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Deichbau

Betriebe im Bereich Deichbau und Hochwasserschutz planen und errichten Schutzanlagen gegen Überflutungen – von stationären Erddämmen und Spundwänden bis zu mobilen Schutzsystemen für Gebäude und Grundstücke. Beauftragt werden sie von Kommunen, Wasser- und Bodenverbänden sowie privaten Eigentümern, wenn Gewässer, Starkregen oder Rückstau eine konkrete Gefährdung darstellen.

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Was gehört zum Hochwasserschutz?

Fachbetriebe im Deichbau planen, bauen und sanieren Schutzanlagen entlang von Flüssen, Seen und in überflutungsgefährdeten Lagen. Dazu gehören Erddämme mit Dichtungskernen, Spundwände aus Stahl oder Stahlbeton, Deichdurchlässe mit Schieberventilen sowie Pumpwerke, die eingedrungenes Wasser wieder abführen. Ein wesentlicher Aufgabenbereich ist außerdem die Inspektion und Ertüchtigung bestehender Deiche, etwa nach Schäden durch Unterspülung oder Erosion.

Neben diesen großen Ingenieurbauwerken bearbeiten viele Betriebe auch den Objektschutz für Einzelgebäude und Gewerbeflächen. Dabei werden wasserundurchlässige Kellerwände (sogenannte Weiße oder Schwarze Wanne), rückstausichere Abläufe, Hochwasserschutztüren und -fenster sowie mobile Dammbalken-Systeme eingebaut. Für Garageneinfahrten, Tiefgaragenzufahrten oder ebenerdig liegende Gebäudeöffnungen kommen außerdem Aluminium-Schotts und aufstellbare Dammtafeln zum Einsatz.

Die Abgrenzung zu benachbarten Gewerken ist fließend: Der Tiefbau übernimmt Erdarbeiten und Gründungen, der Kanal- und Rohrleitungsbau ist für Rückstausicherungen im Abwassernetz zuständig, und der Abdichtungsbau behandelt die bauphysikalische Kellerabdichtung gegen drückendes Wasser. Ein Hochwasserschutz-Fachbetrieb koordiniert in der Regel alle diese Teilleistungen oder arbeitet als Generalunternehmer zusammen mit spezialisierten Subunternehmern.

Leistungen im Überblick

Hochwasserschutz-Betriebe decken ein breites Spektrum vom großflächigen Deichbau bis zum Einzelobjektschutz ab.

  • Deichbau und DeichsanierungNeubau und Ertüchtigung von Erddämmen einschließlich Dichtungskernen, Böschungssicherungen und Deichdurchlässen. Bei Sanierungen werden Standsicherheit und Dichtigkeit nach aktuellen DIN- und DWA-Regelwerken überprüft und wiederhergestellt.
  • Spundwände und StützwändeEinbringen von Stahlspundwänden oder Stahlbetonpfählen als dauerhafte Hochwasserbarrikade, besonders dort, wo kein Platz für einen Erddamm vorhanden ist. Diese Lösung findet sich häufig in innerstädtischen Lagen direkt an Ufermauern.
  • Mobile HochwasserschutzsystemeLieferung, Montage und Einweisung in aufstellbare Dammbalkensysteme, Aluminium-Schotts und wassergefüllte Barrieren für temporären Schutz. Mobile Systeme eignen sich für Standorte, an denen ein stationärer Bau wirtschaftlich oder optisch nicht vertretbar ist.
  • Objektschutz für GebäudeEinbau von hochwasserdichten Türen, Fenstern und Lichtschachtabdeckungen sowie Sicherung von Öffnungen an Garageneinfahrten und Kellerzugängen. Ergänzend werden Rückstauventile und Hebeanlagen im Abwassersystem installiert, um drückendes Kanalwasser fernzuhalten.
  • Abdichtung gegen drückendes WasserHerstellung oder Sanierung wasserundurchlässiger Betonkonstruktionen (WU-Beton) und Schwarzer Wannen aus Bitumendickbeschichtung oder Kunststoffdichtungsbahnen. Diese Maßnahmen schützen Keller dauerhaft, wenn ein Gebäude im Hochwasserbereich liegt.
  • Pumpwerke und EntwässerungsanlagenPlanung und Bau stationärer oder mobiler Pumpanlagen, die eingedrungenes Wasser hinter einem Deich oder aus einem Gebäude abführen. Dazu gehören die Steuerungs- und Alarmtechnik sowie regelmäßige Wartungsverträge.
  • Beratung, Gefährdungsanalyse und FörderanträgeViele Betriebe übernehmen die standortbezogene Risikoermittlung auf Basis von Hochwassergefahrenkarten und erstellen die Unterlagen für Förderprogramme der Länder oder der KfW. Damit werden Planung und Finanzierung aus einer Hand abgewickelt.

Was kostet Hochwasserschutz?

Die Preisbildung im Hochwasserschutz folgt überwiegend Einheitspreisen je Quadratmeter, laufenden Meter oder Stück, da Leistungsumfang und Materialmengen stark variieren. Maßgebliche Kostentreiber sind die Zugangsituation zur Baustelle, die Bodenart, die Überflutungshöhe, für die das System ausgelegt werden muss, sowie der Anteil an Sonderbauteilen wie motorisierten Schieberventilen oder denkmalschutzgerechten Einbauten.

