Abdichtung.
- TreppenTreppenbau ist ein eigenes Spezialgebiet innerhalb der Schreinerei – von geraden Einsteigertreppen aus Kiefer bis zur frei tragenden Designtreppe aus Eiche oder Nuss. Planung, statische Abstimmung und Montage gehören zum Leistungsumfang.
- Innenausbau und WandgestaltungDeckenverkleidungen, Wandpaneele, Nischen, Bibliothekswände und ähnliche Ausbauarbeiten gestalten Räume und verbergen gleichzeitig Installationen oder Unebenheiten.
- Reparatur und AufarbeitungSchreiner instand setzen beschädigte Möbel, quellende Türen, defekte Schubladen oder abgenutzte Oberflächen – sowohl beim Kunden vor Ort als auch in der Werkstatt.
Was kostet ein Tischler?
Die Preisbildung in der Schreinerei hängt stark vom Auftragstyp ab: Stundenarbeiten wie Reparaturen oder Anpassungen werden nach Aufwand abgerechnet, während Neuanfertigungen meist als Festpreis auf Basis von Material, Fertigungszeit und Montageaufwand kalkuliert werden. Wesentliche Kostentreiber sind die Holzart, der Komplexitätsgrad der Konstruktion, der Oberflächenaufwand und die Wegkosten für Montageeinsätze.
| Leistung | Richtpreis | Was den Preis bestimmt |
|---|---|---|
| Stundensatz Schreiner | 55-90 EUR/Stunde | Regional und je nach Betriebsgröße unterschiedlich; höhere Sätze in Ballungsräumen |
| Einbauschrank nach Maß (einfach) | 800-2.500 EUR/Stück | Abhängig von Breite, Tiefe, Ausstattung (Schubladen, Inneneinteilung) und Material |
| Maßküche (Korpus und Front, ohne Geräte) | 8.000-25.000 EUR/Küche | Holzart, Frontmaterial, Beschläge und Arbeitsplattentyp bestimmen die Spanne erheblich |
| Innentür inkl. Zarge und Montage | 400-1.200 EUR/Stück | Standardmaße günstiger; Brandschutztüren, Schallschutztüren oder Sondermaße teurer |
| Holzfenster inkl. Einbau | 600-1.800 EUR/m2 | Abhängig von Verglasung, Holzart, Beschlägen und Dämmwert; Holz-Alu oben in der Spanne |
| Gerade Holztreppe (Massivholz, inkl. Montage) | 4.000-12.000 EUR/Stück | Steigung, Stufenanzahl, Geländerausführung und Holzart beeinflussen den Preis stark |
Die genannten Werte sind Orientierungsgrößen auf Basis marktüblicher Preise in Deutschland. Je nach Region, Auslastung des Betriebs, Materialpreisen und individuellem Aufwand können die tatsächlichen Angebote davon abweichen – holen Sie mindestens zwei bis drei Vergleichsangebote ein.
Woran Sie einen guten Tischler erkennen
Die Qualität eines Schreinereibetriebs zeigt sich sowohl in der Beratung vor Auftragserteilung als auch in der Sorgfalt bei Planung und Ausführung.
- Fachliche Qualifikation und InnungsmitgliedschaftAchten Sie darauf, dass der Betrieb von einem Meister geführt wird oder nachweislich meisterpflichtige Arbeiten durch qualifiziertes Personal ausführt. Eine Mitgliedschaft in der örtlichen Tischler- oder Schreinerinnung ist ein Hinweis auf Verbindlichkeit gegenüber Qualitätsstandards.
- Spezialisierung passend zum AuftragNicht jede Schreinerei deckt alle Bereiche gleich gut ab – ein auf Fensterbau spezialisierter Betrieb ist nicht automatisch die beste Wahl für eine Maßküche. Fragen Sie gezielt nach vergleichbaren abgeschlossenen Projekten.
- Nachvollziehbare Planung und WerkstattzeichnungSeriöse Betriebe erstellen vor Auftragsvergabe eine detaillierte Zeichnung oder ein 3D-Modell mit Maßen, Materialangaben und Oberflächenspezifikation. Fehlt diese Grundlage, ist das Angebot kaum vergleichbar.
- Referenzen und Fotos abgeschlossener ArbeitenFragen Sie nach Fotos oder Referenzadressen vergleichbarer Projekte. Gute Betriebe können das in der Regel problemlos vorweisen; zögernde Antworten sind ein Warnsignal.
- Klare Kommunikation zu Lieferzeit und MontageablaufSchreiner arbeiten mit Vorlaufzeiten, da Werkstückteile gefertigt werden müssen. Ein verbindlicher Zeit- und Montageplan ist Zeichen guter Organisation – vage Aussagen wie 'irgendwann im nächsten Quartal' deuten auf Kapazitätsprobleme hin.
- Transparente GewährleistungsregelungSchreinerarbeiten unterliegen der gesetzlichen Gewährleistung von zwei Jahren. Fragen Sie, wie der Betrieb im Mängelfall vorgeht, und prüfen Sie, ob die Gewährleistung auch Material von Drittlieferanten (z. B. Beschläge, Glas) einschließt.
