Dachdeckerei in dritter Generation — Steildach, Flachdach, Bauklempnerei.
Bauwerksabdichtung
Bauwerksabdichtung bezeichnet das fachgerechte Abdichten von Gebäudeteilen gegen Feuchtigkeit, Wasser und Erdreich – von der Kellerwand über die Bodenplatte bis zum Flachdach. Betriebe dieses Gewerks werden beauftragt, wenn Neubauten vor eindringender Nässe geschützt oder bestehende Abdichtungen saniert werden müssen.
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Fliesenlegermeisterbetrieb aus Taunusstein — Badsanierung, Großformatfliesen, Naturstein, Treppen und Terrassen. Zwei eigene Ausstellungen.
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Was gehört zur Bauwerksabdichtung?
Fachbetriebe für Bauwerksabdichtung schützen Gebäude vor Wasser und Feuchtigkeit, die aus dem Erdreich, aus Niederschlag oder aus dem Baugrund eindringen können. Dazu tragen sie Abdichtungsbahnen, Bitumenbeschichtungen, mineralische Dichtschlämmen oder kunststoffmodifizierte Systeme auf Beton, Mauerwerk und anderen Untergründen auf. Ihre Arbeit beginnt in der Regel nach dem Rohbau, bevor Dämmschichten, Drainagen oder Erdreich aufgebracht werden.
Typische Auftragslagen sind der Neubau von Kellergeschossen und erdberührten Bodenplatten, die Abdichtung von Fundamenten und Kellerwänden gegen drückendes oder nicht drückendes Wasser sowie die Sanierung feuchter oder durchnässter Keller in Bestandsgebäuden. Hinzu kommen Arbeiten an Flachdächern, Balkonen, Terrassen und Tiefgaragen, wo horizontale Flächen dauerhaft gegen stehendes Wasser gesichert werden müssen.
Abzugrenzen ist das Gewerk von Klempnern und Dachdeckern, die Dachabdichtungen und Blecharbeiten im Steildachbereich übernehmen, sowie von Estrich- und Fliesenbetrieben, die Verbundabdichtungen im Nassbereich im Innenraum ausführen. Die Bauwerksabdichtung nach DIN 18533 bis 18535 konzentriert sich auf konstruktiven Feuchteschutz am Bauwerk selbst und setzt ein detailliertes Verständnis von Wassereinwirkungsklassen, Untergrundvorbereitung und Systemaufbauten voraus.
Leistungen im Überblick
Fachbetriebe für Bauwerksabdichtung übernehmen alle Arbeiten rund um den konstruktiven Feuchteschutz am Gebäude – vom Neubau bis zur Sanierung.
- Kellerabdichtung außenDie erdberührten Außenflächen von Kellerwänden werden mit Bitumendickbeschichtung (KMB), Abdichtungsbahnen oder Kombinationssystemen gegen nicht drückendes oder drückendes Wasser abgedichtet. Die Auswahl des Systems richtet sich nach der Wassereinwirkungsklasse gemäß DIN 18533.
- Horizontalabdichtung der BodenplatteUnter oder auf der Bodenplatte werden Abdichtungsebenen eingebaut, die kapillar aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich dauerhaft sperren. Je nach Lastfall kommen Bitumenbahnen, Kunststoffdichtungsbahnen oder werkmäßig hergestellte Verbundsysteme zum Einsatz.
- Abdichtung gegen drückendes WasserBei hohem Grundwasserstand oder Staunässe müssen Keller und Tiefgaragen mit wasserundurchlässigen Systemen geschützt werden, die dem hydrostatischen Druck standhalten. Üblich sind schwarze Wannen aus Bitumenbahnen oder weiße Wannen aus wasserundurchlässigem Beton (WU-Beton), wobei letztere in den Bereich des Betonbaus fallen.
- Flachdach- und TerrassenabdichtungHorizontale und schwach geneigte Flächen wie Flachdächer, Loggien, Balkone und begehbare Dachterrassen werden mit mehrlagigen Bitumenbahnsystemen, Flüssigkunststoffen oder Kunststoffdichtungsbahnen abgedichtet. Besonderes Augenmerk gilt Anschlüssen an aufgehende Bauteile, Entwässerungspunkten und Durchdringungen.
