Architektur und Innenarchitektur aus einer Hand — Neubau, Bauen im Bestand und Corporate Architecture in Wiesbaden und im Rhein-Main-Gebiet.
Bausachverständiger
Ein Bausachverständiger bewertet den Zustand von Gebäuden, Bauteilen oder Bauleistungen und erstellt dazu schriftliche Gutachten. Beauftragt wird er bei Hauskauf, Baumängeln, Streitigkeiten mit Handwerkern oder zur Baubegleitung während der Errichtung.
1 Betrieb in 9 Orten eingetragen
Eingetragene Betriebe
VIP- und Pro-Einträge stehen oben. Alle Angaben stammen von den Betrieben selbst oder aus öffentlichen Registern.
Alle Orte mit Bausachverständiger
9 Orte in 2 Bundesländern. Bereich aufklappen und Ort wählen.
Hessen 8 Orte
Rheinland-Pfalz 1 Ort
Was macht ein Baugutachter?
Ein Bausachverständiger untersucht Gebäude oder einzelne Bauleistungen auf ihren Zustand, ihre Mängelfreiheit und ihre Übereinstimmung mit Normen, Planung und Vertrag. Er beurteilt, ob Risse, Feuchtigkeitsschäden, Schimmel, Setzungen oder Ausführungsfehler vorliegen, wie schwerwiegend diese sind und welche Ursachen dahinterstecken. Das Ergebnis hält er in einem schriftlichen Gutachten fest, das als Entscheidungsgrundlage für Käufer, Gerichte, Versicherungen oder Bauherren dient.
Typische Auftragslagen sind der Immobilienkauf, bei dem der Sachverständige vor Vertragsabschluss den Gebäudezustand prüft, sowie die Baubegleitung bei Neubauten, bei der er wiederholt auf der Baustelle erscheint und kritische Leistungsphasen kontrolliert. Darüber hinaus wird er gerufen, wenn Streit zwischen Bauherr und Handwerker über Mängel entsteht, wenn ein Versicherungsfall eingetreten ist oder wenn ein Gericht ein Beweissicherungsgutachten benötigt.
Vom Architekten unterscheidet sich der Bausachverständige darin, dass er nicht plant oder baut, sondern bewertet und dokumentiert. Der Bauingenieur hingegen ist in der Tragwerksplanung tätig, während der Bausachverständige oft beide Fachrichtungen kennt, aber neutral und unabhängig urteilt. Zertifizierte oder öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige sind zusätzlich an besondere Qualifikations- und Unparteilichkeitsanforderungen gebunden.
Leistungen im Überblick
Bausachverständige übernehmen je nach Auftragslage sehr unterschiedliche Aufgaben, von der kurzen Erstbesichtigung bis zum gerichtsfesten Vollgutachten.
- Zustandsbewertung beim ImmobilienkaufVor dem Kauf einer Bestandsimmobilie prüft der Sachverständige Substanz, sichtbare Mängel und den energetischen Zustand des Gebäudes. Er schätzt anstehende Sanierungskosten ein und gibt dem Käufer eine belastbare Grundlage für Preisverhandlungen.
- BaumängelgutachtenBei festgestellten Ausführungsfehlern dokumentiert der Sachverständige den Mangel, benennt die technische Ursache und schätzt die Mängelbeseitigungskosten. Das Gutachten dient als Grundlage für Gewährleistungsansprüche gegenüber dem ausführenden Betrieb.
- Baubegleitung bei Neubau oder SanierungDer Sachverständige kontrolliert in festgelegten Bauphasen die Ausführungsqualität direkt auf der Baustelle und weist auf Abweichungen von Norm und Planung hin, bevor sie überdeckt oder kostspielig zu beheben sind. Typische Kontrollzeitpunkte sind Rohbaufertigstellung, Dachdeckung, Fassade, Fenstereinbau und Innenausbau.
- BeweissicherungsgutachtenVor Beginn von Nachbarschaftsbauten oder nach einem Schadensfall sichert der Sachverständige den Ist-Zustand eines Gebäudes fotografisch und schriftlich. Dieses Gutachten ist im Streitfall vor Gericht verwertbar und schützt beide Seiten vor unbegründeten Forderungen.
- Wertgutachten und KostenschätzungFür Erbschaften, Scheidungen oder Finanzierungen erstellt der Sachverständige eine nachvollziehbare Verkehrswertermittlung nach ImmoWertV. Dabei fließen Bauzustand, Lage, Ausstattung und Marktdaten ein.
- Schimmel- und FeuchtigkeitsdiagnostikMittels Messgeräten, Thermografie und Materialproben lokalisiert der Sachverständige Feuchtigkeitsquellen und bewertet gesundheitliche Risiken. Der Bericht enthält eine Ursachenanalyse sowie Empfehlungen zur dauerhaften Behebung.
