Kranvermietung
Kranvermietung und Autokrane stellen Hebetechnik für Baustellen, Industrie und Montagearbeiten bereit, wahlweise mit oder ohne Kranführer. Beauftragt werden solche Betriebe überall dort, wo schwere Lasten gehoben, versetzt oder präzise positioniert werden müssen und kein eigener Kran zur Verfügung steht.
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Was macht eine Kranvermietung?
Betriebe in der Kranvermietung stellen Autokrane, Teleskopkrane, Raupenkrane oder Turmdrehkrane für zeitlich begrenzte Einsätze zur Verfügung. Das Spektrum reicht von kleinen Fahrzeugkranen mit wenigen Tonnen Tragkraft bis hin zu Schwerlastkranen für mehrere hundert Tonnen. Der Vermieter organisiert Transport, Aufstellung und, sofern vereinbart, auch den Betrieb durch einen lizenzierten Kranführer. Eingesetzt werden solche Krane auf Hochbaustellen, im Tiefbau, bei Brücken- und Stahlbaumontagen sowie bei Industrieanlagen, Windkraftmontagen und Umzügen von schweren Maschinen.
Typische Auftragslagen sind das Heben von Dachbindern, Betonfertigteilen und Stahlträgern, das Einsetzen von Aufzugsanlagen oder Klimaeinheiten auf Hochhäuser sowie Bergungsarbeiten. Viele Bauunternehmen, Industriebetriebe und Handwerksbetriebe setzen Krane nur sporadisch ein und mieten sie daher für den konkreten Bedarfsfall, statt eigene Geräte vorzuhalten. Die Einsatzdauer kann von wenigen Stunden bis zu mehreren Monaten reichen.
Abzugrenzen ist die Kranvermietung von der klassischen Hebetechnik durch Gabelstapler oder Bühnen, die andere Lastbereiche und Geometrien abdecken. Turmdrehkrane, wie sie auf großen Rohbaubaustellen dauerhaft stehen, werden häufig nicht von Kranverleihern, sondern von Kranaufstellfirmen oder Baumaschinenverleihern gestellt. Manche Betriebe bieten beides an; im Zweifelsfall sollte die Aufgabenstellung genau beschrieben werden, damit der Anbieter das geeignete Gerät empfehlen kann.
Leistungen im Überblick
Kranverleiher bieten je nach Ausstattung und Betriebsgröße unterschiedliche Leistungsumfänge an, die von der reinen Geräteüberlassung bis zum kompletten Hebeservice reichen.
- Autokranvermietung mit KranführerDer Betrieb stellt den Kran inklusive lizenziertem Kranführer bereit. Der Kranführer ist für den sicheren Betrieb verantwortlich und übernimmt Einweisung, Bedienung und Protokollierung des Einsatzes.
- Kranvermietung ohne BedienpersonalDas Gerät wird angeliefert und aufgestellt, der Betrieb des Auftragsgebers stellt einen eigenen geprüften Kranführer. Diese Option ist günstiger, setzt aber einen gültigen Kranführerschein der zutreffenden Geräteklasse beim Auftraggeber voraus.
- Transport und Anlieferung des KransAutokrane fahren in der Regel selbst zur Baustelle, größere Schwerlastkrane und Raupenkrane werden auf Tiefladerfahrzeugen transportiert. An- und Abtransport werden meist separat abgerechnet und sind ein wesentlicher Kostenfaktor bei kurzen Einsätzen.
- Kranplanung und StandsicherheitsnachweisVor dem Einsatz prüft der Kranverleiher Tragfähigkeit, Ausladung und Bodenbelastbarkeit am geplanten Standort. Für anspruchsvolle Einsätze erstellt er einen Kranaufstellplan und gegebenenfalls einen statischen Nachweis, der auf manchen Baustellen behördlich verlangt wird.
- Schwerlast- und SonderhebungenBei Lasten über 50 Tonnen oder bei beengten Verhältnissen kommen Schwerlastkrane oder Tandemhebungen mit zwei Kranen zum Einsatz. Solche Einsätze werden individuell geplant und erfordern häufig behördliche Genehmigungen sowie Begleitung bei Schwertransporten.
- Langzeitmietung für BauprojekteFür länger laufende Projekte, etwa im Brücken- oder Industriebau, kann der Kran tage- oder wochenweise für die gesamte Projektlaufzeit angemietet werden. Der Vermieter übernimmt dabei in der Regel Wartung und Prüfung des Geräts vor Ort.
- Beratung zur GerätewahlEin erfahrener Kranverleiher empfiehlt auf Basis von Lastgewicht, Hakenhöhe, Ausladung und örtlichen Gegebenheiten das geeignete Gerät. Die falsche Gerätewahl verursacht Leerlaufkosten oder gefährdet die Arbeitssicherheit.