LeistungRichtpreisWas den Preis bestimmt
Mobiles Hochwasserschutzsystem (Aluminium-Dammbalken) 300-900 EUR/lfd. m Abhängig von der Systemhöhe (bis ca. 1,0 m) und ob Unterbau-Einbauteile erforderlich sind
Hochwasserschutztür oder -tor (Einbau inkl. Material) 3.000-12.000 EUR/Stück Größe, Dichtklasse, Automatisierung und Wandkonstruktion bestimmen den Preis
Abdichtung Keller gegen drückendes Wasser (Schwarze Wanne außen) 80-180 EUR/m2 Freilegungsaufwand und Kellergröße haben den stärksten Einfluss
Rückstausicherung (Rückstauverschluss inkl. Einbau) 800-2.500 EUR/Stück Elektrisch gesteuerte Hebeanlagen liegen am oberen Rand der Spanne
Deichbau / Erddamm (Neubau) 150-600 EUR/lfd. m Breite, Höhe, Dichtungskern und Böschungssicherung bestimmen den Einheitspreis
Stahlspundwand (eingebaut) 300-800 EUR/m2 Wandfläche Stahlprofilstärke, Einbindetiefe und Bodenverhältnisse sind maßgeblich

Alle Angaben sind Richtwerte auf Basis aktueller Marktpreise in Deutschland und können je nach Region, Lohnkosten und Materialverfügbarkeit abweichen. Für eine verlässliche Kalkulation ist eine Vor-Ort-Begehung mit detailliertem Leistungsverzeichnis unerlässlich.

Woran Sie einen guten Anbieter für Hochwasserschutz erkennen

Bei einem sicherheitsrelevanten Gewerk wie dem Hochwasserschutz sind Fachkenntnis, Nachweise und transparente Kommunikation entscheidend für die Wahl des richtigen Betriebs.

  1. Nachweis einschlägiger ReferenzenEin seriöser Betrieb kann vergleichbare Projekte – nach Größe, Schutzklasse und Bauart – benennen und im besten Fall besichtigen lassen. Fragen Sie gezielt nach Referenzen in Ihrer Region, da lokale Bodenverhältnisse und Wasserrechtsbestimmungen bekannt sein sollten.
  2. Kenntnisse des Wasserrechts und der FörderprogrammeDeich- und Hochwasserschutzmaßnahmen berühren häufig wasserrechtliche Genehmigungspflichten der unteren Wasserbehörde. Ein kompetenter Betrieb erklärt Ihnen von Beginn an, welche Genehmigungen notwendig sind und ob Fördermittel des Landes oder der KfW in Frage kommen.
  3. Detailliertes Leistungsverzeichnis statt PauschalangebotEin transparentes Angebot weist alle Positionen – Erdarbeiten, Material, Einbauteile, Abdichtung, Entsorgung – einzeln aus. Pauschale Globalpreise erschweren den Vergleich und verbergen oft Lücken im Leistungsumfang.
  4. Verwendung geprüfter Systeme mit ZulassungMobile Hochwasserschutzsysteme und Einbautüren sollten über eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) oder eine Zertifizierung nach DIN EN 13564 bzw. DIN EN 1027 verfügen. Lassen Sie sich den Nachweis zeigen, bevor Sie einen Auftrag erteilen.
  5. Klare Regelung für Wartung und NotfallbereitschaftHochwasserschutzsysteme müssen funktionieren, wenn sie gebraucht werden. Klären Sie vor Vertragsabschluss, ob der Betrieb Wartungsverträge anbietet und ob er im Hochwasserfall kurzfristig erreichbar ist.
  6. Versicherungsschutz und HaftungsregelungPrüfen Sie, ob der Betrieb eine Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung in ausreichender Höhe nachweisen kann. Bei Versagen einer Hochwasserschutzanlage können Schäden schnell in den sechsstelligen Bereich gehen.

Angebote richtig vergleichen

Ein vollständiges Angebot im Hochwasserschutz muss das Aufmaß der zu schützenden Fläche oder des Bauwerks, die zugrunde gelegte Bemessungswassertiefe, alle verwendeten Systemkomponenten mit Typenbezeichnung und Zertifikat, die Erdarbeiten inklusive Entsorgung des Aushubs sowie die Kosten für Genehmigungsunterlagen und Baustelleneinrichtung enthalten. Fehlen diese Positionen, sind sie entweder im Pauschalpreis versteckt oder werden nachträglich als Zusatzleistung in Rechnung gestellt. Besonders häufig fehlen Posten wie die Anpassung von Entwässerungsleitungen, der Einbau von Revisionsschächten oder die Inbetriebnahme und Einweisung des Betreibers.