- Innenabdichtung und KellersanierungWenn eine Außenabdichtung nicht zugänglich ist, werden Keller von innen mit mineralischen Dichtschlämmen, Injektionen oder Sperrputzsystemen nachträglich trockengelegt. Diese Methode ist aufwendiger und hat Grenzen bei drückendem Wasser, kann aber in vielen Bestandssituationen die einzig wirtschaftliche Lösung sein.
- Abdichtung von Tiefgaragen und ParkdecksFahrbeläge und Deckenuntersichten von Tiefgaragen erfordern besonders belastbare Abdichtungssysteme, die chemischen Beanspruchungen, Tausalzen und mechanischem Verschleiß standhalten. Eingesetzt werden reaktive Kunststoffbeschichtungen oder Polyurethan-Systeme mit Verschleißschutzschicht.
- Untergrundvorbereitung und AnschlussdetailsVor jeder Abdichtung muss der Untergrund auf Tragfähigkeit, Risse, Feuchtigkeit und Verunreinigungen geprüft und ggf. durch Schleifen, Fräsen oder Ausgleichsspachteln vorbereitet werden. Fehlerhaft ausgeführte Anschlüsse und Durchdringungen sind die häufigste Ursache für späteres Versagen des gesamten Abdichtungssystems.
Was kostet eine Bauwerksabdichtung?
Die Abrechnung erfolgt in der Regel nach Einheitspreisen pro m2 oder lfd. m, da der Materialverbrauch und die Systemwahl den Preis stark bestimmen. Entscheidend für die Kosten sind die Wassereinwirkungsklasse, die Zugänglichkeit der Flächen, der Zustand des Untergrunds und das gewählte Abdichtungssystem.
| Leistung | Richtpreis | Was den Preis bestimmt |
|---|---|---|
| Kelleraußenabdichtung mit KMB (einfache Lage) | 25-55 EUR/m2 | Abhängig von Schichtdicke, Systemaufbau und Untergrundvorbereitung |
| Kelleraußenabdichtung mit Bitumenbahnen (zweilagig) | 45-80 EUR/m2 | Höherer Materialaufwand; bei drückendem Wasser oft vorgeschrieben |
| Flachdachabdichtung mit Bitumenbahnen | 35-70 EUR/m2 | Lagenanzahl, Dachaufbau und Anschlussaufwand beeinflussen den Preis |
| Balkon- und Terrassenabdichtung (Flüssigkunststoff) | 40-90 EUR/m2 | Kleine Flächen und komplexe Anschlussdetails treiben den Preis |
| Innenabdichtung Keller mit Dichtschlämme | 30-65 EUR/m2 | Aufwändige Untergrundvorbereitung und Schichtdicke bestimmen die Spanne |
| Injektionsabdichtung (Horizontalsperre) | 80-180 EUR/lfd. m | Wandstärke, Injektionsmittel und Bohrabstand sind maßgeblich |
Diese Preisangaben sind Richtwerte auf Basis marktüblicher Preise in Deutschland und können je nach Region, Betriebsgröße, Materiallage und Baustellensituation erheblich abweichen. Für ein belastbares Ergebnis sollten Sie mindestens drei konkrete Angebote einholen, die Untergrundvorbereitung und Anschlussdetails explizit ausweisen.
Woran Sie eine gute Bauwerksabdichtung erkennen
Ein seriöser Betrieb für Bauwerksabdichtung ist erkennbar an fachlich fundierten Aussagen, transparenter Planung und klaren Nachweisen über Qualifikation und Systemzulassungen.
- Fachkundenachweis und QualifikationEin qualifizierter Betrieb weist eine handwerkliche Ausbildung im Bereich Abdichtungstechnik nach, etwa als Bauwerksabdichter oder über eine einschlägige Weiterbildung. Fragen Sie nach Zertifikaten der Systemhersteller oder nach einer Mitgliedschaft in einem Fachverband wie dem ZDB (Zentralverband des Deutschen Baugewerbes).