Was kostet eine Kranvermietung?
Die Kosten für einen Mietkran setzen sich aus Gerätemietpreis, Kranführerstunden und Transport zusammen, wobei der Gerätepreis meist nach Stunden oder Tagen abgerechnet wird. Entscheidend für die Höhe sind Tragkraft und Ausladung des Krans, Einsatzdauer, Anfahrtsdistanz und ob ein Kranführer gestellt wird.
| Leistung | Richtpreis | Was den Preis bestimmt |
|---|---|---|
| Kleiner Autokran bis 50 t, ohne Fahrer | 350-700 EUR/Tag | Kürzere Einsätze werden oft im Stundentakt abgerechnet, Mindestmietzeiten beachten |
| Autokran 50-100 t, mit Kranführer | 900-1.800 EUR/Tag | Kranführerlohn, Gerätemiete und Betriebsmittel meist im Tagessatz enthalten |
| Großkran 100-250 t, mit Kranführer | 1.800-4.500 EUR/Tag | Stark abhängig von Geräteverfügbarkeit und regionaler Nachfrage |
| Transport und Anlieferung Autokran | 150-600 EUR je Einsatz | Kilometerabhängig; bei Schwerlastkranen auf Tieflader deutlich höher |
| Kranführer zusätzlich | 55-90 EUR/Stunde | Gilt wenn nicht im Tagessatz enthalten; Mindestzeiten üblich |
| Wochenpauschale Autokran 50-100 t | 3.500-8.000 EUR/Woche | Rabatt gegenüber Tagesmiete üblich ab 3-5 Tagen, Konditionen individuell |
Alle Angaben sind Richtwerte für den deutschen Markt im Jahr 2026 und können regional sowie je nach Geräteverfügbarkeit, Saison und Auslastung des Verleihers erheblich abweichen. Für belastbare Zahlen sind schriftliche Angebote auf Basis der konkreten Lastenstellung unerlässlich.
Woran Sie eine gute Kranvermietung erkennen
Nicht jeder Kranverleiher ist für jeden Einsatz geeignet — entscheidend sind Gerätepark, Qualifikation des Personals und Transparenz beim Angebot.
- Geprüfte Kranführer mit gültiger LizenzKranführer benötigen in Deutschland einen anerkannten Befähigungsnachweis, bei größeren Geräten vorgeschrieben nach DGUV Grundsatz 309-003. Lassen Sie sich die Nachweise vor Auftragsvergabe vorlegen oder fragen Sie gezielt danach.
- Aktuelle UVV-Prüfung der GeräteKrane müssen nach den Unfallverhütungsvorschriften regelmäßig durch eine zugelassene Prüfstelle abgenommen werden. Seriöse Verleiher können das aktuelle Prüfprotokoll auf Anfrage vorzeigen.
- Passende Tragkraft und Ausladung für Ihren AuftragEin guter Verleiher fragt nach Lastgewicht, Hakenhöhe, benötigter Ausladung und Platzverhältnissen, bevor er ein Gerät empfiehlt. Wird ohne diese Informationen sofort ein Angebot gemacht, ist Vorsicht angebracht.
- Transparentes Angebot mit allen KostenbestandteilenTransport, Auf- und Abbau, Kranführerstunden, Wartezeiten und Mindesteinsatzzeiten müssen klar aufgelistet sein. Fehlen diese Positionen, drohen nachträgliche Zusatzkosten, die das Budget deutlich überschreiten können.
- Ausreichende HaftpflichtversicherungKraneinsätze bergen erhebliche Schadensrisiken für Personen, Gebäude und Anlagen. Fragen Sie nach dem Deckungsumfang der Betriebshaftpflicht und lassen Sie sich die Police auf Anfrage bestätigen.
- Erfahrung mit vergleichbaren AufgabenReferenzen aus ähnlichen Projekten, etwa Industrie-, Hochbau- oder Montagearbeiten, geben Hinweise auf die praktische Erfahrung. Betriebe mit einschlägiger Erfahrung erkennen Risiken früh und planen realistischere Zeitfenster.
Angebote richtig vergleichen
Ein seriöses Angebot eines Kranvermieters enthält das genaue Gerätemodell mit Nenntragkraft und maximaler Ausladung, die Einsatzdauer als Mindest- und Abrechnungseinheit, die Kosten für An- und Abtransport sowie die Stundensätze für Kranführer und eventuelle Wartezeiten. Ebenso sollte klar geregelt sein, wer bei Wetterstillstand, technischen Ausfällen oder Verlängerungen des Einsatzes zahlt, da diese Punkte in billigeren Angeboten oft fehlen und später zu erheblichen Mehrkosten führen.
