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Straßenfräsen

Asphaltfräsen bezeichnet das maschinelle Abtragen von Asphalt- oder Betondecken auf Straßen, Parkflächen und anderen befestigten Verkehrsflächen. Betriebe dieses Gewerks werden beauftragt, wenn Fahrbahnbeläge erneuert, Höhenanpassungen vorgenommen oder beschädigte Deckschichten entfernt werden müssen.

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Was umfasst das Fräsen von Straßen?

Straßenfräsbetriebe tragen mit Kaltfräsmaschinen bestehende Asphalt- oder Betondecken ab. Die Frästiefe lässt sich dabei millimetergenau einstellen, sodass nur die verschlissene Deckschicht, die Binderschicht oder bei Bedarf auch der gesamte Oberbau entfernt wird. Das abgefräste Material wird unmittelbar auf Lkw verladen und in der Regel in Asphaltmischwerken als Recyclingmaterial wiederverwendet.

Typische Aufträge kommen von Straßenbauunternehmen, Kommunen, Tiefbauämtern, aber auch von Gewerbebetrieben, die Hof- oder Parkplatzflächen sanieren lassen wollen. Häufige Anlässe sind Fahrbahnreparaturen, Erneuerungen nach Leitungsarbeiten, das Anpassen von Fahrbahnhöhen an neue Bordsteine sowie die Vorbereitung für einen neuen Belagsaufbau.

Die Abgrenzung zu benachbarten Gewerken verläuft klar: Der Straßenfräsbetrieb entfernt den Bestand, übernimmt aber in der Regel keinen neuen Einbau. Das Aufbringen neuer Asphaltschichten ist Aufgabe von Straßenbau- oder Asphaltbauunternehmen. Auch Erdarbeiten und der Aufbau des Unterbaus liegen beim Tiefbau, nicht beim Fräsbetrieb. In der Praxis werden Fräsarbeiten häufig als Nachunternehmerleistung im Rahmen eines größeren Straßenbauauftrags erbracht.

Leistungen im Überblick

Straßenfräsbetriebe decken ein klar abgegrenztes Leistungsspektrum rund um das maschinelle Abtragen von Verkehrsflächenbelägen ab.

  • DeckschichtfräsenDabei wird ausschließlich die oberste Asphaltschicht bis zu einer Tiefe von etwa 2 bis 4 cm abgetragen. Dies ist die häufigste Fräsleistung bei der Fahrbahnerneuerung, wenn Binder- und Tragschicht noch intakt sind.
  • Vollständiger BelagsabtragBei stärker beschädigten Flächen werden alle Asphaltschichten bis zur Frostschutzschicht oder Tragschicht abgefräst, was Tiefen von 10 bis 30 cm erreichen kann. Dies erfordert Hochleistungsfräsen und ist aufwendiger in der Abfuhrlogistik.
  • Feinplanum fräsenZur Herstellung exakter Höhenlagen und Querneigungen wird die Fläche auf ein definiertes Planum abgefräst. Diese Leistung ist besonders bei Übergang zu neuen Bord- oder Entwässerungseinbauten gefragt.
  • Kaltfräsen auf Parkplätzen und BetriebsgeländenAuch privat genutzte Flächen wie Industrie- und Gewerbeparkplätze werden gefräst, wenn der Belag erneuert werden soll. Hier kommen häufig kleinere Kompaktfräsen zum Einsatz, die auch in beengten Verhältnissen manövrieren können.
  • Profilierungsfräsen und GriffigkeitsfräsenSpurrinnen und Verformungen im Belag lassen sich durch gezieltes Fräsen ausgleichen, ohne die gesamte Deckschicht zu entfernen. Griffigkeitsfräsen verbessern darüber hinaus die Rutschhemmung auf Fahrbahnen und Radwegen.
  • Fräsen für LeitungsaufbrücheNach Tiefbauarbeiten für Versorgungsleitungen werden die aufgebrochenen Asphaltstreifen gefräst, um saubere Kanten für den Wiedereinbau zu erzeugen. Randgenaue Schnittführung ist hier entscheidend für die Qualität der Reparaturnaht.
  • Materialtransport und -entsorgungViele Fräsbetriebe übernehmen auch die Verladung und den Abtransport des Fräsguts. Das Material gilt als recyclingfähiger Sekundärrohstoff und wird in der Regel nicht deponiert, sondern Asphaltmischwerken zugeführt.

Was kosten Fräsarbeiten?

Fräsarbeiten werden überwiegend nach Flächeneinheit in EUR pro m2 oder nach Tonnen abgetragenem Material abgerechnet; bei kleinen oder schwer zugänglichen Einsätzen ist auch eine Stundenabrechnung üblich. Die Preise hängen maßgeblich von Frästiefe, Flächengröße, Maschineneinsatz und Anforderungen an Entsorgung oder Weiterverwertung des Fräsguts ab.

