Drainagebau
Drainagebau umfasst die Planung und Verlegung von Entwässerungssystemen, die Wasser gezielt vom Bauwerk oder Grundstück ableiten. Beauftragt wird das Gewerk, wenn Keller, Fundamente, Sportflächen oder landwirtschaftliche Flächen vor Staunässe und eindringendem Grundwasser geschützt werden müssen.
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Was gehört zum Drainagebau?
Drainagebau-Betriebe planen und installieren Systeme zur kontrollierten Entwässerung von Gebäuden, Grundstücken und Freiflächen. Im Mittelpunkt steht das Verlegen von Drainagerohren, meist perforierte Kunststoffrohre, die in ein Kiesbett eingebettet werden und überschüssiges Wasser aufnehmen, sammeln und zu einem Vorfluter, einem Versickerungsbereich oder dem Kanalnetz ableiten. Dazu kommen Schächte, Pumpen, Filtervliese und Gefälleberechnungen, die sicherstellen, dass das System dauerhaft funktioniert.
Typische Auftragslagen sind der nachträgliche Kellerschutz bei durchfeuchteten Wohngebäuden, die Entwässerung von Neubau-Fundamenten, die Drainage von Sportanlagen und Golfplätzen, die Entwässerung landwirtschaftlicher Nutzflächen sowie die Trockenlegung von Tiefgaragenvorfeldern und Stützmauern. Viele Aufträge entstehen nach Schäden durch Starkregen oder wenn Umbauten und Anbauten die bestehenden Wasserverhältnisse verändern.
Abzugrenzen ist Drainagebau von der Abdichtung und vom klassischen Tiefbau. Abdichter schließen Oberflächen wasserundurchlässig ab, zum Beispiel mit Bitumenbahnen oder Dichtschlämmen, während Draineure das Wasser aktiv ableiten. Beide Maßnahmen ergänzen sich häufig und werden bei Kellerabdichtungen oft kombiniert. Der Kanalbau übernimmt die Hauptleitungen im öffentlichen Netz; der Drainagebau arbeitet in der Regel auf dem privaten Grundstück bis zur Einleitstelle.
Leistungen im Überblick
Drainagebau-Betriebe übernehmen alle Arbeiten rund um die Planung, den Einbau und die Wartung von Entwässerungssystemen an Gebäuden und Freiflächen.
- Perimeter- und RingdrainageBei dieser Kerndisziplin wird rund um das Fundament oder den Keller ein Drainagerohr verlegt, das drückendes Wasser und Sickerwasser abfängt, bevor es in die Bauwerksabdichtung eindringt. Das System wird mit Filterkies umhüllt und an Revisionsschächten zugänglich gemacht.
- FlächendrainageAuf Sportflächen, Grünanlagen, Dachbegrünungen oder landwirtschaftlichen Flächen werden Drainagematten oder -rohre flächig verlegt, um Staunässe zu verhindern. Die Anordnung richtet sich nach Gefälle, Bodenbeschaffenheit und der geplanten Nutzung.
- Pumpensümpfe und DrainagepumpenWenn kein natürliches Gefälle zum Vorfluter vorhanden ist, sammelt ein Pumpensumpf das abgeführte Wasser und eine Tauchpumpe oder Abwasserhebeanlage fördert es auf das nötige Niveau. Drainagebauer dimensionieren die Pumpe nach der erwarteten Wassermenge und sichern sie mit redundanten Systemen ab.
- Drainagegräben und VersickerungsanlagenAnstatt Wasser in den Kanal einzuleiten, kann es über Rigolen, Mulden oder Sickerschächte dem Grundwasser wieder zugeführt werden. Der Betrieb prüft Bodendurchlässigkeit und lokale Vorschriften, bevor er eine Versickerungslösung plant.
- Kamerabefahrung und WartungBestehende Drainagen können mit Kamerafahrten auf Verstopfungen, Einwurzelungen oder Schäden untersucht werden. Zur Wartung gehören das Spülen der Rohre und das Auspumpen von Schächten, um die Funktionsfähigkeit dauerhaft zu erhalten.
- Sanierung und Erneuerung vorhandener DrainagenAlte Tondrainagen oder defekte Kunststoffrohre werden freigelegt, ausgetauscht und mit neuen Schächten versehen. Dabei wird häufig auch die Außenabdichtung des Kellers geprüft und gegebenenfalls erneuert.
Was kostet ein Drainagebau?