Für einen belastbaren Preisvergleich empfehlen sich mindestens zwei bis drei schriftliche Angebote auf identischer Aufgabenstellung. Achten Sie darauf, dass alle Angebote dieselben Leistungsbestandteile umfassen, denn ein scheinbar günstigerer Preis kann entstehen, weil Transport oder Kranführer nicht einkalkuliert sind. Zusatzkosten für Anfahrtszeiten, Überbrückungsstunden bei bauseitigen Verzögerungen und Rüstzeiten für Ballastierung werden häufig nachträglich in Rechnung gestellt und sollten daher vorab schriftlich geklärt werden.
Häufige Fragen
Was kostet es, einen Kran zu mieten?
Die Kosten hängen stark von der benötigten Tragkraft und der Einsatzdauer ab. Ein Autokran mit 50 bis 100 Tonnen Tragkraft kostet inklusive Kranführer typischerweise zwischen 900 und 1.800 EUR pro Tag, kleinere Geräte ab etwa 350 EUR pro Tag ohne Fahrer. Hinzu kommen Transport, Mindestmietzeiten und gegebenenfalls Wartezeiten, die separat abgerechnet werden.
Was kostet ein Kran zu mieten pro Tag?
Ein Tagessatz für einen Autokran mit Kranführer liegt je nach Gerätegröße zwischen 900 und 4.500 EUR, ohne Fahrer beginnen Tagespreise für kleine Fahrzeugkrane bei rund 350 EUR. Der Tagessatz umfasst in der Regel eine definierte Arbeitszeit von acht Stunden; darüber hinausgehende Stunden werden zusätzlich berechnet. Anfahrt und Rüstzeit zählen nicht immer zur bezahlten Einsatzzeit und sollten im Angebot klar geregelt sein.
Wo kann ich einen Kran mieten?
Kranverleiher sind bundesweit tätig und in regionalen Branchenverzeichnissen wie diesem zu finden. Für kurzfristige oder spezialisierte Einsätze lohnt sich die Suche nach Betrieben mit dem passenden Gerätepark in der jeweiligen Region, da Transport- und Anfahrtskosten bei weiter entfernten Verleihern erheblich ins Gewicht fallen. Große Kranvermieter betreiben eigene Niederlassungen in mehreren Regionen Deutschlands.
Muss ich als Auftraggeber selbst einen Kranführer stellen?
Nein, die meisten Kranverleiher bieten den Kran inklusive lizenziertem Kranführer an, was in der Regel die einfachere und rechtssichere Variante ist. Wer das Gerät ohne Kranführer mietet, muss sicherstellen, dass ein eigener Mitarbeiter über einen gültigen Befähigungsnachweis für das jeweilige Gerät verfügt. Ohne gültige Lizenz darf der Kran nicht betrieben werden, da dies einen Verstoß gegen die Unfallverhütungsvorschriften darstellt.
Wie lange im Voraus muss ich einen Kran reservieren?
Bei normaler Auslastung sollte eine Anfrage mindestens ein bis zwei Wochen vor dem geplanten Einsatz eingehen, damit Gerät, Kranführer und Transport koordiniert werden können. In der Hochsaison von April bis Oktober, sowie in konjunkturell starken Bauphasen, können Vorlaufzeiten von vier Wochen und mehr notwendig sein. Kurzfristige Einsätze sind manchmal möglich, aber mit Aufschlägen oder eingeschränkter Gerätewahl verbunden.
Welche Voraussetzungen muss die Baustelle für den Kraneinsatz erfüllen?
Der Untergrund muss die Flächenpressung der Stützen tragen können, was der Verleiher im Vorfeld durch einen Kranaufstellplan prüft. Bei nicht ausreichend tragfähigem Boden sind Stahlplatten oder Bohlenlagen zur Lastverteilung notwendig, die der Auftraggeber in der Regel selbst besorgt oder zusätzlich anmietet. Außerdem sind ausreichende Anfahrwege, Mindestabstände zu Gebäuden und Leitungen sowie eine Einweisung vor Ort obligatorisch.
Was passiert, wenn der Kraneinsatz durch Wetter oder Bauverzögerung ausfällt?
Bei Windstärken über dem zulässigen Grenzwert, der je nach Gerät zwischen Windstärke 6 und 8 liegt, muss der Kranführer den Betrieb einstellen. Ob Wartezeiten durch Wetter oder bauseitige Verzögerungen zu Lasten des Auftraggebers abgerechnet werden, hängt von den vertraglichen Vereinbarungen ab und sollte vor Auftragserteilung schriftlich geklärt werden. Viele Verleiher berechnen zumindest einen Teil der Bereitstellungskosten, wenn das Gerät bereits angeliefert wurde.