LeistungRichtpreisWas den Preis bestimmt
Deckschichtfräsen, bis 4 cm Tiefe 3,50-7,00 EUR/m2 Preis sinkt deutlich bei größeren Flächen ab ca. 1.000 m2
Vollständiger Belagsabtrag, 10-20 cm Tiefe 8,00-18,00 EUR/m2 Tiefe und Anzahl der Schichten treiben den Preis; mehr Fräsgut bedeutet mehr Abfuhren
Kleinflächen und Einzelreparaturen 250-600 EUR/Stunde Stundenabrechnung bei Einsätzen unter ca. 200 m2 oder bei Hindernissen im Fräsbereich
Profilierungsfräsen / Spurrinnenausgleich 5,00-12,00 EUR/m2 Mehrere Fräsüberfahrten mit unterschiedlichen Tiefen erhöhen den Aufwand
Abtransport und Verwertung Fräsgut 8,00-18,00 EUR/Tonne Hängt von Entfernung zum Mischwerk und aktuellem Annahmepreis ab; kann im Gesamtpreis enthalten sein oder separat ausgewiesen werden
Mobilisierungspauschale (Anfahrt Großgerät) 300-900 EUR pauschal Fällt bei kleinen Aufträgen ins Gewicht; ab ca. 500 m2 meist im Flächenpreis verrechnet

Die genannten Spannen sind Richtwerte für Deutschland 2026 und können je nach Region, Auslastung der Betriebe und Kraftstoffpreisen erheblich abweichen. Für eine verlässliche Kalkulationsgrundlage sollten mindestens drei konkrete Angebote eingeholt werden.

Woran Sie gute Fräsarbeiten erkennen

Die Qualität eines Fräsbetriebs zeigt sich nicht erst auf der Baustelle, sondern bereits an der Art, wie er auf eine Anfrage reagiert und ein Angebot erstellt.

  1. Maschinenpark passend zur AufgabeEin seriöser Betrieb gibt an, welche Fräsmaschinen er einsetzt, und wählt die Gerätegröße bewusst nach Flächengröße und Zugangssituation aus. Fragen Sie konkret, ob Kompaktfräsen für enge Bereiche oder Großfräsen für lange Strecken geplant sind.
  2. Erfahrung mit vergleichbaren ProjektenBetriebe, die regelmäßig kommunale Straßen oder Gewerbeparkplätze fräsen, kennen die besonderen Anforderungen an Verkehrssicherung und Entsorgungslogistik. Referenzen oder Projektnachweise aus ähnlichen Auftragslagen sind ein verlässlicher Hinweis.
  3. Transparentes Angebot mit EinzelpositionenFrästiefe, Fläche, Maschinentyp, Fräsgutentsorgung und Mobilisierungskosten sollten im Angebot klar getrennt ausgewiesen sein. Pauschalangebote ohne Positionierung erschweren den Vergleich und bergen das Risiko versteckter Nachträge.
  4. Eigener Fuhrpark oder geregelte SubunternehmerstrukturBetriebe mit eigenem Lkw-Fuhrpark können Abfuhrtakte besser koordinieren und reagieren flexibler auf Änderungen im Tagesablauf. Werden Transporte vergeben, sollte klar geregelt sein, wer die Verantwortung für Nachweis und Verwertung des Fräsguts trägt.
  5. Nachweis über Verwertung des FräsgutsRecycelter Asphalt ist ein überwachungspflichtiger Sekundärrohstoff; der Betrieb muss nachweisen können, wohin das Material geliefert wird. Wiegescheine und Liefernachweise aus dem Mischwerk sollten auf Wunsch vorgelegt werden können.
  6. VerkehrssicherungskompetenzFräsarbeiten auf öffentlichen Straßen erfordern eine behördlich genehmigte Verkehrssicherung nach RSA oder RSVA. Klären Sie, ob der Betrieb die Absperrung selbst stellt und ob die Kosten dafür im Angebot enthalten sind.

Angebote richtig vergleichen

Ein vollständiges Angebot für Fräsarbeiten muss mindestens folgende Angaben enthalten: die zu fräsende Fläche in m2, die geplante Frästiefe in Zentimetern, den eingesetzten Maschinentyp, den Einheitspreis je m2 oder je Stunde sowie eine klare Regelung zur Fräsgutentsorgung inklusive Transportkosten und Verwertungsnachweis. Fehlt die Frästiefe oder ist die Entsorgung nicht beziffert, lässt sich das Angebot nicht seriös mit anderen vergleichen. Häufige Kostenfallen sind nachträglich berechnete Mehrstunden für Verkehrssicherung, Zuschläge für schwer zugängliche Randbereiche sowie Differenzen zwischen kalkuliertem und tatsächlich angefallenem Fräsgutvolumen.