Die Abrechnung erfolgt je nach Betrieb entweder als Einheitspreis pro laufendem Meter Drainagerohr oder pro Quadratmeter bearbeiteter Fläche, seltener rein nach Stunden. Die wichtigsten Preistreiber sind die erforderliche Grabentiefe, die Bodenbeschaffenheit, der Aufwand für Zufahrt und Wiederherstellung der Oberfläche sowie die Komplexität der Entwässerungssituation.
| Leistung | Richtpreis | Was den Preis bestimmt |
|---|---|---|
| Ringdrainage Einfamilienhaus | 80-160 EUR/lfd. m | Inkl. Kiesbett, Filtervlies und Rohr; Grabentiefe und Bodenklasse bestimmen die Spanne |
| Flächendrainage Garten oder Sportfläche | 15-35 EUR/m2 | Abhängig von Rohrabstand, Gefälle und ob Oberboden abgetragen und wiederhergestellt wird |
| Drainagepumpensumpf inkl. Pumpe | 1.500-4.500 EUR/Stück | Variiert stark mit Schachttiefe, Pumpenleistung und Redundanzausstattung |
| Revisionsschacht setzen | 300-700 EUR/Stück | Schachttiefe und Materialwahl (Betonring vs. Kunststoff) bestimmen den Preis |
| Kamerabefahrung und Spülung | 150-400 EUR/Befahrung | Preis steigt mit Leitungslänge und Zugänglichkeit |
| Sanierung bestehende Drainage | 90-180 EUR/lfd. m | Mehraufwand durch Freilegen, Entsorgung des Altmaterials und eventuelle Abdichtungsarbeiten |
Diese Preise sind Orientierungswerte für Deutschland im Jahr 2026 und können regional deutlich abweichen, insbesondere in städtischen Ballungsräumen mit hohen Lohnkosten oder in Regionen mit erschwerter Entsorgungslogistik. Maßgeblich ist immer das individuelle Angebot auf Basis der tatsächlichen Verhältnisse vor Ort.
Woran Sie einen guten Anbieter für Drainagebau erkennen
Ein qualifizierter Drainagebau-Betrieb erkennt sich nicht nur am Preis, sondern vor allem an fachlicher Tiefe, nachvollziehbarer Planung und transparenter Kommunikation.
- Ortstermin vor dem AngebotEin seriöser Betrieb gibt kein verbindliches Angebot ohne Begehung des Grundstücks und Sichtung der Bausituation ab. Prüfen Sie, ob der Betrieb nach Bodenverhältnissen, bestehendem Gefälle und Einleitungsmöglichkeiten fragt.
- Nachvollziehbares LeistungsverzeichnisDas Angebot sollte alle Positionen einzeln ausweisen: Erdarbeiten, Rohrmaterial, Kiesbettmenge, Schächte, Filtervlies und Oberflächenwiederherstellung. Pauschalen ohne Aufschlüsselung erschweren den Vergleich und verbergen oft spätere Nachträge.
- Fachkundiger Umgang mit NormenDrainagen am Gebäude müssen nach DIN 4095 (Bauwerksabdichtung, Drainagen) geplant werden. Fragen Sie, welche Normen der Betrieb als Grundlage anwendet, und achten Sie darauf, dass Rohrdurchmesser und Gefälle begründet werden.
- Referenzen und belegbare ErfahrungLassen Sie sich abgeschlossene Projekte ähnlichen Umfangs nennen, idealerweise mit Kontaktmöglichkeit zum Auftraggeber. Betriebe mit nachweisbarer Erfahrung bei vergleichbaren Bodenverhältnissen und Gebäudetypen arbeiten sicherer.
- Klare Aussagen zur GewährleistungDie gesetzliche Gewährleistungsfrist für Bauwerke beträgt fünf Jahre. Ein guter Betrieb erklärt offen, was im Gewährleistungsfall abgedeckt ist und wie Wartungsempfehlungen aussehen, um die Funktion langfristig zu erhalten.
- Abstimmung mit anderen GewerkenDrainagen werden oft gleichzeitig mit Abdichtern, Tiefbauern oder Landschaftsbauern eingebaut. Ein erfahrener Betrieb koordiniert seine Arbeiten mit den Nachbargewerken und klärt im Vorfeld, wer für welche Leistung verantwortlich ist.
Angebote richtig vergleichen
Ein vollständiges Angebot für Drainagearbeiten muss mindestens folgende Positionen enthalten: Erdaushub mit Angabe der Bodenmenge und Entsorgung, Rohrmaterial mit Nenndurchmesser und Norm, Filterkies mit Körnung und Menge in Kubikmetern, Filtervlies, Schächte mit Abmessungen, Gefälleangabe sowie Wiederherstellung der abgetragenen Oberfläche. Fehlt einer dieser Posten, ist er nicht im Preis enthalten und wird später als Nachtrag abgerechnet. Besonders häufig fehlen die Entsorgungskosten für Bodenaushub und die Kosten für das Wiederherstellen von Pflaster oder Rasen.
Holen Sie für größere Projekte mindestens drei Angebote ein, um Preisspannen einschätzen zu können. Vergleichen Sie nicht nur den Gesamtpreis, sondern die Einheitspreise der einzelnen Positionen, weil sich hinter einem günstigem Gesamtpreis manchmal geringere Materialmengen oder ein kleinerer Rohrdurchmesser verbergen. Auffällig günstige Angebote sollten Sie gezielt hinterfragen: Welches Rohrmaterial wird verbaut, welche Grabentiefe ist kalkuliert, und wie wird das Gefälle sichergestellt.