- Gerichtsgutachten auf SachverständigenbestellungÖffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige werden von Gerichten als neutrale Gutachter bestellt und erstellen Gutachten nach streng formalisierten Anforderungen. Ihr Gutachten hat im Prozess besonderen Beweiswert.
Was kostet ein Baugutachter?
Die meisten Bausachverständigen rechnen nach Stundensatz ab, seltener nach Pauschale für klar definierte Leistungen wie eine Kaufberatungsbegehung. Den Preis bestimmen Qualifikation des Sachverständigen, Umfang und Komplexität des Auftrags sowie der regionale Markt.
| Leistung | Richtpreis | Was den Preis bestimmt |
|---|---|---|
| Stundensatz freier Bausachverständiger | 90-160 EUR/Stunde | Öffentlich bestellte Sachverständige liegen am oberen Ende, freie am unteren |
| Kaufberatung Bestandsimmobilie (Kurzbegehung inkl. Kurzbericht) | 350-650 EUR pauschal | Abhängig von Objektgröße und Anfahrtsweg; kein ausführliches Gutachten enthalten |
| Baumängelgutachten (schriftlich, ein Gewerk) | 500-1.500 EUR pauschal | Steigt mit Anzahl der Mängel, Messtechnikeinsatz und erforderlichem Schriftsatzumfang |
| Baubegleitung Neubau (je Ortsbegehung) | 200-450 EUR pro Termin | Gesamtkosten hängen von der Anzahl vereinbarter Kontrolltermine ab |
| Vollgutachten / Gerichtsgutachten | 1.200-4.000 EUR pauschal | Umfang, Komplexität und Gerichtsanforderungen treiben den Preis erheblich |
| Verkehrswertgutachten nach ImmoWertV | 1.000-2.500 EUR pauschal | Objektwert und Ausführlichkeit bestimmen die Honorarhöhe |
Diese Angaben sind Richtwerte auf Basis üblicher Marktpreise in Deutschland 2026 und können regional erheblich abweichen, insbesondere in Ballungsräumen wie Berlin, Hamburg, München oder Stuttgart. Holen Sie mindestens zwei Angebote ein und lassen Sie sich den Leistungsumfang schriftlich bestätigen.
Woran Sie einen guten Baugutachter erkennen
Die Bezeichnung Bausachverständiger ist nicht gesetzlich geschützt, weshalb die Prüfung von Qualifikation und Unabhängigkeit besonders wichtig ist.
- Öffentliche Bestellung und VereidigungÖffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige werden von Industrie- und Handelskammern oder Architektenkammern geprüft und zugelassen. Diese Zulassung können Sie direkt beim jeweiligen Kammerverzeichnis überprüfen.
- Anerkannte ZertifizierungAlternativ zur öffentlichen Bestellung gibt es Zertifizierungen nach DIN EN ISO/IEC 17024, etwa durch den TÜV oder die DEKRA, die ebenfalls fachliche Mindestanforderungen nachweisen. Fragen Sie nach dem Zertifikat und der ausstellenden Stelle.
- Fachliche SpezialisierungKein Sachverständiger kann für jedes Bauthema gleichermaßen kompetent sein. Achten Sie darauf, dass der Sachverständige nachweislich Erfahrung genau in dem Bereich hat, der Sie betrifft, also etwa im Bereich Feuchtigkeitsschäden, Holzbau oder Hochbaukonstruktion.
- Unabhängigkeit und NeutralitätEin Sachverständiger, der gleichzeitig Bauleistungen anbietet oder mit Handwerksbetrieben verflochten ist, kann nicht neutral urteilen. Fragen Sie direkt nach geschäftlichen Verbindungen zu ausführenden Betrieben.
- Transparentes HonorarangebotSeriöse Sachverständige nennen ihren Stundensatz oder ihre Pauschale vorab schriftlich und beschreiben den Leistungsumfang klar. Vage Aussagen wie ungefähr oder nach Aufwand ohne Rahmen sollten Sie misstrauisch machen.
- BerufshaftpflichtversicherungFür den Fall eines Beurteilungsfehlers muss der Sachverständige eine ausreichende Berufshaftpflichtversicherung nachweisen können. Fragen Sie nach Deckungssumme und lassen Sie sich die Versicherungsbestätigung zeigen.
Angebote richtig vergleichen
Ein seriöses Angebot eines Bausachverständigen enthält den genauen Leistungsumfang, also welche Gebäudeteile oder Bauleistungen untersucht werden, wie viele Termine vor Ort vorgesehen sind und in welcher Form das Ergebnis geliefert wird, ob als kurzer Bericht, ausführliches Gutachten oder gerichtsfestes Dokument. Außerdem sollte die Preisbasis klar sein: Stundensatz mit geschätztem Zeitaufwand oder Festpreis. Fehlt eine dieser Angaben, lässt sich das Angebot nicht seriös vergleichen und Nachforderungen sind vorprogrammiert.
