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Deponiebau

Deponiebau umfasst die Planung, Errichtung und Sanierung von Deponien für Siedlungsabfälle, Industrieabfälle und Bodenaushub nach den Anforderungen des Abfallrechts und der Deponieverordnung. Behörden, Entsorgungsunternehmen und Industriebetriebe beauftragen Fachunternehmen des Deponiebaus, wenn neue Ablagerungsflächen erschlossen, bestehende Deponien erweitert oder stillgelegte Anlagen gesichert und rekultiviert werden müssen.

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Was macht ein Deponiebauunternehmen?

Fachunternehmen im Deponiebau errichten und sanieren Anlagen zur geordneten Ablagerung von Abfällen. Dazu gehören die Planung und der Einbau mehrlagiger Basisabdichtungssysteme aus mineralischen Dichtungsschichten, Kunststoffdichtungsbahnen (KDB) und Drainagematten, die verhindern, dass Sickerwasser in den Untergrund gelangt. Ebenso werden Sickerwassererfassungssysteme, Deponiegasdrainagen, Stützdämme, Betriebsstraßen auf dem Deponiekörper sowie Einrichtungen zur Zugangs- und Gewässerschutzkontrolle gebaut.

Typische Auftragslagen entstehen beim Neubau von Siedlungsabfall-, Deponieklasse-I- und Deponieklasse-II-Deponien, bei der Erweiterung bestehender Deponiekörper, bei der Oberflächenabdichtung und Rekultivierung stillgelegter Deponien sowie bei der Sanierung alter, nicht mehr den heutigen Standards entsprechender Altablagerungen. Auftraggeber sind in der Regel öffentliche Entsorgungsträger, Abfallzweckverbände, kommunale Betriebe und private Entsorgungsunternehmen; im Industriebereich kommen Betreiber von Betriebsdeponien für produktionsspezifische Abfälle hinzu.

Vom klassischen Erdbau unterscheidet sich der Deponiebau durch die zwingend einzuhaltenden Anforderungen der Deponieverordnung (DepV) und des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, die spezielle Qualifikationen, Eignungsnachweise und eine behördlich überwachte Bauausführung erfordern. Der Geotechnik fallen die Standortuntersuchung und der Nachweis der geologischen Barriere zu; der Deponiebau setzt diese Vorgaben baulich um. Umweltingenieure und Sachverständige für Deponietechnik begleiten die Maßnahmen prüfend, führen jedoch selbst keine Bauarbeiten durch.

Leistungen im Überblick

Fachunternehmen im Deponiebau decken den gesamten Lebenszyklus einer Deponie ab, von der Erschließung über den Betrieb bis zur Nachsorgephase.

  • BasisabdichtungssystemEinbau der mehrlagigen Basisabdichtung bestehend aus geologischer Barriere, mineralischer Dichtungsschicht, Kunststoffdichtungsbahn und Drainageschicht nach DepV. Die Ausführung erfordert lückenlose Qualitätssicherung mit Eigenüberwachung und Fremdkontrolle durch akkreditierte Prüfstellen.
  • Sickerwassererfassung und -entsorgungPlanung und Einbau von Drainagerohrsystemen, Kontrollschächten und Sickerwassersammelstellen innerhalb des Deponiekörpers. Das gesammelte Sickerwasser wird in Rückhaltebecken geleitet und von dort zur Behandlungsanlage oder Kläranlage abgeführt.
  • DeponiegaserfassungInstallation von vertikalen und horizontalen Gasdrainage-Systemen zur kontrollierten Fassung von Deponiegas in biologisch aktiven Deponiekörpern. Das gefasste Gas kann bei ausreichendem Heizwert einer energetischen Verwertung zugeführt oder kontrolliert abgefackelt werden.
  • Oberflächenabdichtung und RekultivierungAufbau des Oberflächenabdichtungssystems auf stillgelegten Deponien, bestehend aus Ausgleichsschicht, Gasdränage, Dichtungskomponente, Entwässerungsschicht und Rekultivierungsschicht. Abschließend erfolgt die Begrünung entsprechend den genehmigungsrechtlichen Vorgaben.
  • AltdeponiesanierungSicherung und Sanierung von Altablagerungen, die nicht dem Stand der Technik entsprechen, durch nachträgliche Abdichtung, Bodenaustausch oder hydraulische Sicherung. Grundlage ist stets eine behördlich festgelegte Sanierungsuntersuchung.
  • Deponiekörperbau und InfrastrukturSchüttung und lagenweiser Verdichtungseinbau des Abfalls oder Erdmaterials gemäß Einbauplan sowie Anlage von Betriebsstraßen, Randwällen, Stützdämmen und Einzäunung. Diese Infrastruktur muss laufend an den wachsenden Deponiekörper angepasst werden.
  • Qualitätssicherung und DokumentationDurchführung der vorgeschriebenen Eigenüberwachung einschließlich Protokollierung von Schichtstärken, Verdichtungsgraden und Schweißnahtprüfungen an Kunststoffdichtungsbahnen. Die vollständige Baudokumentation ist Bestandteil der behördlichen Abnahme und der Nachsorge.

