Dachdeckerei in dritter Generation — Steildach, Flachdach, Bauklempnerei.
Fassadenbau
Fassadenbaubetriebe planen und führen alle Arbeiten an der Außenhülle von Gebäuden aus, darunter Putzfassaden, Wärmedämmverbundsysteme, vorgehängte Fassadenkonstruktionen und Fassadensanierungen. Man beauftragt dieses Gewerk, wenn die Gebäudehülle erneuert, gedämmt, instand gesetzt oder gestalterisch verändert werden soll.
1 Betrieb in 3 Orten eingetragen
Was gehört zum Fassadenbau?
Fassadenbauer sind auf die Außenhülle von Gebäuden spezialisiert. Sie verarbeiten Putzsysteme, bringen Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) auf, montieren vorgehängte hinterlüftete Fassaden aus Metall, Holz, Faserzement oder Keramik und führen Fassadensanierungen an Bestands- und Altbauten durch. Zum Leistungsbild gehört auch das Abdichten von Fugen, das Einbringen von Fensterbänken sowie die Anschlussdetails an Fenster, Türen und Dachanschlüsse.
Bei der Fassadensanierung ist das Gewerk häufig mit Schadensbehebung befasst: Risse im Unterputz, abgelöste Beschichtungen, durchfeuchtete Dämmschichten oder schadhafte Anschlussprofile werden beurteilt und beseitigt, bevor neue Schichten aufgebaut werden. Viele Betriebe übernehmen dabei auch die Baustellenorganisation inklusive Gerüststellung oder koordinieren die Gerüstbauer als Subunternehmer.
Abzugrenzen ist das Fassadenbaugewerk vom Malerhandwerk, das sich auf Beschichtungen und dekorative Außenanstriche konzentriert, aber in der Regel keine tragenden Dämm- oder Putzkonstruktionen errichtet. Trockenbauer sind für innenliegende Vorsatzschalen zuständig. Klempner übernehmen die Blechverkleidungen an Gesimsen und Attiken. Bei größeren Sanierungen arbeiten diese Gewerke häufig zusammen, wobei der Fassadenbauer den Systemaufbau und die wasserdichte Hülle verantwortet.
Leistungen im Überblick
Fassadenbaubetriebe decken den gesamten Aufbau und die Sanierung von Außenwandsystemen ab.
- FassadensanierungBestehende Fassaden werden auf Schäden untersucht, schadhafte Schichten abgetragen und anschließend mit neuen Putzsystemen, Beschichtungen oder Dämmpaketen versehen. Ziel ist die Wiederherstellung von Witterungsschutz, Wärmedämmung und optischem Erscheinungsbild.
- Wärmedämmverbundsystem (WDVS)Dämmplatten aus EPS, Mineralwolle oder anderen Dämmstoffen werden vollflächig auf der Außenwand verklebt und verdübelt, mit einem armierten Unterputz versehen und abschließend verputzt oder beschichtet. Das System ist die häufigste Maßnahme zur energetischen Fassadensanierung im Bestand.
- Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF)Eine Unterkonstruktion aus Metall oder Holz wird an der Tragwand befestigt, dahinter liegt eine Dämmschicht, darüber die Bekleidung aus Platten, Profilen oder Paneelen. Die hinterlüftete Ebene verhindert Feuchtestau und macht das System langlebig.
- PutzfassadenEinlagen- oder mehrlagige Putzsysteme werden auf Mauerwerk, Beton oder Plattenmaterial aufgebracht, profiliert und mit Schlussbeschichtung versehen. Der Fassadenbauer wählt das Putzsystem passend zum Untergrund und der Beanspruchungsklasse.
- Fensterbänke, Anschlüsse und FugenAußenfensterbänke aus Naturstein, Aluminium oder Zink werden fachgerecht eingebaut und dichten den Übergang zwischen Fensterrahmen und Fassade ab. Dehnungsfugen und Anschlussfugen werden mit dauerelastischen Massen verschlossen, um Rissbildung und Wassereintritte zu verhindern.
- Betoninstandsetzung an FassadenSchadhafte Betonbereiche werden freigelegt, Bewehrung wird entrostet oder ergänzt, und der Bereich wird mit Reprofilierungsmörtel verschlossen. Diese Leistung ist vor allem bei Stahlbetonfassaden aus den 1960er bis 1980er Jahren gefragt.
- Gerüststellung und KoordinationViele Fassadenbaubetriebe stellen das Arbeitsgerüst selbst oder beauftragen es und behalten die Koordination. Das ist für Auftraggeber vorteilhaft, weil die Gerüststandzeit direkt an den Bauablauf angepasst wird.
Was kostet Fassadenbau?
