Straßenbauunternehmen
Straßenbauunternehmen planen und bauen Fahrbahnen, Wege, Parkflächen und Verkehrsbauwerke für öffentliche und private Auftraggeber. Man beauftragt sie, wenn ein Gelände erschlossen, eine Straße saniert oder eine neue Fläche befestigt werden soll.
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Was macht ein Straßenbauunternehmen?
Straßenbauunternehmen führen den gesamten Bau und die Sanierung von Verkehrsflächen aus. Dazu gehören Erdarbeiten und Untergrundsicherung, der Aufbau tragfähiger Schichtsysteme aus Schotter, Tragschicht und Asphalt oder Beton sowie Entwässerungsmaßnahmen. Sie arbeiten auf Grundlage von Ausführungsplänen, die Ingenieurbüros für Verkehrswesen erstellen, und setzen diese mit eigenem Maschineneinsatz um.
Typische Auftraggeber sind Kommunen und Landkreise, die Straßen neu bauen oder sanieren lassen, Bauträger und Erschließungsgesellschaften, die Neubaugebiete anlegen, sowie Gewerbe- und Industriebetriebe, die Betriebsgeländeflächen, Zufahrten oder Logistikflächen befestigen brauchen. Auch Bundesbehörden vergeben Aufträge für Bundes- und Landesstraßen an spezialisierte Unternehmen.
Abzugrenzen ist das Straßenbauunternehmen vom Tiefbauer, der sich auf Ver- und Entsorgungsleitungen konzentriert, und vom Landschaftsbauer, der Wege im Garten- und Parkbereich anlegt. Brücken und Ingenieurbauwerke auf Straßentrassen werden zwar oft im gleichen Projekt, aber von spezialisierten Unternehmen des konstruktiven Ingenieurbaus errichtet. Viele größere Straßenbaubetriebe erbringen allerdings Tiefbauleistungen als Nebengewerk selbst.
Leistungen im Überblick
Straßenbauunternehmen decken den gesamten Prozess vom Rohboden bis zur fertigen, markierten Verkehrsfläche ab.
- Erdbau und UntergrundvorbereitungAbtrag, Verdichtung und gegebenenfalls Verbesserung des Untergrunds bilden die Grundlage für eine dauerhaft tragfähige Straße. Dazu zählen Bodenaustausch bei schlechter Tragfähigkeit und der Einbau von Geotextilien oder Schaumglasgranulat.
- Asphalttragschicht und AsphaltdeckeAsphalt wird je nach Anforderung in mehreren Schichten eingebaut: Tragschicht, Binderschicht und Deckschicht. Die Wahl des Mischguts richtet sich nach Verkehrsbelastung, Klimazone und Lärmschutzanforderungen.
- Betonfahrbahnen und PflasterflächenFür stark belastete Flächen wie Industriegeländezufahrten oder Busbahnhöfe kommt Beton- oder Pflasterbauweise zum Einsatz. Pflaster wird zudem bei gestalterischen Anforderungen in Innenstadtbereichen oder Fußgängerzonen verwendet.
- StraßenentwässerungLängs- und Querneigungen, Bordsteine, Rinnen, Einläufe und Rigolen sorgen dafür, dass Niederschlagswasser kontrolliert abgeleitet wird. Eine mangelhafte Entwässerung führt zu verkürzter Lebensdauer der Deckschicht und Frostschäden.
- Markierung und BeschilderungNach dem Deckenschluss werden Fahrbahnmarkierungen aufgebracht und Schilder sowie Leiteinrichtungen gesetzt. Viele Straßenbaubetriebe führen diese Leistungen selbst aus oder koordinieren sie mit Subunternehmen.
- Straßensanierung und DeckenerneuerungSchadhafte Asphaltdecken werden durch Fräsen abgetragen und neu eingebaut, ohne die Tragschicht vollständig zu erneuern. Diese Maßnahme ist bei rechtzeitigem Eingreifen erheblich günstiger als eine Vollsanierung.
- Erschließung von NeubaugebietenBei Baugebietserschließungen koordiniert das Straßenbauunternehmen den Ausbau aller Verkehrsflächen, oft in Abstimmung mit dem Tiefbau für Leitungen. Hierzu gehören auch Gehwege, Stellplätze und Wendehammer.
Was kostet ein Straßenbauunternehmen?