Was kostet ein Deponiebauunternehmen?

Leistungen im Deponiebau werden fast ausnahmslos nach Einheitspreisen abgerechnet, da Flächengrößen, Schichtstärken und Materialmengen die bestimmenden Kostengrößen sind. Wesentliche Preistreiber sind die Geotextil- und Kunststoffdichtungsbahnpreise, die Transportentfernung für mineralisches Dichtungsmaterial sowie der Umfang der vorgeschriebenen Qualitätssicherungsmaßnahmen.

LeistungRichtpreisWas den Preis bestimmt
Mineralische Dichtungsschicht (Einbau, 50 cm) 18-35 EUR/m2 Abhängig von Materialherkunft, Einbaudicke und Verdichtungsanforderungen
Kunststoffdichtungsbahn verlegen und verschweißen 12-22 EUR/m2 Materialstärke (1,5 bis 2,5 mm HDPE) und Nahtdichte beeinflussen den Preis
Drainagematten oder Kiesdrainage einbauen 8-18 EUR/m2 Systemart (Geokunststoff vs. Kies), Schichtstärke und Leitungsanschlüsse
Sickerwasser-Drainagerohr verlegen 35-70 EUR/lfd. m Rohrdurchmesser, Bettungsmaterial und Schachtbauwerke bestimmen die Spanne
Oberflächenabdichtungssystem komplett (alle Lagen) 40-80 EUR/m2 Systemaufbau nach DepV-Klasse, Deponieneigungs- und Transportverhältnisse
Rekultivierungsschicht einbauen und begrünen 10-25 EUR/m2 Auftragsdicke, Bodenmaterialqualität und Begrünungsart (Ansaat vs. Bepflanzung)

Alle Angaben sind Richtwerte auf Basis üblicher Ausschreibungspreise in Deutschland und können je nach Region, Baustellengröße, Materialverfügbarkeit und behördlichen Auflagen erheblich abweichen. Kleine Deponieflächen unter 5.000 m2 liegen in der Regel am oberen Rand der Spannen, da Rüst- und Mobilisierungskosten auf weniger Fläche verteilt werden.

Woran Sie ein gutes Deponiebauunternehmen erkennen

Bei der Auswahl eines Fachunternehmens sollten Sie neben dem Preis vor allem Qualifikation, behördliche Zulassungen und nachweisbare Projekterfahrung prüfen.