- Kenntnis der einschlägigen NormenEin guter Betrieb benennt im Angebot die angewendete DIN-Norm – für erdberührte Bauteile ist das in der Regel DIN 18533, für Flachdächer DIN 18531. Wer keine normbezogene Planung anbietet, kann später bei Gewährleistungsstreitigkeiten oder Versicherungsfragen Probleme bereiten.
- Schriftliche Voruntersuchung und BestandsaufnahmeVor der Angebotserstellung sollte der Betrieb die Baustelle besichtigen, den Untergrund beurteilen und die Wassereinwirkungsklasse festlegen. Wer ohne Ortstermin Pauschalpreise nennt, kann die tatsächlichen Anforderungen nicht kennen.
- Herstellerseitig zugelassene SystemaufbautenAbdichtungssysteme bestehen aus aufeinander abgestimmten Produkten, die nur als Gesamtsystem zugelassen sind. Fragen Sie, welche Systemanbieter verwendet werden und ob der Betrieb Schulungsnachweise des jeweiligen Herstellers vorlegen kann.
- Referenzen und GewährleistungsbereitschaftVerlangen Sie Referenzprojekte vergleichbarer Art und prüfen Sie, ob der Betrieb eine Gewährleistung auf seine Arbeit schriftlich anbietet. Die gesetzliche Gewährleistungsfrist beträgt im Werkvertragsrecht fünf Jahre; seriöse Betriebe akzeptieren das ohne Widerspruch.
- Transparente AngebotsgliederungEinheitspreise für Flächen, Anschlüsse, Durchdringungen und Untergrundvorbereitung sollten getrennt ausgewiesen sein. Ein Pauschalpreis ohne Positionsgliederung erschwert den Vergleich und macht spätere Leistungsänderungen schwer nachvollziehbar.
Angebote richtig vergleichen
Ein seriöses Angebot für Bauwerksabdichtung muss die Wassereinwirkungsklasse benennen, das eingesetzte Abdichtungssystem mit Herstellerbezeichnung aufführen und Einheitspreise für jede Teilleistung separat ausweisen – also Flächenabdichtung, Anschlüsse an aufgehende Bauteile, Kehlen, Durchdringungen und Untergrundvorbereitung. Fehlen diese Positionen, wird der Betrieb sie bei Bedarf als Nachtragsleistung abrechnen, was Projekte erfahrungsgemäß deutlich teurer macht als geplant.
Sinnvoll sind mindestens drei Angebote von Betrieben, die die Baustelle persönlich besichtigt haben. Vergleichen Sie nicht nur den Gesamtpreis, sondern prüfen Sie, ob alle Angebote dieselbe Norm und dieselbe Wassereinwirkungsklasse zugrunde legen – andernfalls vergleichen Sie unterschiedliche Leistungsumfänge. Besonders bei Sanierungen können Positionen wie Rückbau alter Abdichtungen, Risssanierung oder Drainagearbeiten stark variieren und sollten in jedem Angebot eindeutig geregelt sein.
Häufige Fragen
Wann ist eine Kellerabdichtung von außen notwendig, und wann reicht eine Innenabdichtung?
Eine Außenabdichtung ist der normgerechte Standard und sollte immer bevorzugt werden, wenn das Erdreich zugänglich gemacht werden kann. Sie hält Wasser konstruktiv vom Bauteil fern, während eine Innenabdichtung nur den Wassereintritt ins Gebäude verhindert, das Mauerwerk aber weiter durchfeuchtet. Bei drückendem Wasser und dauerhaft hohem Grundwasserstand ist eine reine Innenabdichtung mit Dichtschlämme keine normgerechte Lösung und auf Produktionsinnenwände begrenzt; in solchen Fällen sind Innenwandvormauerungen mit Drainage oder Injektionen die übliche Alternative, wenn eine Außenabdichtung nicht realisierbar ist.
Was kostet die Abdichtung eines Kellers von außen ungefähr?