Holen Sie für größere Aufträge mindestens zwei, besser drei Angebote ein. Achten Sie nicht nur auf den Preis, sondern darauf, was im Leistungsumfang jeweils enthalten ist. Ein günstigeres Angebot, das lediglich eine mündliche Einschätzung ohne schriftlichen Bericht vorsieht, ist für rechtliche Auseinandersetzungen wertlos. Fragen Sie auch, ob Fahrtkosten, Messtechnikeinsatz oder Laboranalysen bei Schadstoffverdacht bereits eingerechnet sind, oder ob diese separat berechnet werden.
Häufige Fragen
Was kostet ein Bausachverständiger?
Je nach Leistung und Qualifikation des Sachverständigen liegen die Kosten zwischen 350 und 650 EUR für eine einfache Kaufberatungsbegehung und 1.200 bis 4.000 EUR für ein vollständiges Gutachten. Der Stundensatz freier Sachverständiger beträgt typischerweise 90 bis 160 EUR, öffentlich bestellte Sachverständige liegen am oberen Ende. Bestimmende Faktoren sind Objektgröße, Untersuchungstiefe, Einsatz von Messtechnik und der regionale Markt.
Was kostet ein Bausachverständiger in Berlin?
In Berlin sind die Honorare tendenziell höher als im bundesweiten Durchschnitt, Stundensätze von 120 bis 180 EUR sind dort nicht ungewöhnlich. Eine Kaufberatungsbegehung kostet in Berlin häufig 500 bis 800 EUR, ein Vollgutachten kann 1.500 bis 5.000 EUR erreichen. Holen Sie mehrere Angebote ein, da die Preisunterschiede zwischen einzelnen Sachverständigen auch in derselben Stadt erheblich sein können.
Was kostet ein Bausachverständiger in Hamburg?
In Hamburg sind die Marktpreise ähnlich wie in anderen deutschen Großstädten auf einem erhöhten Niveau, Stundensätze zwischen 110 und 170 EUR sind marktüblich. Eine einfache Begehung zur Kaufberatung schlägt dort häufig mit 450 bis 750 EUR zu Buche. Für Gerichts- oder Vollgutachten sollten Sie auch in Hamburg Angebote mit einem Gesamthonorar von 1.500 bis 4.500 EUR einkalkulieren.
Wann macht ein Bausachverständiger Sinn?
Ein Bausachverständiger ist sinnvoll, wenn Sie eine Bestandsimmobilie kaufen und den tatsächlichen Zustand und Sanierungsbedarf kennen wollen, bevor Sie den Kaufvertrag unterschreiben. Ebenfalls geboten ist er, wenn Sie Mängel an einem Neubau oder einer handwerklichen Leistung feststellen und Gewährleistungsansprüche durchsetzen wollen, denn ohne schriftliches Gutachten sind solche Ansprüche vor Gericht kaum durchsetzbar. Auch die begleitende Qualitätskontrolle beim Neubau durch regelmäßige Baustellenbesuche eines Sachverständigen ist für Bauherren ohne bautechnisches Wissen eine sinnvolle Investition.
Was ist ein Bausachverständiger?
Ein Bausachverständiger ist ein Fachkundiger, der Gebäude, Bauteile oder Bauleistungen technisch bewertet und sein Urteil in einem schriftlichen Gutachten dokumentiert. Die Bezeichnung ist in Deutschland nicht gesetzlich geschützt, weshalb Qualifikationsnachweise wie die öffentliche Bestellung durch eine Kammer oder eine akkreditierte Zertifizierung ein wichtiges Auswahlkriterium sind. Er arbeitet im Unterschied zum Architekten oder Ingenieur nicht planend oder bauend, sondern neutral und beurteilend.
Was macht ein Bausachverständiger?
Ein Bausachverständiger untersucht Gebäude oder Bauleistungen auf Mängel, Schäden, normgerechte Ausführung und Wert und hält seine Ergebnisse in einem Gutachten fest. Typische Aufgaben sind die Zustandsbewertung vor einem Immobilienkauf, die Dokumentation von Baumängeln für Gewährleistungsansprüche, die Baubegleitung bei Neubau oder Sanierung sowie die Erstellung von Gerichtsgutachten. Er verschafft Bauherren, Käufern und Gerichten eine unabhängige technische Einschätzung, die als Entscheidungs- oder Beweisgrundlage dient.
Was kostet ein Bausachverständiger bei der DEKRA?
Die DEKRA ist eine akkreditierte Zertifizierungsstelle, deren zertifizierte Sachverständige nach marktüblichen Sätzen abrechnen, die DEKRA selbst gibt keine festen Honorare vor. Stundensätze von DEKRA-zertifizierten Sachverständigen liegen in der Regel im Bereich von 100 bis 160 EUR, Gutachtenpauschalen richten sich nach Umfang und Objektart. Die Zertifizierung durch die DEKRA ist ein Qualitätsmerkmal, bedeutet aber nicht automatisch, dass der Sachverständige zu einem bestimmten Preisrahmen arbeitet.