Im Straßenbau werden Leistungen fast ausschließlich nach Einheitspreisen abgerechnet, also je Quadratmeter, Kubikmeter oder laufendem Meter, nicht nach Stunden. Den Preis treiben vor allem Schichtenaufbau und Stärke der Deckschicht, die Maschinenlogistik bei kleinen oder schwer erreichbaren Flächen sowie Materialpreise für Asphalt-Mischgut, das an Bitumenpreise gekoppelt ist.
| Leistung | Richtpreis | Was den Preis bestimmt |
|---|---|---|
| Asphaltdecke erneuern (Fräsen und Einbau) | 25-55 EUR/m2 | Abhängig von Schichtstärke, Flächengröße und Frästiefe |
| Neubau Asphaltstraße (vollständiger Aufbau) | 60-130 EUR/m2 | Erdarbeiten, Tragschicht, Binder und Deckschicht; steigt mit Verkehrsklasse |
| Pflasterfläche (Betonpflaster, inkl. Bett und Tragschicht) | 70-150 EUR/m2 | Natursteinpflaster liegt am oberen Ende oder darüber |
| Gehweg neu anlegen (Asphalt oder Betonpflaster) | 40-90 EUR/m2 | Geringere Tragschichtanforderungen als Fahrbahn, aber höherer Lohnanteil |
| Bordsteinarbeiten | 30-65 EUR/lfd. m | Einschließlich Aushub, Betonfundament und Verfugung |
| Erschließungskosten Neubaugebiet (Anwohneranteil) | 10-30 EUR/m2 Grundstücksfläche | Gemeindlicher Anteil variiert je nach Satzung; Spanne ist Orientierung |
Alle Angaben sind Richtwerte für Deutschland 2026 und können je nach Region, Auftragslage und Bitumenpreisindex erheblich abweichen. In Ballungsräumen mit hoher Nachfrage liegen die Preise erfahrungsgemäß am oberen Rand der Spannen.
Woran Sie ein gutes Straßenbauunternehmen erkennen
Im Straßenbau entscheiden Maschinenpark, Referenzen und fachliche Qualifikation darüber, ob ein Betrieb Ihren Auftrag sicher und termingerecht abwickeln kann.
- Eintragung in die Handwerksrolle oder nachgewiesene GewerbezulassungStraßenbauunternehmen benötigen eine entsprechende gewerberechtliche Zulassung und bei handwerklichen Anteilen die Eintragung in die Handwerksrolle. Prüfen Sie dies über das Handwerksregister Ihrer zuständigen Handwerkskammer oder fordern Sie einen Nachweis direkt an.
- Referenzprojekte in vergleichbarer GrößenordnungEin Betrieb, der überwiegend Privatzufahrten gebaut hat, ist möglicherweise nicht geeignet, eine kommunale Erschließungsstraße abzuwickeln. Lassen Sie sich konkrete Referenzen mit Auftragsvolumen und Ansprechpartnern nennen und fragen Sie dort nach.
- Eigener Maschinenpark und EinbaukapazitätenAsphalteinbau erfordert eigene oder langfristig gemietete Fertiger und Walzen, da Mischgut zeitkritisch ist. Betriebe, die alles über Nachunternehmer abwickeln, haben weniger Kontrolle über Qualität und Termine.
- Güteüberwachung und PrüfnachweiseSeriöse Straßenbaubetriebe führen Eigenüberwachung nach den einschlägigen ZTV-Regelwerken durch und können Prüfberichte über Verdichtungsgrade und Schichtstärken vorlegen. Fragen Sie im Angebot danach, wie die Qualitätssicherung dokumentiert wird.
- Klare Terminplanung mit definierten MeilensteinenStraßenbau ist witterungsabhängig und oft an Verkehrsfreigabetermine gebunden. Ein verlässlicher Betrieb legt Einbaufenster, Abhängigkeiten und Rücksicherungspuffer schriftlich dar, statt nur ein Fertigstellungsdatum zu nennen.
- Vollständige Haftpflicht- und BauwesenversicherungÜberprüfen Sie, ob eine ausreichende Betriebshaftpflicht und eine Bauwesenversicherung bestehen, die Schäden an Leitungen, Nachbarflächen und Drittschäden abdeckt. Eine Versicherungsbestätigung sollte vor Auftragserteilung vorgelegt werden.
Angebote richtig vergleichen
Ein seriöses Angebot im Straßenbau gliedert die Leistung nach einem Leistungsverzeichnis mit Einheitspreisen: Erdarbeiten, Tragschichtaufbau, Deckschicht, Entwässerung, Bordsteine und Markierungen sollten als separate Positionen ausgewiesen sein. Darüber hinaus müssen Angaben zu Schichtstärken, Mischguttypen und Verdichtungsanforderungen enthalten sein, damit Sie Angebote verschiedener Bieter wirklich vergleichen können. Fehlen diese Angaben, arbeitet der Betrieb pauschal und Sie können bei Mängeln kaum nachweisen, was vereinbart war.
Häufig fehlen in Erstangeboten Positionen wie der Abtransport von Altasphalt und Erdaushub, Baustellensicherung und Verkehrsführung, Prüfkosten für Verdichtungsnachweise sowie Eventualpositionen für unvorhergesehene Bodenverhältnisse. Holen Sie für Aufträge ab etwa 30.000 EUR mindestens drei Angebote ein und achten Sie darauf, dass alle dasselbe Leistungsverzeichnis als Grundlage verwenden. Nur so sind die Preise vergleichbar und spätere Nachtragsstreitigkeiten lassen sich vermeiden.