  1. Nachweis der EignungsfeststellungFür den Einbau von Abdichtungskomponenten nach DepV ist eine behördliche Eignungsfeststellung oder -zustimmung erforderlich. Lassen Sie sich diese Bescheinigung unaufgefordert vorlegen und prüfen Sie, ob sie die konkret geplante Systemkomponente abdeckt.
  2. Erfahrung mit vergleichbaren DeponieklassenFragen Sie gezielt nach abgeschlossenen Projekten in derselben Deponieklasse (DK 0 bis DK III). Referenzlisten mit Angabe von Auftraggeber, Projektjahr und Flächengröße geben Ihnen einen verlässlicheren Anhaltspunkt als allgemeine Unternehmensdarstellungen.
  3. EigenüberwachungskonzeptEin seriöser Betrieb legt ein schriftliches Eigenüberwachungskonzept vor, das beschreibt, wie Einbauparameter, Schweißnahtprüfungen und Verdichtungsergebnisse dokumentiert werden. Fehlt dieses Konzept im Angebot, ist das ein Warnsignal für unzureichende Qualitätssicherung.
  4. Zusammenarbeit mit akkreditierten FremdüberwachernFragen Sie, mit welchen Prüfstellen das Unternehmen üblicherweise zusammenarbeitet, und ob es bereits gemeinsame Projekte gibt. Eine eingespielte Zusammenarbeit zwischen Auftragnehmer und Fremdüberwacher beschleunigt die behördliche Abnahme erheblich.
  5. Vollständige Haftpflicht- und UmwelthaftpflichtversicherungDeponiebauarbeiten bringen erhebliche Umwelthaftungsrisiken mit sich. Verlangen Sie eine aktuelle Versicherungsbestätigung, die ausdrücklich Tätigkeiten im Deponie- und Abdichtungsbau sowie Umweltschäden durch Bautätigkeit einschließt.
  6. Klare Schnittstellenregelung zu anderen GewerkenPrüfen Sie, ob das Angebot eindeutig beschreibt, welche Vor- und Nachleistungen (z. B. Geländemodellierung durch Erdbau, Prüfingenieurleistungen durch Geotechniker) nicht enthalten sind. Unklare Schnittstellen führen erfahrungsgemäß zu Nachtragskosten.

Angebote richtig vergleichen

Ein vollständiges Angebot im Deponiebau muss die Einheitspreise für jede Lage des Abdichtungssystems einzeln ausweisen, die verwendeten Materialien mit Typenbezeichnung und Normkonformität benennen sowie die vorgesehenen Qualitätssicherungsmaßnahmen inklusive Schweißnahtprüfungen und Verdichtungskontrollen beschreiben. Außerdem sollte es Angaben zur Mobilisierung, zu Baustelleneinrichtung, zu Entsorgungswegen für anfallende Materialien und zur vorgesehenen Baudokumentation enthalten. Pauschalsummen ohne Positionsgliederung sind bei behördlich überwachten Deponiebauprojekten nicht akzeptabel.

Häufig fehlen in Erstangeboten Positionen für Mehrmassen bei geotechnisch bedingten Planänderungen, Kosten für behördlich angeordnete Zusatzprüfungen sowie Aufwände für die Erstellung von Abnahmedokumentation und Bestandsplänen. Diese Posten können je nach Projektgröße erhebliche Summen erreichen und sollten im Angebot ausdrücklich geregelt oder als Eventualposition ausgewiesen sein. Für ein Deponiebauvorhaben sollten Sie mindestens drei Angebote von Unternehmen einholen, die nachweislich bereits vergleichbare Projekte in der betreffenden Deponieklasse abgeschlossen haben, da Preisunterschiede von 20 bis 40 Prozent zwischen Bietern ohne entsprechende Referenzen und erfahrenen Spezialisten nicht unüblich sind.

Häufige Fragen

Welche Genehmigungen sind für den Bau einer Deponie erforderlich?

Deponien bedürfen in Deutschland einer Planfeststellung oder Plangenehmigung nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz in Verbindung mit der Deponieverordnung, die von der zuständigen Abfallrechtsbehörde des jeweiligen Bundeslandes erteilt wird. Abhängig von Deponiegröße und -klasse können zusätzlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung, wasserrechtliche Erlaubnisse und naturschutzrechtliche Genehmigungen erforderlich sein. Die Verfahrensdauer beträgt je nach Bundesland und Komplexität in der Regel zwei bis fünf Jahre, weshalb die behördliche Abstimmung parallel zur Planung beginnen sollte.

Was kostet die Basisabdichtung einer neuen Deponie pro Quadratmeter?