Die Kosten für Fassadensanierungen werden überwiegend als Einheitspreis je Quadratmeter Fassadenfläche angeboten, weil Materialaufwand und Arbeitszeit eng an die Fläche gekoppelt sind. Preistreiber sind die Zugänglichkeit der Fassade, der Zustand des Untergrunds, die Anzahl der Systemschichten und die Wahl des Dämmmaterials.
| Leistung | Richtpreis | Was den Preis bestimmt |
|---|---|---|
| Fassadensanierung mit einfachem Neuverputz | 40-80 EUR/m2 | Abhängig von Untergrundvorbereitung und Putzdicke; ohne Dämmung |
| WDVS komplett (inkl. Dämmung 12-16 cm, Putz, Anstrich) | 120-200 EUR/m2 | Preisspanne durch Dämmstoffart (EPS günstiger, Mineralwolle teurer) und Putzqualität |
| Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) | 180-350 EUR/m2 | Abhängig vom Bekleidungsmaterial; Faserzement günstig, Naturstein oder Keramik teuer |
| Betoninstandsetzung an Fassaden | 80-180 EUR/m2 | Stark abhängig von Schadenstiefe und Bewehrungszustand; Stundenlohnanteil hoch |
| Gerüst (separater Posten) | 15-30 EUR/m2 Fassadenfläche | Abhängig von Standzeit, Geschossanzahl und Zugänglichkeit des Gebäudes |
| Stundenlohn Fassadenbauer | 55-85 EUR/Stunde | Für Reparaturen, Fugenarbeiten und Kleinleistungen ohne Flächenbezug |
Alle Angaben sind Richtwerte für Deutschland im Jahr 2026 und können je nach Region, Betriebsgröße und Materialmarkt deutlich abweichen. In Ballungsräumen und bei stark gestiegenen Rohstoffpreisen liegen Angebote häufig am oder über dem oberen Rand der genannten Spannen.
Woran Sie einen guten Anbieter für Fassadenbau erkennen
Qualifizierte Fassadenbaubetriebe sind an konkreten Nachweisen erkennbar, nicht an Werbeversprechungen.
- Systemzulassungen und HerstellerzertifikateSeriöse Betriebe weisen nach, dass sie als Verarbeiterbetrieb eines bestimmten WDVS-Herstellers zertifiziert sind. Nur dann gilt die Systemgarantie des Herstellers, und das Gewerk ist haftungsrechtlich klar geregelt. Fragen Sie nach dem Systemzertifikat und dem Namen des Herstellers.
- Referenzen mit vergleichbaren ProjektenEin erfahrener Betrieb kann Referenzobjekte benennen, die in Art und Größe mit Ihrem Vorhaben vergleichbar sind. Am besten lassen Sie sich Fotos der fertiggestellten Fassaden zeigen oder besuchen ein Referenzobjekt vor Ort.
- Detailliertes schriftliches AngebotDas Angebot muss Leistungspositionen, Materialbezeichnungen, Schichtdicken und Einheitspreise enthalten, keine Pauschalangebote ohne Aufschlüsselung. Fehlen Angaben zum Untergrundaufbau oder zum Putzsystem, ist das Angebot nicht vergleichbar.
- Nachweis einer BetriebshaftpflichtversicherungFür Fassadenarbeiten mit Gerüst und Höhenarbeiten ist eine ausreichend hohe Betriebshaftpflicht unerlässlich. Verlangen Sie den aktuellen Versicherungsnachweis vor Auftragserteilung.
- Klare Aussage zu Gewährleistung und HerstellergarantieDie gesetzliche Gewährleistungsfrist für Fassadenarbeiten beträgt fünf Jahre. Ein guter Betrieb erläutert zudem, ob und welche Herstellergarantie auf das verwendete System gilt und unter welchen Bedingungen sie greift.
- Ortsbesichtigung vor AngebotserstellungKein seriöser Betrieb gibt ein belastbares Festpreisangebot ohne Begehung des Objekts ab. Wer eine Fassadensanierung nach Fotos oder Telefonat bepreist, kalkuliert entweder grob oder plant Nachtragsangebote ein.
Angebote richtig vergleichen
Ein seriöses Angebot für eine Fassadensanierung enthält mindestens folgende Positionen: Untergrundvorbereitung und -prüfung, genaue Bezeichnung des Putzsystems oder WDVS inklusive Hersteller und Systemname, Dämmstoffart und -dicke, Armierungsschicht, Ober- und Schlussbeschichtung sowie alle Anschlussleistungen an Fenster, Sockel und Dachüberstand. Gerüstkosten sollten als eigene Position ausgewiesen sein, nicht in einem Quadratmeterpreis versteckt. Fehlen einzelne Gewerke oder Anschlussdetails, sind diese Positionen als Nachtrag vorprogrammiert.