Häufige Fragen
Was kosten Straßenbauarbeiten pro Quadratmeter?
Die Kosten liegen je nach Bauweise zwischen 25 und 130 EUR/m2. Eine einfache Deckenerneuerung durch Fräsen und Neueinbau kostet in der Regel 25 bis 55 EUR/m2, während ein vollständig neuer Straßenaufbau mit Erdarbeiten, Tragschicht und Deckschicht 60 bis 130 EUR/m2 erreichen kann. Maßgeblich sind Schichtenaufbau, Flächengröße, Erreichbarkeit und der aktuelle Bitumenpreisindex.
Welche Erschließungskosten kommen auf Anwohner im Straßenbau zu?
Anwohner können nach dem Baugesetzbuch und kommunalen Beitragssatzungen zu den Erschließungskosten herangezogen werden, in der Regel bis zu 90 Prozent der beitragsfähigen Kosten. Als Orientierung gelten Anwohneranteile von 10 bis 30 EUR je Quadratmeter Grundstücksfläche, abhängig von der Satzung der Gemeinde, dem Ausbauzustand und ob es sich um eine erstmalige Herstellung oder eine Sanierung handelt. Die genaue Berechnung nimmt die zuständige Gemeinde vor; betroffene Eigentümer erhalten einen Beitragsbescheid und können dagegen Widerspruch einlegen.
Was sind die neuesten Innovationen im Straßenbau?
Zu den praxisrelevanten Entwicklungen zählen lärmmindernde Asphaltmischungen wie Flüsterasphalt, der Einsatz von Recyclingasphalt (R-Asphalt) zur Ressourcenschonung sowie sensorgestützte Einbautechnik, die Schichtstärke und Temperatur lückenlos dokumentiert. Zunehmend werden auch helle, wärmerückstrahlende Oberflächen in städtischen Bereichen eingesetzt, um Hitzeinseln zu reduzieren. Für Auftraggeber relevant ist vor allem, ob ein Betrieb R-Asphalt anbietet, da dies die Materialkosten senken kann.
Wie wählt man den richtigen Belag für eine Straße oder Zufahrt?
Die Wahl hängt von der Verkehrsbelastung, den Untergrundverhältnissen und dem Budget ab. Asphalt ist bei mittlerer und hoher Belastung die wirtschaftlichste Lösung, während Pflaster bei gestalterischen Anforderungen oder geringen Verkehrsmengen sinnvoll ist. Beton kommt vor allem bei sehr hohen statischen Lasten wie Schwerlastverkehr oder Lagerflächen zum Einsatz. Ein Straßenbauunternehmen sollte Ihnen auf Basis einer Baugrundbewertung eine begründete Empfehlung geben.
Wie verwaltet man Straßen und Verkehrsflächen langfristig kostengünstig?
Entscheidend ist eine regelmäßige Zustandserfassung, um Schäden frühzeitig zu erkennen und durch günstige Erhaltungsmaßnahmen zu beheben, bevor eine Vollsanierung notwendig wird. Eine Deckenerneuerung kostet ein Vielfaches weniger als ein kompletter Neuaufbau, wenn sie rechtzeitig durchgeführt wird. Kommunen und größere Unternehmen setzen zunehmend auf digitale Managementsysteme, die Zustandsdaten erfassen und Instandhaltungszyklen planen. Seriöse Straßenbaubetriebe können bei der Zustandsbewertung beraten und Empfehlungen für ein mittelfristiges Erhaltungsprogramm geben.
Wie viele Angebote sollte man für einen Straßenbauauftrag einholen?
Bei privaten Aufträgen ab etwa 10.000 EUR sind drei Angebote eine sinnvolle Mindestanzahl, um Preis und Leistungsumfang vergleichen zu können. Öffentliche Auftraggeber sind ab bestimmten Schwellenwerten gesetzlich zur Ausschreibung verpflichtet, bei der deutlich mehr Bieter eingeladen werden. Wichtig ist, dass alle Bieter dasselbe Leistungsverzeichnis erhalten, damit die Angebote wirklich vergleichbar sind und nicht einzelne Betriebe Leistungen ausgelassen haben.
Woran erkennt man, ob ein Straßenbauunternehmen die Arbeit ordnungsgemäß ausgeführt hat?
Unmittelbar erkennbare Mängel sind unebene Oberflächen, sichtbare Fugen oder Risse im Deckschichtbereich sowie stehendes Wasser, das auf Entwässerungsprobleme hinweist. Für eine fundierte Beurteilung sollte ein unabhängiges Prüfinstitut Bohrkerne entnehmen und Schichtstärken sowie Verdichtungsgrade kontrollieren. Im Streitfall sind die vertraglich vereinbarten ZTV-Regelwerke und die Prüfprotokolle des Unternehmens die entscheidende Grundlage; fordern Sie diese deshalb bei Abnahme schriftlich an.