Ein Vergleich von mindestens drei Angeboten ist in diesem Gewerk sinnvoll, da Preise und technische Lösungsansätze erheblich voneinander abweichen können. Vergleichen Sie dabei nicht allein den Endpreis, sondern prüfen Sie, ob alle Angebote dieselbe Bemessungsgrundlage und denselben Leistungsumfang haben. Ein günstigeres Angebot, das eine niedrigere Schutzklasse oder ein nicht zertifiziertes System vorsieht, ist kein gleichwertiges Angebot.

Häufige Fragen

Wer zahlt den Hochwasserschutz – der Eigentümer oder der Staat?

Für Schutzanlagen an öffentlichen Gewässern (Deiche, Pumpwerke) sind in der Regel die Bundesländer, Kommunen oder Wasser- und Bodenverbände zuständig und tragen die Kosten. Den Objektschutz für das eigene Gebäude – also Türen, Abdichtungen, mobile Systeme – muss grundsätzlich der Eigentümer selbst bezahlen. Viele Bundesländer und die KfW bieten jedoch Förderprogramme mit Zuschüssen von 20 bis 50 Prozent der förderfähigen Kosten an; ein Hochwasserschutz-Fachbetrieb kann Sie zu den aktuell geltenden Programmen beraten.

Was kostet mobiler Hochwasserschutz?

Mobile Hochwasserschutzsysteme aus Aluminium-Dammbalkenelementen kosten in der Regel zwischen 300 und 900 EUR je laufendem Meter, abhängig von der erforderlichen Höhe und ob in der Wand oder im Boden Einbauteile verankert werden müssen. Für eine typische Haustür oder Garageneinfahrt mit einem bis zwei laufenden Metern Breite und 50 Zentimetern Schutzhöhe sind demnach Gesamtkosten von etwa 1.000 bis 3.000 EUR realistisch. Hinzu kommen Montagekosten, die je nach Aufwand 300 bis 1.000 EUR betragen können.

Was kostet Hochwasserschutz für ein Haus insgesamt?

Das hängt stark vom Gefährdungsgrad und den baulichen Gegebenheiten ab. Ein einfaches Paket aus Rückstausicherung, Schutztür und einer mobilen Absperrung für die Garageneinfahrt liegt häufig zwischen 5.000 und 15.000 EUR. Muss der Keller zusätzlich von außen abgedichtet werden, kommen je nach Kellerumfang weitere 15.000 bis 40.000 EUR hinzu. Eine seriöse Kostenschätzung ist erst nach einer Vor-Ort-Begehung und einer Auswertung der örtlichen Hochwassergefahrenkarte möglich.

Was kostet Hochwasserschutz für eine Garageneinfahrt?

Für eine Standard-Garageneinfahrt mit etwa 2,50 Metern Breite sind mobile Dammbalken-Systeme oder Aluminium-Schotts mit Einbauteilen für 1.500 bis 4.500 EUR erhältlich und montierbar. Die Spanne ergibt sich aus der Systemhöhe, der Bodenqualität für die Verankerung und dem Hersteller. Zusätzlich empfiehlt sich ein Rückstauventil im Abwasseranschluss der Garage, dessen Einbau mit 800 bis 2.000 EUR zu veranschlagen ist.

Welche Sandsäcke sind für den Hochwasserschutz geeignet?

Klassische Jute- oder PP-Gewebesäcke mit einer Füllung aus feuchtem Sand oder Kies haben sich als kurzfristige Notmaßnahme bewährt; die Säcke sollten nicht zu prall gefüllt sein, damit sie sich flach aufeinanderlegen lassen. Alternativ gibt es wasseraktivierte Schnelldämme aus Superabsorber-Granulat, die ohne Sandfüllung auskommen und sich platzsparend lagern lassen. Für dauerhaften oder wiederkehrenden Hochwasserschutz sind Sandsäcke jedoch keine sinnvolle Lösung; hier sollten zertifizierte Dammbalken-Systeme eingesetzt werden.

Gibt es Preislisten für Hochwasserschutzsysteme von Herstellern wie Prefa?

Hersteller wie Prefa oder andere Anbieter von Hochwasserschutzprodukten veröffentlichen in der Regel keine öffentlichen Endverbraucherpreislisten, da die Preise vom Händler, der Menge und dem jeweiligen Projekt abhängen. Richtwerte für Aluminium-Systeme bewegen sich je nach Höhe und Ausführung zwischen 300 und 900 EUR je laufendem Meter Systemlieferung ohne Montage. Verlässliche Preise erhalten Sie über einen zertifizierten Fachbetrieb, der das jeweilige System vertreibt und einbaut.

Brauche ich eine Genehmigung für Hochwasserschutzmaßnahmen am eigenen Haus?

Maßnahmen innerhalb des eigenen Gebäudes – wie Rückstauventile, Schutztüren oder Kellerabdichtungen – sind in der Regel genehmigungsfrei. Sobald jedoch im Außenbereich eingegriffen wird, beispielsweise durch das Aufschütten eines Erdwalls oder den Bau einer Stützmauer in Gewässernähe, kann eine wasserrechtliche Genehmigung der unteren Wasserbehörde erforderlich sein. Ein erfahrener Fachbetrieb klärt diese Frage im Rahmen der Planung und stellt bei Bedarf die notwendigen Unterlagen zusammen.