Angebote richtig vergleichen
Ein belastbares Angebot einer Schreinerei muss die Holzart und Holzgüte, die Plattenwerkstoffe, den Hersteller und die Typenbezeichnung der eingesetzten Beschläge sowie die Oberflächenbehandlung (Art, Anzahl Anstriche, Schleifgänge) exakt benennen. Ebenfalls enthalten sein sollten Montagezeit und -umfang, An- und Abfahrtspauschalen, Entsorgung von Altmaterialien und – bei Küchen oder Fenstern – die Koordination mit Folgegewerken. Fehlen diese Angaben, lassen sich zwei Angebote nicht sinnvoll miteinander vergleichen, auch wenn die Endpreise ähnlich wirken.
Nachträglich teuer werden häufig Positionen wie Anpassungsarbeiten bei unebenen Wänden oder Böden, Änderungen am Entwurf nach Freigabe der Werkstattzeichnung sowie Zusatzleistungen wie das Versetzen von Steckdosen oder das Streichen angrenzender Flächen. Holen Sie mindestens drei Angebote ein und lassen Sie sich bei deutlichen Preisunterschieden erklären, womit die Differenz begründet ist – oft liegt sie in der Materialqualität oder im Montageaufwand, nicht in der Gewinnmarge.
Häufige Fragen
Was ist eine Schreinerei?
Eine Schreinerei ist ein Handwerksbetrieb, der Bauteile und Einrichtungsgegenstände aus Holz und Holzwerkstoffen fertigt, anpasst und montiert. Der Begriff Schreinerei ist vor allem in Süddeutschland und der Schweiz gebräuchlich, während in Nord- und Ostdeutschland meist von einer Tischlerei gesprochen wird – gemeint ist dasselbe Gewerk. Zum Leistungsumfang gehören unter anderem Maßmöbel, Einbauküchen, Treppen, Türen und Fenster.
Was macht eine Schreinerei?
Eine Schreinerei plant, fertigt und montiert Holzkonstruktionen für den Innenausbau und die Gebäudehülle. Dazu zählen Maßmöbel, Einbauschränke, Küchen, Türen, Fenster, Treppen und Wandverkleidungen ebenso wie Reparaturen an bestehenden Holzbauteilen. Die Fertigung findet in der Regel in der eigenen Werkstatt statt, die Montage beim Kunden vor Ort.
Was ist das Besondere an einer Schreinerei im Vergleich zu Möbelhändlern?
Schreiner fertigen nach Maß und individueller Vorgabe, während Möbelhändler Serienprodukte in festen Abmessungen anbieten. Das ermöglicht es, auch unregelmäßige Grundrisse, Schrägen oder besondere Materialwünsche umzusetzen. Der Preis liegt bei Maßanfertigungen in der Regel höher, dafür passen die Ergebnisse genau in den Raum und werden in der Qualität der verwendeten Materialien und Beschläge nicht durch Serienware eingeschränkt.
Wie lange dauert es, bis eine Schreinerei einen Auftrag ausführt?
Die Vorlaufzeit hängt von der Auslastung des Betriebs und dem Umfang des Auftrags ab. Für einen einzelnen Einbauschrank sind vier bis acht Wochen realistisch, für eine komplette Küche oder aufwendige Innenausbauten eher acht bis sechzehn Wochen. Für Bauvorhaben mit festem Terminplan sollten Sie früh anfragen und den Liefertermin verbindlich im Auftrag festhalten.
Wie viele Angebote sollte ich bei Schreinereien einholen?
Für Aufträge ab etwa 2.000 EUR empfiehlt es sich, mindestens drei Angebote einzuholen. Bei kleineren Reparaturen oder dringenden Arbeiten kann auch ein Angebot ausreichen, wenn der Betrieb bereits bekannt ist. Achten Sie beim Vergleich darauf, dass alle Angebote dieselben Materialspezifikationen und denselben Leistungsumfang beschreiben, da sonst der niedrigste Preis trügt.
Welche Gewährleistung gilt bei Schreinerarbeiten?
Für handwerkliche Leistungen gilt in Deutschland die gesetzliche Gewährleistungsfrist von zwei Jahren ab Abnahme der Arbeit. In dieser Zeit muss der Betrieb Mängel, die auf Ausführungs- oder Materialfehler zurückzuführen sind, kostenlos beseitigen. Schäden durch unsachgemäße Nutzung oder Feuchtigkeitsschäden infolge baulicher Mängel anderer Gewerke fallen in der Regel nicht darunter.
Was treibt den Preis einer Maßküche beim Schreiner in die Höhe?
Die größten Kostenfaktoren sind die Holzart für Fronten und Korpus, die Beschlagqualität (Scharniere, Auszugsführungen, Dämpfer), die Arbeitsplattenausführung sowie der Montageaufwand. Massive Holzfronten in Eiche oder Nuss sind deutlich teurer als beschichtete Spanplatten; hochwertige Beschläge namhafter Hersteller können allein mehrere hundert Euro ausmachen. Sondermaße, integrierte Geräte und eine aufwendige Oberfläche wie Lackierung mit vielen Schichten erhöhen den Preis zusätzlich.