Holen Sie für eine Fassadensanierung mindestens drei Angebote ein, damit Preis und Leistungsumfang vergleichbar sind. Stellen Sie sicher, dass alle Betriebe dieselbe Leistungsbeschreibung erhalten, sonst vergleichen Sie unterschiedliche Systeme und Ausführungsumfänge. Achten Sie beim Vergleich besonders auf Positionen, die ein Angebot nicht enthält: Fehlende Sockelputz- oder Dichtschlämme-Positionen, keine Angaben zur Fugenversiegelung oder nicht einkalkulierte Entsorgungskosten für abgetragenes Material sind häufige Ursachen für spätere Kostensteigerungen.
Häufige Fragen
Was kostet eine Fassadensanierung?
Eine Fassadensanierung kostet je nach Umfang zwischen 40 und 200 EUR je m2, bei vorgehängten Fassadensystemen auch mehr. Ein einfacher Neuverputz ohne Dämmung liegt bei 40 bis 80 EUR/m2, ein vollständiges Wärmedämmverbundsystem inklusive Putz und Anstrich bei 120 bis 200 EUR/m2. Hinzu kommen Gerüstkosten von rund 15 bis 30 EUR/m2 Fassadenfläche, die oft gesondert ausgewiesen werden. Für ein Einfamilienhaus mit 150 m2 Fassadenfläche sollten Sie für eine vollständige energetische Fassadensanierung mit WDVS realistisch zwischen 20.000 und 35.000 EUR einplanen.
Was kostet Fassadensanierung pro Quadratmeter?
Der Quadratmeterpreis für eine Fassadensanierung hängt stark vom gewählten System ab. Einfache Sanierungen mit neuem Putz beginnen bei etwa 40 EUR/m2, ein Wärmedämmverbundsystem mit Mineralwolledämmung und Edelputz liegt eher bei 160 bis 200 EUR/m2. Entscheidend sind Untergrundvorbereitung, Dämmstoffdicke und Materialwahl sowie die Zugänglichkeit der Fassade.
Wie lange dauert eine Fassadensanierung an einem Einfamilienhaus?
Eine vollständige Fassadensanierung an einem Einfamilienhaus dauert je nach System und Wetterbedingungen in der Regel zwei bis fünf Wochen. WDVS-Systeme benötigen Trocknungszeiten zwischen den Schichten, die von Temperatur und Luftfeuchtigkeit abhängen. Hinzu kommt die Gerüstauf- und -abbauzeit von je ein bis zwei Tagen.
Wann ist eine Fassadensanierung notwendig?
Eine Fassadensanierung ist notwendig, wenn Risse, Abplatzungen, Feuchteflecken im Innenbereich oder abgelöste Putzschichten auftreten. Auch wenn die Außenwand ihren Witterungsschutz verloren hat oder die Wärmedämmung nicht mehr den energetischen Anforderungen entspricht, ist eine Sanierung sinnvoll. Als Faustregel gilt: Putzfassaden sollten spätestens alle 20 bis 30 Jahre fachkundig begutachtet werden.
Brauche ich für eine Fassadensanierung eine Baugenehmigung?
In den meisten Bundesländern ist eine reine Fassadensanierung ohne Veränderung der äußeren Gestalt genehmigungsfrei. Wird die Fassade durch ein WDVS um mehrere Zentimeter dicker oder das Erscheinungsbild erheblich verändert, kann eine Genehmigungspflicht entstehen, insbesondere in Denkmalschutzbereichen oder bei Gebäuden unter Ensembleschutz. Klären Sie dies vor Auftragsvergabe mit Ihrem Betrieb und gegebenenfalls der Baubehörde.
Kann ich während einer Fassadensanierung im Haus wohnen bleiben?
Ja, in der Regel können Bewohner während einer Fassadensanierung im Gebäude bleiben. Die Arbeiten finden außen statt, Lärm und Staub durch Abtragen alter Putzschichten können jedoch vorübergehend belastend sein. Fenster sollten während der Putzarbeiten geschlossen gehalten werden, und der Zugang durch das Gerüst muss für Bewohner und Notfallkräfte jederzeit gewährleistet sein.
Gibt es Fördermittel für eine energetische Fassadensanierung?
Ja, energetische Fassadensanierungen werden über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) durch die KfW und das BAFA gefördert. Voraussetzung ist die Einhaltung bestimmter Dämmwerte und die Einbindung eines Energieberaters. Auch steuerliche Abschreibungen nach Paragraf 35c EStG sind für selbstgenutzte Wohngebäude möglich. Informieren Sie sich vor Baubeginn, da Anträge in der Regel vor Auftragserteilung gestellt werden müssen.