Für ein vollständiges Basisabdichtungssystem nach DepV müssen Sie je nach Deponieklasse und Systemaufbau mit 40 bis 80 EUR/m2 rechnen, bei besonders anspruchsvollen Standorten oder kleinen Flächen auch mehr. Darin enthalten sind mineralische Dichtungsschicht, Kunststoffdichtungsbahn, Drainagelage und zugehörige Qualitätssicherungsmaßnahmen. Materialkosten für Geosynthetika machen oft 40 bis 50 Prozent dieser Summe aus und reagieren empfindlich auf Rohstoffpreisentwicklungen.

Wie lange dauert die Rekultivierung und Nachsorge einer stillgelegten Deponie?

Die Rekultivierungsarbeiten selbst, also Oberflächenabdichtung und Begrünung, dauern je nach Fläche einige Monate bis wenige Jahre. Die anschließende behördlich angeordnete Nachsorgephase, in der Sickerwasser, Deponiegas und Deponiekörpersetzungen überwacht werden müssen, beträgt nach DepV in der Regel mindestens 30 Jahre und kann bei biologisch aktiven Deponien deutlich länger andauern. Die Kosten der Nachsorge sind deshalb bei der Gesamtkalkulation einer Deponierungsmaßnahme zwingend zu berücksichtigen.

Welche Deponieklassen gibt es und was darf auf welcher Klasse abgelagert werden?

Die Deponieverordnung unterscheidet die Klassen DK 0 für inertes Material wie unbelasteten Bauschutt, DK I für schwach belastete mineralische Abfälle, DK II für Siedlungsabfälle und ähnlich belastete Abfälle, sowie DK III für besonders überwachungsbedürftige Abfälle unterhalb der Gefährlichkeitsschwelle. Jede Klasse stellt unterschiedliche Anforderungen an den geologischen Untergrund, die Abdichtungssysteme und die Sickerwasserbehandlung. Welche Abfälle auf einer Deponie abgelagert werden dürfen, ergibt sich aus dem Planfeststellungsbescheid und den zugelassenen Abfallschlüsseln.

Kann eine Altdeponie ohne vollständige Sanierung gesichert werden?

Ja, bei vielen Altablagerungen ist eine sogenannte technische Sicherung anstelle einer vollständigen Bodenaushubsanierung behördlich anerkannt, wenn das Risiko durch Abdichtung, Oberflächenabdeckung oder hydraulische Maßnahmen dauerhaft beherrschbar ist. Die Entscheidung trifft die zuständige Behörde auf Grundlage einer Gefährdungsabschätzung nach Bundes-Bodenschutzgesetz und einer Sanierungsuntersuchung. Sicherungsmaßnahmen sind in vielen Fällen erheblich kostengünstiger als eine Vollsanierung, erfordern aber eine dauerhafte Nachsorge und Überwachung.

Wer überwacht die Bauausführung auf einer Deponie und wer bezahlt das?

Die Bauausführung wird durch eine behördlich angeordnete Fremdüberwachung begleitet, die von einem akkreditierten Institut oder einem öffentlich bestellten Sachverständigen durchgeführt wird. Die Kosten dafür trägt der Deponiebetreiber als Antragsteller und sind nicht im Auftrag an den Deponiebauer enthalten. Für eine mittelgroße Abdichtungsmaßnahme mit 20.000 bis 50.000 m2 belaufen sich die Fremdüberwachungskosten erfahrungsgemäß auf 3 bis 8 Prozent der Bausumme.

Wie viele Angebote sollte ich für ein Deponiebauvorhaben einholen?

Für Deponiebaumaßnahmen sollten Sie mindestens drei Angebote von Unternehmen einholen, die nachweislich Erfahrung in der jeweiligen Deponieklasse besitzen. Bei öffentlichen Auftraggebern schreibt das Vergaberecht ab bestimmten Schwellenwerten ohnehin eine förmliche Ausschreibung vor, bei der erfahrungsgemäß fünf bis zehn Bieter angesprochen werden. Ein Preisvergleich ohne inhaltlichen Vergleich der Leistungspositionen ist bei diesem Gewerk wenig aussagekräftig, da unterschiedliche Materialspezifikationen und Qualitätssicherungsumfänge die Preise stark beeinflussen.