Für Aufträge ab etwa 500 m2 Fräsfläche empfiehlt sich das Einholen von mindestens drei Angeboten, da die Preisunterschiede je nach regionaler Auslastung und Maschinenverfügbarkeit erheblich sein können. Bei kleineren Reparaturflächen reichen zwei Angebote aus. Achten Sie darauf, dass alle Angebote auf identischen Leistungsbeschreibungen basieren: gleiche Fläche, gleiche Tiefe, gleicher Leistungsumfang bei Entsorgung und Verkehrssicherung. Nur dann ist ein Preisvergleich aussagekräftig.

Häufige Fragen

Was kostet Asphaltfräsen pro Quadratmeter?

Für das Fräsen einer Deckschicht bis 4 cm Tiefe auf größeren Flächen rechnen Sie grob mit 3,50 bis 7,00 EUR pro m2. Bei tieferem Abtrag von 10 bis 20 cm steigen die Kosten auf 8,00 bis 18,00 EUR pro m2. Hinzu kommen in der Regel separate Kosten für Abtransport und Verwertung des Fräsguts, die je nach Entfernung zum Mischwerk 8 bis 18 EUR pro Tonne betragen können.

Gibt es eine Preisliste für Asphaltfräsen?

Eine allgemeingültige Preisliste gibt es nicht, da die Kosten stark von Frästiefe, Flächengröße, Maschineneinsatz und regionaler Marktlage abhängen. Als grobe Orientierung gilt: Deckschichtfräsen ab etwa 3,50 EUR pro m2, tieferer Abtrag ab etwa 8,00 EUR pro m2, Stundensätze für Kleinaufträge zwischen 250 und 600 EUR. Für eine belastbare Kalkulation sollten Sie mindestens zwei bis drei konkrete Angebote von Fräsbetrieben einholen.

Wie tief wird beim Asphaltfräsen gefräst?

Die Frästiefe hängt davon ab, welche Schichten erneuert werden sollen. Beim einfachen Deckschichtfräsen werden in der Regel 2 bis 4 cm abgetragen. Sollen auch Binder- oder Tragschicht entfernt werden, erreichen die Frästiefen 10 bis 30 cm. Die genaue Tiefe legt der Auftraggeber gemeinsam mit dem ausführenden Betrieb nach Zustandserfassung der Fläche fest.

Was passiert mit dem abgefrästen Asphalt?

Abgefräster Asphalt, auch Fräsgut oder Recyclingasphalt genannt, wird nahezu vollständig in Asphaltmischwerken wiederverwertet. Er dient dort als Rohstoff für neue Asphaltgemische und wird nicht deponiert. Der ausführende Betrieb ist für den Nachweis der ordnungsgemäßen Verwertung verantwortlich und sollte auf Wunsch Liefer- und Wiegescheine vorlegen können.

Muss für Fräsarbeiten auf öffentlichen Straßen eine Genehmigung eingeholt werden?

Ja, Fräsarbeiten auf öffentlichen Straßen oder Gehwegen erfordern eine behördliche Genehmigung für die Verkehrssicherung sowie in der Regel eine Aufgrabegenehmigung der zuständigen Straßenbaubehörde oder Gemeinde. Die Verkehrssicherung muss nach den technischen Regelwerken RSA oder RSVA eingerichtet werden. Klären Sie vor der Auftragsvergabe, ob der Fräsbetrieb diese Genehmigungen selbst beantragt oder ob dies Ihre Aufgabe als Auftraggeber ist.

Wie lange dauern Fräsarbeiten auf einem Parkplatz mit 1.000 m2?

Eine Fräsfläche von 1.000 m2 bei einer Deckschichttiefe von 4 cm lässt sich mit einer mittelgroßen Kaltfräse in der Regel innerhalb von zwei bis vier Stunden maschinell abtragen. Die Gesamtbauzeit verlängert sich jedoch durch Auf- und Abbau der Verkehrssicherung, Wartezeiten auf Lkw-Abfuhren und eventuelle Randbereiche, die von Hand oder mit Kleingeräten nachgearbeitet werden müssen. Realistisch sollte ein Arbeitstag eingeplant werden.

Kann Asphaltfräsen auch bei niedrigen Temperaturen durchgeführt werden?

Kaltfräsen arbeiten unabhängig von der Asphalttemperatur, da das Material nicht aufgeheizt, sondern mechanisch abgefräst wird. Fräsarbeiten sind daher auch im Winter möglich, solange die Fläche nicht dauerhaft vereist oder schneebedeckt ist. Einschränkungen entstehen weniger durch die Fräsleistung selbst als durch behördliche Vorgaben zur Sperrung öffentlicher Straßen bei Winterverhältnissen.