Je nach System und Untergrundaufwand liegen die reinen Abdichtungskosten bei 25 bis 80 EUR pro m2 Wandfläche. Hinzu kommen in der Regel die Kosten für Erdarbeiten und Rückverfüllung, die je nach Tiefe und Zugänglichkeit 50 bis 150 EUR pro lfd. m Wandlänge betragen können. Für ein Einfamilienhaus mit vollunterkellerten Außenwänden sind Gesamtkosten von 8.000 bis 25.000 EUR keine Seltenheit, abhängig von Kellertiefe, Wassereinwirkungsklasse und baulichen Gegebenheiten.
Welche Norm gilt für die Bauwerksabdichtung, und warum ist das für mich als Auftraggeber relevant?
Seit 2017 regeln die Normen DIN 18531 bis DIN 18535 die Abdichtung von Bauwerken in Deutschland, unterteilt nach Bauteil und Beanspruchungsart. Für Sie als Auftraggeber ist das relevant, weil ein Betrieb, der normkonform arbeitet, Systemaufbauten, Schichtdicken und Anschlussdetails nachvollziehbar planen und dokumentieren muss. Im Streit- oder Versicherungsfall ist die Normenkonformität oft entscheidend für Gewährleistungsansprüche.
Wie lange hält eine fachgerecht ausgeführte Bauwerksabdichtung?
Fachgerecht eingebrachte Abdichtungssysteme aus Bitumenbahnen oder kunststoffmodifizierten Dickbeschichtungen erreichen bei normaler Beanspruchung Standzeiten von 25 bis 50 Jahren. Die tatsächliche Lebensdauer hängt stark von der Qualität der Verarbeitung, der Untergrundvorbereitung und der Ausführung der Anschlussdetails ab – schlecht ausgeführte Kehlen oder Durchdringungen können ein sonst einwandfreies System innerhalb weniger Jahre zum Versagen bringen. Wartungsmaßnahmen wie das Freihalten von Entwässerungspunkten verlängern die Standzeit.
Brauche ich für die Bauwerksabdichtung eine Baugenehmigung?
Für reine Abdichtungsarbeiten an bestehenden Gebäuden ist in der Regel keine eigenständige Baugenehmigung erforderlich. Anders kann es aussehen, wenn im Zuge der Sanierung der Keller erstmals ausgebaut oder die Nutzung geändert wird – dann können je nach Landesbauordnung Anzeige- oder Genehmigungspflichten entstehen. Im Zweifelsfall klären Sie das vorab mit dem zuständigen Bauordnungsamt Ihrer Gemeinde.
Was passiert, wenn Mängel an der Abdichtung erst Jahre nach der Fertigstellung sichtbar werden?
Die gesetzliche Gewährleistungsfrist für Werkleistungen beträgt im Baubereich fünf Jahre ab Abnahme; innerhalb dieser Frist muss der Betrieb Mängel auf eigene Kosten beseitigen. Wird ein Mangel nach Ablauf der Frist entdeckt, ist eine Durchsetzung von Ansprüchen schwierig, weshalb Sie bei der Abnahme auf vollständige Dokumentation und Übergabe der Systemunterlagen bestehen sollten. Regelmäßige Sichtkontrollen – etwa nach strengen Wintern oder Starkregenereignissen – helfen, Schäden früh zu erkennen.
Kann ich Abdichtungsarbeiten zusammen mit anderen Gewerken beauftragen oder besser getrennt vergeben?
Im Neubau empfiehlt sich eine enge Abstimmung mit dem Rohbauunternehmen und dem Drainagebauer, da Abdichtung, Perimeterdämmung und Drainage aufeinander aufbauende Gewerke sind. Bei einem Generalunternehmer sollten Sie dennoch darauf bestehen, dass die Abdichtungsleistungen in einem gesonderten Leistungsverzeichnis ausgewiesen und durch einen spezialisierten Betrieb ausgeführt werden. Getrennte Vergabe empfiehlt sich vor allem bei Sanierungen, wo der Umfang erst nach Freilegung der Flächen klar wird.