Häufige Fragen
Wann brauche ich eine Drainage am Keller?
Eine Drainage am Keller ist notwendig, wenn Staunässe oder Schichtenwasser regelmäßig gegen die Kellerwand drückt und die vorhandene Abdichtung allein nicht ausreicht. Typische Anzeichen sind feuchte Kellerwände, Ausblühungen oder eindringendes Wasser nach starken Regenfällen. In solchen Fällen arbeitet eine Ringdrainage zusammen mit der Außenabdichtung, um das Wasser abzufangen, bevor es Schaden anrichten kann. Bei reinem Druckwasser aus einem hohen Grundwasserstand ersetzt eine Drainage keine weiße Wanne, sondern ergänzt sie.
Wie lange hält eine Drainage?
Moderne Drainagesysteme aus Kunststoffrohren mit Filtervlies sind auf eine Nutzungsdauer von mehreren Jahrzehnten ausgelegt, wenn sie fachgerecht eingebaut und regelmäßig gewartet werden. Kritische Punkte sind Einwurzelungen durch Gehölze in der Nähe, Verschlammung des Kiesbetts und Setzungen, die das Gefälle verändern. Empfohlen wird eine Kamerabefahrung und Spülung alle zehn bis fünfzehn Jahre, um Verstopfungen frühzeitig zu erkennen. Ältere Tondrainagen haben häufig schon nach dreißig bis fünfzig Jahren Verbindungsbrüche und müssen dann erneuert werden.
Darf Drainagewasser in die öffentliche Kanalisation eingeleitet werden?
Das ist von der jeweiligen Gemeindesatzung abhängig und in vielen Kommunen nicht oder nur eingeschränkt erlaubt, weil Drainagewasser als unverschmutztes Niederschlags- und Sickerwasser gilt und möglichst versickert werden soll. Vor der Planung muss beim zuständigen Entwässerungsbetrieb oder der Gemeindeverwaltung gefragt werden, welche Einleitungsmöglichkeiten zulässig sind. Häufig ist Versickerung auf dem eigenen Grundstück per Rigole oder Sickerschacht die genehmigungskonforme Lösung. Ihr Drainagebaubetrieb sollte diese behördliche Abstimmung als Teil der Planung übernehmen.
Was kostet eine Drainage rund um ein Einfamilienhaus ungefähr?
Für eine vollständige Ringdrainage rund um ein durchschnittliches Einfamilienhaus sind Gesamtkosten von 8.000 bis 20.000 EUR realistisch, abhängig vom Umfang des Gebäudes, der erforderlichen Grabentiefe und dem Zustand der bestehenden Außenabdichtung. Wenn die Außenabdichtung gleichzeitig erneuert werden muss, steigen die Kosten entsprechend. In diesen Zahlen sind Erdarbeiten, Materialien, Schächte und Oberflächenwiederherstellung enthalten, nicht aber mögliche Pumpenanlagen oder aufwendige Bodenarbeiten bei schlechten Bodenverhältnissen.
Brauche ich eine Baugenehmigung für eine Drainage?
Für das Verlegen einer Drainage auf dem eigenen Grundstück ist in der Regel keine Baugenehmigung erforderlich. Genehmigungspflichtig kann jedoch das Einleiten von Wasser in ein Gewässer oder die öffentliche Kanalisation sein, wofür eine wasserrechtliche Erlaubnis der unteren Wasserbehörde nötig sein kann. Liegt das Grundstück in einem Wasserschutzgebiet oder in der Nähe eines Gewässers, gelten zusätzliche Auflagen. Klären Sie diese Fragen frühzeitig gemeinsam mit dem beauftragten Betrieb.
Kann ich eine verstopfte Drainage selbst reinigen?
Leicht zugängliche Schächte können Sie selbst mit einem Gartenschlauch ausspülen, um lose Ablagerungen zu lösen. Bei Verstopfungen innerhalb der Drainagerohre oder bei Einwurzelungen reicht das jedoch nicht aus, und Sie benötigen einen Fachbetrieb mit Hochdruckspülung und Kameratechnik. Eigene Reinigungsversuche ohne Kamerabefahrung riskieren, dass Sie nur die Symptome beseitigen, die eigentliche Ursache aber übersehen. Ein Fachbetrieb kostet für Spülung und Befahrung in der Regel zwischen 150 und 400 EUR und liefert gleichzeitig eine dokumentierte Aussage zum Leitungszustand.
Wie finde ich einen qualifizierten Drainagebau-Betrieb in meiner Region?
Suchen Sie nach Betrieben, die im Tiefbau oder Kanalbau handwerklich qualifiziert sind und Drainagebau ausdrücklich als Leistungsschwerpunkt nennen. Fragen Sie nach Referenzprojekten und lassen Sie sich das Angebot grundsätzlich nach einem Ortstermin erstellen. Mehrere Angebote einzuholen ist sinnvoll, weil die Preise und der Leistungsumfang je nach Betrieb erheblich voneinander abweichen können.